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Plastik(sackerl). So ein Mist!

Mi, 11.01.2012 — 11:33

Zwischenbilanz der Kampagne. Ausblick 2012

Schluss mit Verschwendung durch die Wegwerf-Mentalität

Umwelt-Landesrat Anschober hat dem Plastiksackerl den Kampf angesagt. Alleine in Österreich werden pro Jahr rund 350 Millionen Plastiksackerl in Umlauf gebracht, alleine in Oberösterreich sind das rd. 59 Millionen Plastiksackerl oder 100 Stück pro Haushalt und Jahr. Meist wird das Plastiksackerl nur ein einziges Mal zum Tragen von Einkäufen verwendet, dann weg damit. Das ist nicht nur eine unnötige Verschwendung von Ressourcen, sondern verursacht zudem auch noch überflüssige CO2-Emissionen. Als Faustregel gilt: für eine Tonne Kunststoff werden zwei bis drei Tonnen Rohöl verbraucht. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Alternativen, die für Jede und Jeden ganz einfach umzusetzen sind.

Immer mehr Oberösterreicher/innen greifen zu Mehrweg, allein seit Mitte Dezember griffen 20.000 zu Stofftaschen des Umweltressorts, zunehmend stellt auch der Handel um. Her mit der Wegwerf-Bremse - allerdings nicht nur auf Sackerl reduziert sondern generell für Verpackungen. Denn die Mehrwegflasche wird immer mehr zur Minderheit, nur mehr bei Bier gewinnt Mehrweg! Während Konsument/innen und die Wirtschaft umzudenken beginnen, verschläft der Umweltminister die notwendigen Initiativen.

Im Herbst 2011 startete Umwelt-Landesrat Rudi Anschober die Kampagne "Plastik. So ein Mist", die auf die Eindämmung der Plastiksackerlflut abzielt. Parallel lief eine Online-Petition gegen Plastiksackerl und ein Online-Fotowettbewerb, bei denen die Oberösterreicher/innen die Gelegenheit hatten ihr Pendant zum Plastiksackerl einzureichen.

Der Alternativtipp: Mehrweg-Einkaufstaschen!
Rechtzeitig zur Weihnachtseinkaufszeit sagte Landesrat Rudi Anschober dem Plastiksackerl verstärkt den Kampf an: In Oberösterreich wurden im Dezember in nur drei Wochen 20.000 Stück Stofftaschen verteilt, mit denen die Bürger/innen aktiv zum Umweltschutz beitragen. Die Aktion war ein voller Erfolg: Die Nachfrage nach den Stofftaschen war derart enorm, dass eine Vielzahl von Anfragen mangels Taschen leider abgelehnt werden musste. 2000 Vorbestellungen für eine allfällige Neuauflage liegen mittlerweile vor.
Wieder verwendbare Mehrweg-Einkaufstaschen sind aus Umweltsicht eindeutig zu favorisieren und die optimale Lösung. Das Plastiksackerl hingegen die Option mit dem größten Umweltverbrauch.

Umwelt-Landesrat Rudi Anschober: "Ob wieder verwendbare Stofftasche, Rucksack oder Fahrradkörberl - Mehrweg ist eindeutig die Alternative. Einkäufe bewusst planen spart an der Kassa das "Bitte ein Sackerl" und obendrein noch Geld: bei 20 bis 50 Cent pro Sackerl sind das in Summe 20 bis 50 Euro pro Haushalt! Unsere Stofftasche hat gezeigt, dass die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher diese Alternative gerne annehmen. Es braucht daher einfach mehr Angebote dieser Art auch im Handel."

In Österreich zeigt auch der Handel schon vielfach, wie es anders geht: zum Beispiel hat dm drogerie markt nun generell auf die Abgabe von kostenlosen Plastiksackerln verzichtet, um Mehrweg zu forcieren. Auch Spar hat bereits österreichweit Tragtaschen aus Bio-Kunststoff eingeführt.

Plastik(sackerl). So ein Mist! Aktivitäten 2012
Für das Jahr 2012 will Landesrat Anschober die Bewusstseinsbildung zum Thema Plastiksackerl weiter forcieren und insbesondere Jugendliche aktiv ansprechen. Durch Gesprächsrunden mit dem Handel soll die Umstellung durch die Wirtschaft voran getrieben werden. Und auch auf politischer Ebene ist weiter Handlungsbedarf gegeben. Umweltminister Berlakovich hat bislang nicht gehandelt. Was in Italien problemlos funktioniert, muss auch in Österreich kommen.

Die Spitze des Verpackungsberges - her mit der Wegwerf-Bremse
Einweg-Plastiksackerl sind jedoch nur die Spitze eines enormen Verpackungsberges. Oberösterreichs Umwelt-Landesrat Anschober sieht daher für den Umweltminister generell höchsten Handlungsbedarf im Bereich der zunehmenden Menge von Einwegverpackungen.
So fallen in Oberösterreich pro Jahr in Summe rd. 29.000 Tonnen Verpackungen aus den Haushalten via Gelber Sack oder die Altstoffsammelzentren an, das entspricht knapp 21 kg Kunststoff pro Einwohner/in. Österreichweit sind es rd. 114.000 Tonnen Kunststoff-Verpackungen aus Haushalten. So machen nach dem Abfall-Statusbericht des BMLFUW getrennt gesammelte Kunststoffverpackungen 2008 gewichtsmäßig einen Anteil von rd. 3 Prozent an den gesamten Haushaltsabfällen aus, volumsmäßig jedoch mehr als 13 Prozent. Und im Restmüll ist nochmals eine gleich große Menge enthalten - zusammen ist das rund ein Viertel des Abfallvolumens.

Mehrwegflasche - leider nur mehr ein Minderheitenprogramm - Umweltminister muss endlich handeln
Die Fakten sind eindeutig: Mehrwegflaschen vermeiden nicht nur Abfall, sondern sparen auch Energie, Rohstoffe, schützen unser Klima, sichern Arbeitsplätze in Handel und Getränkewirtschaft und schützen unsere Natur und das Ortsbild, da Pfandflaschen nicht achtlos weggeworfen werden.

Jedoch hat der Versuch, auf eine freiwillige Selbstverpflichtung des Handels zu setzen, eindeutig in die Sackgasse geführt:
In den letzten 20 Jahren ist der Anteil von Mehrwegflaschen in Österreich dramatisch gesunken: waren 1994 noch 96 Prozent der Mineralwässer in Mehrwegflaschen verfügbar, so sank der Anteil mittlerweile auf 17 Prozent. Bei Limonaden beträgt der Mehrweganteil nur mehr rd. 11 Prozent. Und der gesamte Mehrweganteil bei Getränkeverpackungen ist auf knapp 17 Prozent zurückgegangen. Nur bei Bier ist der Anteil von Mehrweg mit 70 Prozent nach wie vor sehr hoch.

Landesrat Anschober: "Alle gesetzlichen Regelungen zur Förderung von Mehrwegsystemen wurden in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt außer Kraft gesetzt. Es braucht endlich verbindliche Rahmenbedingungen auf Bundesebene für den Erhalt und Ausbau von Mehrwegsystemen inklusive konkreter und sanktionierbarer Ziele. Die Landesumweltreferentenkonferenz hat bereits mehrfach den Umweltminister dazu aufgefordert verbindliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Doch bisher ist Minister Berlakovich, der als Landesumweltreferent die Beschlüsse seinerzeit mitgetragen hat, nach wie vor säumig. Das vom Umweltministerium erarbeitete Öko-Bonus wäre ein Schritt in die richtige Richtung, offensichtlich kann sich BM Berlakovich hier aber nicht gegen die Wirtschaft durchsetzen."

LR Anschober abschließend: "Es ist höchste Zeit, dass wir uns mit der Verpackungsfrage insgesamt noch viel intensiver auseinandersetzen. Die Zuständigkeit liegt hier klar auf Bundesebene, Minister Berlakovich ist als Umweltminister gefordert."



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