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OÖ erhebt Einwendung gegen polnisches Atomprogramm und übt massive Kritik an strategischer Umweltprüfung

Fr, 23.12.2011 — 11:00

Polen will in die Atomenergie einsteigen.

Polen will in die Atomenergie einsteigen. Nach Tschechien sollen nun auch in Polen die Weichen Richtung Ausbau der Kernenergie gestellt werden. Das polnische Nuklearprogramm, das einer grenzüberschreitenden strategischen Umweltprüfung unterzogen wird, verharmlost die Gefahren der Kernenergie und beruht auf überholten Aussagen. Die vorgelegten Unterlagen sind für eine seriöse strategische Umweltprüfung nicht geeignet, kritisiert Umweltlandesrat Rudi Anschober. Das Land Oberösterreich erhebt daher schwerwiegende Einwendungen gegen das polnische Atomprogramm.

In Polen wurde zwar 1990 mit dem Bau von zwei AKW begonnenen, die zwei geplanten Reaktoren aufgrund von Protesten aber eingestellt. 2007 beschloss allerdings die Regierung unter Premierminister Donald Tusk einen grundlegenden Wechsel in der Energiepolitik, zwei neue Kernkraftwerke sollen bis 2025 fertig gestellt werden, um die Abhängigkeit Polens von Kohle zu vermindern.

In seinem neuen Nuklearprogramm lässt Polen den Bereich Energieeffizienz fast völlig außer Acht, die erneuerbare Energie wird stark kritisiert. Im Gegensatz dazu werden die Gefahren der Kernenergie verharmlost, kritische Studien ignoriert und mit längst überholten Aussagen argumentiert. So geht man in Polen davon aus, dass bei einem schwerwiegenden Unfall in einem Atomkraftwerk im Umkreis von mehr als drei Kilometer keine mittelfristigen Maßnahmen getroffen werden müssen- ein Hohn, wenn man die Auswirkungen von Tschernobyl auch in Österreich bedenkt. Trotz Fukushima geht Polen nach wie vor davon aus, dass Kernkraft Co2- frei, versorgungssicher, kerntechnisch sicher und wirtschaftlich sei. Die drei Reaktortypen, die für den Einsatz in Polen in Betracht kommen, weisen Sicherheitsmängel auf, mehrere Fragen der kerntechnischen Sicherheit bleiben mehr oder weniger offen. „Oberösterreich hat daher formell seine schwerwiegenden Einwendungen gegen dieses Nuklearprogramm erhoben- das gleiche erwarte ich mir von der Bundesregierung", so Anschober abschließend.



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