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Umweltministerium muss bienengefährdende Maisbeize endlich stoppen
Sa, 17.07.2010 — 11:00
Neuerliche Bienenvergiftungen sind genug - müssen massenhafte Probleme wie in Deutschland und Italien eintreten, damit gehandelt wird?
"Im Jahr 2010 wurden dem Institut für Bienenkunde für den Zeitraum zwischen Auswinterung und Berichtsstichtag (23.6.2010) aus 64 Imkereibetrieben Vergiftungsverdachtsfälle gemeldet. Die betroffenen 80 Bienenstände verteilten sich auf 5 Bundesländer. Die Mehrzahl der Imker vermutete einen Zusammenhang mit dem Maisanbau...", so der aktuelle Bericht der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).
In einem Schreiben appellierte Oö Umweltlandesrat Rudi Anschober an Bundesminister Berlakovic, die bienengefährdende Beize von Maissaatgut sofort zu stoppen und so wie in Deutschland und Italien ein flächendeckendes Verbot zu verhängen. Bereits 2009 kam es laut AGES österreichweit bei 618 Bienenvölkern zu Schäden in Maisanbaugebieten, davon betroffen waren 123 Völker in Oberösterreich.
Im Jahr 2008 gab es in Deutschland durch den Einsatz von Neonicotinoiden zur Maisbeizung bei der anschließenden Aussaat massive Bienenverluste im Rheingraben und teilweise in Bayern. 12.500 Bienenvölker waren geschädigt (800 Imker betroffen). Dieselbe Situation war in der Po-Ebene (Italien) zu beobachten mit 50.000 betroffenen Bienenvölkern und einer regelrechten Flucht der Berufsimker mit ihren Völkern aus dieser Region.
LR Anschober: "Derartige Entwicklungen dürfen in Oberösterreich und Österreich nicht eintreten, die heurigen Vergiftungsfälle zeigen, dass die derzeitigen Maßnahmen keinen ausreichenden Schutz bieten - das kann nur ein Totalverbot. Und die betroffenen Imker müssen jedenfalls entschädigt werden."
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