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Anschober: "Retten wir unser Klima - die neue Oö. Klimaschutzinitiative"

Fr, 01.06.2007 — 12:00

Doppelstrategie des Landes: Neue politische Initiativen und Präsentation der neuen oö. Klimaschutzinitiative - was jede/r Einzelne beitragen kann

Startschuss für die neue Oö. Klimaschutzinitiative:

"Retten wir unser Klima"

Ausgangslage: "Das Klima braucht unsere Hilfe"

Oberösterreich soll zu einer großen Klimaschutzbewegung werden – die große Initiative zur Klimarettung startet!

Beim Frühlingsgipfel der Europäischen Union Anfang März 2007 wurde eine europaweite Verringerung der CO2-Emissionen von 1990 bis 2020 um 20 Prozent beschlossen. Da Österreich vom Kyoto-Kurs meilenweit entfernt ist und seine Emissionen seit 1990 bereits um 16 Prozent gesteigert hat, wird Österreich insgesamt eine Emissionsverringerung von rund 40 Prozent erreichen müssen (Anm. die 40% ergeben sich aus dem EU-Lastenausgleich, wonach besser entwickelte Länder höhere CO2-Reduktionen realisieren müssen).

Oberösterreich ist mit einer Steigerung der CO2-Emissionen seit 1990 um rund 11Prozent zwar das relativ beste Bundesland, muss aber dennoch die Emissionen ebenso deutlich absenken.

Um dieses notwendige und ambitionierte Ziel erreichen zu können, müssen dafür schon jetzt die Weichen mit aller Konsequenz gestellt werden.

Oberösterreich startet neue Klimainitiative

"Speziell der Anfang Mai veröffentliche dritte Weltklimabericht hat gezeigt,  wie klein das Zeitfenster für die Umsetzung einer Stabilisierung der CO2-Emissionen als Einleitung einer notwendigen radikalen Absenkung tatsächlich ist. Wir müssen deshalb die notwendigen Maßnahmen möglichst rasch starten und umsetzen", so Oö. Umweltlandesrat Rudi Anschober, denn laut den UN-Berichten bleiben nur noch 10-15 um den schlimmsten Auswirkungen der Klimaänderung noch zu entgehen. Oberösterreich startet deshalb mit einer umfassenden neuen Klimainitiative, die eine ganze Reihe an politischen Maßnahmen vorsieht, aber auch auf die Informationsoffensive "Wir retten unser Klima" aufsetzt.

Politische Konsequenzen

Politische Maßnahmen für mehr Klimaschutz sind u.a.:

-          Der 2005 vereinbarte Klimapakt wird in Oberösterreich in den nächsten Monaten im Zuge einer Novellierung verschärft werden und der Landesregierung durch das Umweltressort zur Beschlussfassung vorgelegt.

-          Dazu werden unter anderem Ressortselbstverpflichtungen aller Regierungsmitglieder verankert.

-          Oberösterreich kann und will bei einer Nutzung der Energieeinsparungspotenziale sowie der umweltverträglich nutzbaren Potenziale an erneuerbarer Energie bis 2030 bei Wärme- und Stromerzeugung vollständig auf Erneuerbare Energie umstellen und könnte damit die CO2-Emissionen um 65% verringern.

-          Die Wohnbauförderung und die Bauordnung müssen dem Klimawandel Rechnung tragen und bezüglich des Energieverbrauch  (Energiekennzahlen) – nicht zuletzt auch durch EU-Vorgaben - deutlich verschärft werden.

-          Ziel ist die vollständige thermische Sanierung aller Nachkriegswohnbauten von 1945 bis 1980 (in Oberösterreich sind dies 156.000 Bauten mit insgesamt 260.000 Wohnungen). Dazu muss die Wohnbauförderung aktiver genützt werden und der Bund mit einem Steueranreizmodell unterstützen. Diese Initiative würde nicht nur ein wichtiger Teil zum Klimaschutz sein, sondern auch ein ganz wesentlicher Beschäftigungsimpuls für Österreich.

-          Das Ausbauprogramm für Ökostrom und Ökowärme wird stark forciert.

-          Ein an Klimaschutzzielen orientiertes Oö. Gesamtverkehrskonzept muss bis Sommer beschlossen und rasch umgesetzt werden.

-          Und schließlich wird Oberösterreich die Maßnahmen für mehr Energieeffizienz deutlich verstärken, wie etwa durch das Energiespargemeindeprogramm oder durch Informationskampagnen wie "Richtig hell – Energieeffiziente Beleuchtung".

"Der Bund muss sich der Verantwortung den Bundesländern gegenüber einerseits und den nachkommenden Generationen andererseits bewusst sei. So müssen Bundesminister Pröll und Bundeskanzler Gusenbauer beispielsweise das Versprechen des PR-Klimagipfels endlich einlösen und eine Novellierung des Ökostromgesetzes starten, um einen Ausbau und nicht einen Stillstand wie derzeit, zu erreichen", so Anschober.


Startschuss für die Informationsoffensive, die zeigt wie jede/r Einzelne ganz wesentliches zur Rettung des Klimas beitragen kann: "Ich rette unser Klima"

www.ich-rette-unser-klima.at

Neben der Reihe an politischen Maßnahmen, richtet sich der Appell des Oö. Umweltressorts aber auch an die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher sich stärker in die Klimaschutzaktivitäten einzubringen. "Jede und jeder kann und muss einen Beitrag leisten – die Politik genauso wie die Wirtschaft – die Industrie genauso wie die Landwirtschaft – aber auch jede und jeder einzelne", so Anschober.

"Wir starten deshalb heute unsere neue Informationsoffensive "Ich rette unser Klima", wo wir alle Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher dazu einladen möchten, einen Beitrag für den Klimaschutz zu setzen und aktiv mitzumachen", so Anschober, der auf der Internetplattform www.ich-rette-unser-klima.at dazu einlädt, aus 77 Tipps zur Rettung des Klimas 3 Stück auszuwählen, welche man in den kommenden 12 Monaten umsetzen will. Aus vielen kleinen Beiträgen entsteht ein großer Erfolg für den Klimaschutz , gibt sich der Umweltlandesrat zuversichtlich.

Anschober: "Diese Art der freiwilligen Selbstverpflichtung soll aufzeigen, wie einfach es gehen kann, etwas ganz wesentliches zur Lösung eines weltweiten Problems beizutragen. Die eigenen CO2-Emissionen am CO2-Rechner festzustellen und Reduktionsziele mit konkreten Selbstverpflichtungen zu fixieren ist ein einfacher und sehr einprägsamer Einstieg in den Klimaschutz. Ich möchte erreichen, dass Klimaschutz zur bewussten Kaufentscheidungen für einen Apfel aus Österreich beiträgt und der Apfel aus Chile wegen der 10.000km Transportweg, die er zurückgelegt hat, nicht genommen wird. Ich empfände es als einen großen Erfolg im Kaffeehaus öfter zu hören, dass jemand fragt, ob denn der Kaffee den man bestellt auch ein fairtrade Produkt ist. Schlussendlich ist es mein Ziel, dass Klimaschutz nicht als Bedrohung, sondern als Chance gesehen wird, denn Klimaschutz rechnet sich mehrfach: man lebt gesünder, man fühlt sich besser und man spart Geld."

Zur Bewusstseinsbildung:

Wie viel ist 1 kg CO2?

Der Strommix eines Landes/Anbieters liegt dem Verhältnis von kWH:Co2 zu Grunde. Für Österreich können wir in etwa annehmen, dass 1,7 Kilowattstunden etwa 1 Kilogramm CO2 verursachen.

>> Um nur 1 kWH an elektrischer Energie zu erzeugen, müsste man einen Hometrainer durch Muskelkraft etwas 10 Stunden lang antreiben!

>> Durch die Einsparung von nur 1 Kilowattstunde spart man in etwa 0.58kg CO2 ein.

Mit 1 Kilowattstunde Strom (für deren Erzeugung Sie 10 Stunden Radfahren) können Sie beispielsweise:

-          15 Hemden bügeln

-          70 Tassen Kaffee für JournalistInnen kochen

-          7 Stunden lang ORF, LT1 oder BTV sehen

-          1 Trommel Radfahrtrikots waschen, die Sie während der Erzeugung dieser 1 Kilowattstunden Strom verbraucht haben.

Die Site der neuen OÖ. Klimaschutzinitiative bietet natürlich auch die Möglichkeit zur Berechnung der CO2-Emissionen und dem Vergleich mit dem durchschnittlichen Österreicher.

"Unsere Internet-Plattform soll sich ständig weiterentwickeln und zu einer Plattform der Klimaschutzideen und einer Drehscheibe für Klimaschützer werden – so wollen wir die Tipps, die uns BesucherInnen geben, was sie selbst zum Klimaschutz beitragen, vorstellen und zur Nachahmung anregen. Wir wollen möglichst viele Menschen erreichen und zum Mitmachen auffordern – über alle konfessionellen und weltanschaulichen Grenzen hinweg, denn die Bedrohung des Klimawandels müssen wir auch über alle Grenzen hinweg gemeinsam bändigen", so der OÖ. Umweltlandesrat.

Weltumwelttag am 5. Juni ganz im Zeichen des Klimaschutzes

Auch der diesjährige Weltumwelttag am kommenden Dienstag steht unter dem Motto "Retten wir unser Klima". Dazu findet am Linzer Hauptbahnhof von 10:00-17:30 Uhr ein Klimaschutzmarkt statt, wo sich interessierte Menschen über den Klimawandel und die Möglichkeiten einen Beitrag für ein besseres Klima zu leisten, informieren können.

Am Abend lädt Umweltlandesrat Rudi Anschober in die Linzer Redoutensäle zur Enquete "Kyoto Ziel – Kostenfaktor oder Investition für morgen" mit der Klimaexpertin Univ.-Prof. Helga Kromp-Kolb und Dipl.-Ing. Roman Mesicek.



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