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Energiebericht 2009: alle Ziele des Energiekonzeptes 2010 frühzeitig erreicht
Do, 16.07.2009 — 11:00
Oberösterreichs erfolgreiche Entwicklung zu weniger fossilen Energieträgern, mehr erneuerbaren, weniger Energieverbrauch und CO2-Emissionen sowie Tausenden neuen Arbeitsplätzen
Sämtliche Ziele, welche man sich im Rahmen des OÖ. Energiekonzeptes 2010 gesteckt hatte, wurden bereits vorzeitig erreicht. Oberösterreich ist damit die klare Nummer 1 in Österreich bei modernen Biomasseanlagen, Solar- und Photovoltaikanlagen, bei der Ökowärme, der CO2-Verringerung und der Schaffung neuer krisensicherer Arbeitsplätze durch die Energiewende. Heute wird der letzte Umsetzungsbericht vorgelegt, ab sofort orientiert sich OÖ an den neuen, noch viel ambitionierteren Energiezielen: Energiewende 2030 - vollständiger Umstieg auf erneuerbare Energieträger bei Raumwärme und Strom. 148 Maßnahmenfelder zur Umsetzung der Energiewende wurden von der OÖ. Landesregierung beschlossen, alle müssen bis Ende 2012 gestartet werden - die ersten bereits im Herbst.
Diese Vorreiterrolle wird immer stärker zu einer wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte: bereits 14.500 Arbeitsplätze sind entstanden, die Ökoenergiefirmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von 2 Milliarden Euro und bereits jede fünfte Solaranlage und jeder sechste Pelletskessel in der EU stammen aus heimischer Oberösterreichischer Produktion.
Die Umsetzung des Landesenergiekonzeptes 2010
Erneuerbare Energien
- Ziel für 2010: Zusätzlich 10 PJ (Petajoule) aus erneuerbaren Energieträgern
- Stand 2007/2008: bereits ein Plus von 13 PJ
- Ziel für 2010: Verdoppelung der modernen Biomasseheizungen
- Stand 2007: Ziel der Verdoppelung erreicht
- Ziel für 2010: 3% Strom aus erneuerbaren Energieträgern (exkl. Kleinwasserkraft)
- Stand 2008: 5,6% Strom aus erneuerbaren Energieträgern (exkl. Kleinwasserkraft)
- Ziel für 2010: 1 Million Quadratmeter thermische Solaranlagen
- Mai 2009: Ziel der Millionengrenze erreicht
Energieeffizienz
- Ziel bis 2010: Steigerung der Gesamt-Energieeffizienz um 10% des Endenergieverbrauchs bis zum Jahr 2010 - durchschnittlich um 1% pro Jahr
- Stand 2007: Die spezifische Energieeffizienz (bezogen auf das Bruttoregionalprodukt) ist um 11,7% bzw. 1,7% pro Jahr gestiegen
Besonders erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass der Gesamtenergieverbrauch 2007 erstmals gesunken ist - die Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch gelang!
Raumwärme und Warmwasser, öffentliche Gebäude
- Ziel bis 2010: Verringerung des Energieeinsatzes für Raumheizung und Warmwasser um weitere 20 % bzw. 1,5% pro Jahr in öffentlichen Gebäuden
- Stand 2007: Verringerung um 19,3%, bzw. 2,8% pro Jahr (bei Landesgebäuden) bereits erreicht.
Gewerbe und Industrie
- Ziel bis 2010: 10% Steigerung der spezifischen Energieeffizienz
- Stand 2007: Steigerung der Energieeffizienz um 18,6%
Neue Unternehmen, neue Märkte
- Ziel bis 2010: 30 neue Unternehmen im Segment erneuerbare Energietechnologien und Energieeffizienz Schaffung von 1500 neuen Arbeitsplätzen
- 2008: 55 neue Unternehmen im Ökoenergie-Cluster; von 1.100 Arbeitsplätzen auf 4.500 gesteigert, das ist ein Plus von 3.400 Arbeitsplätzen
Energieforschung
- Ziel bis 2010: Jährlich 15 neue Energieforschungs- & entwicklungs-Projekte
- 2008: durchschnittlich 26 Projekte im Jahr
"Ich bin sehr stolz auf das erreichte, aber es gibt noch sehr viel zu tun - und darauf freue ich mich", so Energielandesrat Rudi Anschober.
Energiekonzept 1994 bis 2009
Mit dem im Jahr 1994 von der Oö. Landesregierung beschlossenen Energiekonzept wurden vorerst konkrete Ziele bis zum Jahr 2000 formuliert, die sowohl die Verbrauchs- als auch die Angebotsseite umfassen. Die zweite Phase des O.Ö. Energiekonzeptes -Energy 21 -wurde am 27. März 2000 von der Oö. Landesregierung beschlossen und Ziele bis zum Jahr 2010 formuliert.
Zielsetzungen ENERGY 21
Der Schwerpunkt des Energiekonzeptes Energy 21 liegt auf der Formulierung umsetzungsorientierter Maßnahmen. Diese bauen auf Grundsätzen des energiepolitischen Handelns bzw. auf anzustrebenden Zielen auf, die über einen längeren Zeitraum hinweg Gültigkeit haben:
- Steigerung der Gesamt-Energie-Effizienz um 10% des Endenergieverbrauchs bis zum Jahr 2010
- Verringerung des Energieeinsatzes für Raumheizung und Warmwasser um weitere 20%
- 10% Steigerung der spezifischen Energie-Effizienz bis 2010
- 30 neue Unternehmen im Segment erneuerbare Energietechnologien und Energie-Effizienz bis 2010, Schaffung von 1.500 neuen Arbeitsplätzen
- Jährlich 15 neue Energie-Forschungs & Entwicklungs-Projekte
Diese Ziele werden durch die Inhalte des Regierungsübereinkommens 2003 unterstrichen und mit dem Energie-Effizienz-Programm Energie STAR 2010 ergänzt und im Jahr 2007 mit den Zielen der „Energiezukunft 2030" erweitert.
Aktuelle Zahlen und Statistiken
(Quelle: Umsetzungsbericht Energy 21, Berichtsjahr 2008)
Energie Statistik Austria OÖ 07
Der gesamte Endenergieverbrauch von Oberösterreich 2007 ist gegenüber 2006 um 2,3% gesunken. Mit diesen Daten wird die klare Entkoppelung des Wirtschaftswachstums vom Energieverbrauch dokumentiert.
Bei einem Wirtschaftswachstum von 4,6% ist der Energieverbrauch in Oberösterreich um 2,3% gesunken und bei einer derartigen Betrachtung die Effizienz des Gesamtsystems um 6,9% gestiegen. Ohne Wasserkraft wurden 50,8 PJ erneuerbare Energieträger verwendet, damit wurde der historische Höchststand erreicht, um 2,8% mehr als im Vorjahr. Inklusive Wasserkraft - die 2007 gegenüber 2006 witterungsbedingt leicht gesunken ist - wurden in Summe 84,2 PJ erneuerbare Energie verwendet (Statistik Austria Methode), das ist eine Steigerung von 23% in den letzten 10 Jahren.

Energiekennzahlen in OÖ Wohngebäuden
1998 wurde die Althaussanierung im Rahmen der Wohnbauförderung ebenfalls um Energiesparkriterien erweitert. Wird durch die Sanierung eine bestimmte Energiekennzahl erreicht oder unterschritten, so erhöht sich der Annuitätenzuschuss, energetische Mindestanforderungen sind zu erfüllen.
Der O.Ö. Energiesparverband führte im Jahr 2008 für ca. 5.000 Wohngebäude im Auftrag der Wohnbauförderungsabteilung die für die Sanierungs-Förderung erforderliche Energieberatung und Berechnung bzw. Energieeinzelberatung durch. Die erhöhte Wohnbauförderung für Mehrfamilienhäuser (MFH) wurde im Jahr 2008 für 134 neue Objekte in Anspruch genommen. Insgesamt wurden ca. 270.000 m² Bruttogeschoßfläche mit einer beachtlichen durchschnittlichen Energiekennzahl von 20,7 kWh/m² und Jahr (A/V = 0,5) und 219 Sanierungsobjekte mit einer Kennzahl nach Sanierung von durchschnittlich 42 kWh/m² (A/V = 0,43) und Jahr bearbeitet. Besonders bemerkenswert ist, dass mit etwa 4.450 Wohnungen deutlich mehr als im Jahr 2007 saniert wurden.

Wärme in Oberösterreich
Im Zuge des Projektes Energiezukunft 2030 wurde eine Nutzenergieanalyse für den Wärmebereich durchgeführt.
Wärme aus erneuerbaren Energiequellen wird auf vielerlei Weise genutzt: zur Raumwärme, Dampferzeugung und in Industrieöfen.
Unter Ökowärme wird hier aus statistischen Gründen Wärme aus Biomasse, Solaranlagen, Geothermie, Umgebungswärme sowie Fernwärme verstanden. Im Jahr 2007 ist der Anteil der Ökowärme inkl. Fernwärme auf über 45% gestiegen.

Energieeinsparung in öffentlichen Gebäuden des Landes
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Bereits seit 1994 liegen standardisierte Unterlagen für die Energiebuchhaltung in öffentlichen Gebäuden vor. Derzeit liegen sowohl die Energiedaten der landeseigenen als auch der angemieteten Objekte der Jahre 1994 bis 2007 und eine umfassende Auswertung der Abteilung Gebäude- und Beschaffungsmanagement über den Vergleich des Energieverbrauchs und der Kosten des Jahres 1994 und 2007 vor.
Der prozentuelle Anteil der jeweiligen Energieträger an der Wärmeversorgung stellt sich im Vergleich zu 1994 folgendermaßen dar:


Grafik: Anzahl der Solaranlagen - Landesgebäuden
Biomasse
Mit ca. 30% aller österreichweit installierten automatischen Kleinfeuerungsanlagen (Zentralheizungen; für Wohn- und Betriebs-Zwecke), das sind etwa 35.000 Anlagen, davon ca. 16.000 Pelletsheizungen, liegt Oberösterreich bei dieser modernen Heiztechnologie österreichweit im Spitzenfeld.
Das Ziel, den Wert des Jahres 2000 bis 2010 zu verdoppeln, wird bereits deutlich übererfüllt.

Grafik: Hackschnitzel- & Pelletszentralheizungen OÖ (Installierte Leistung)
Solaranlagen
Im Jahr 2008 wurden in Oberösterreich etwa 93.000 m² neue thermische Sonnenkollektoren errichtet. In Summe sind damit 988.000 m² Kollektorfläche installiert worden. Unter Berücksichtigung einer technischen Lebensdauer von 25 Jahren erzeugen derzeit mehr als 955.000 m² jährlich ca. 335 Mio. kWh Wärme. Diese Anlagen dienen überwiegend der Warmwasserbereitung in Wohngebäuden, aber auch bei Schwimmbädern und zur Teilbeheizung von Gebäuden sowie für betriebliche Zwecke. Die Förderung für thermische Solaranlagen zeigt deutliche Ergebnisse.
Neben dem Kleinhausbau-Bereich wurde die solare Energienutzung im Mehrfamilienhausbereich und dem öffentlichen und gewerblichen Sektor verstärkt. Bei den geförderten Anlagen im Wohnbau gab es gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 42,9%. Mit etwa 700 m² Kollektorfläche pro 1.000 Einwohner zählt Oberösterreich zu den weltweit führenden Solarregionen und ist mit etwa einem Viertel der 2008 in Österreich installierten Solaranlagen zur Warmwasserbereitung auch an der Spitze der Bundesländer. Das Ziel, 1 Mio. m² wurde 2009 erreicht.

Grafik: Sonnen-Kollektorfläche in OÖ (kumulierte Darstellung)
Photovoltaikanlagen
Im Jahr 2008 wurden etwa 200 neue netzgekoppelte Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von ca. 1.100 kWpeak in Betrieb genommen, das ist etwa ein Viertel der Leistung aller neuen österreichischen Anlagen. Damit befinden sich etwa 1.450 Anlagen mit einer Leistung von ca. 8.000 kWpeak am oö Netz, das sind 28 % der österreichischen PV-Anlagen.
Bei einer einmaligen Bundesförderaktion im Jahr 2008 mit Investitionszuschüssen für PV-Anlagen bis 5 kWpeak gingen 39 % der Förderzusagen nach Oberösterreich.

Grafik: Photovoltaik in OÖ (Netzgekoppelte Anlagen)
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