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VCÖ-Mobilitätspreis Oberösterreich 2010: Vorbildhafte Projekte gesucht

Di, 23.03.2010 — 12:00

VCÖ: In Oberösterreich ist Energieverbrauch des Verkehrs seit 2000 stark gestiegen

VCÖ (Wien, 23. März 2010) - Der Verkehrssektor Oberösterreichs ist sehr energieintensiv, die Abhängigkeit vom Erdöl ist hoch. Das zeigt eine aktuelle VCÖ­Untersuchung. Seit dem Jahr 2000 ist der Spritverbrauch für den privaten Pkw­Verkehr um elf Prozent gestiegen. Der VCÖ hat heute gemeinsam mit Landesrat Rudi Anschober und ÖBB­Postbus den Startschuss zum VCÖ­Mobilitätspreis Oberösterreich 2010 gegeben. Bei Oberösterreichs größtem Wettbewerb für nachhaltige Mobilität sind vorbildhafte Projekte gesucht, die den Energieverbrauch des Verkehrs verringern.

„Oberösterreich hat das Problem, dass der Verkehr zu viel Energie verbraucht. Dadurch sind nicht nur die CO2­Emissionen hoch, sondern auch die Kosten für die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher. Den Energieverbrauch zu verringern heißt, die Umwelt zu schonen und Geld zu sparen. Das ist unser Ziel beim VCÖ­Mobilitätspreis", stellt VCÖ­Geschäftsführer Dr. Willi Nowak fest.

„Die Verkehrsfrage ist die größte Herausforderung bei der Energiewende, die in Oberösterreich als erster Region Europas, umgesetzt wird. Nach jahrzehntelanger Zunahme der CO2­Emissionen muss es nun endlich heißen: Runter mit dem Energieverbrauch", so Umweltlandesrat Rudi Anschober.

Eine aktuelle VCÖ­Untersuchung zeigt, dass in Oberösterreich der Spritverbrauch des privaten Pkw­Verkehrs seit dem Jahr 2000 stark gestiegen ist. Im Jahr 2000 verbrauchten die Pkw der privaten Haushalte in Oberösterreich rund 575 Millionen Liter Sprit, im Jahr 2008 waren es bereits 638 Millionen Liter.

Der Durchschnittsverbrauch der Pkw ist zwar von 7,8 auf 7,1 Liter pro 100 Kilometer gesunken. Die VCÖ­Untersuchung zeigt, dass jedoch gleichzeitig die Zahl der privaten Pkw in Oberösterreich um 112.000 gestiegen ist. Und es wird mit den Autos mehr gefahren: Im Schnitt werden heute mit dem privaten Pkw um rund 270 Kilometer mehr gefahren als noch im Jahr 2000. In Summe wurde im Jahr 2000 mit den oberösterreichischen Pkw 7,37 Milliarden Kilometer gefahren, im Jahr 2008 waren es bereits 9,01 Milliarden Kilometer.

Die Zunahme des Straßenverkehrs geht Hand in Hand mit dem Anstieg der CO2 ­Emissionen. Seit dem Jahr 2000 sind die von den Autofahrten verursachten CO2 ­Emissionen um 13,3 Prozent gestiegen, so der VCÖ.

Die VCÖ­Untersuchung zeigt aber auch, dass es seit dem Jahr 2005 eine Trendwende gibt. Ein privater Pkw wird heute um rund 170 Kilometer weniger pro Jahr gefahren als noch im Jahr 2005. Die Zahl der privaten Pkw nimmt deutlich langsamer zu. Das Thema „Energie sparen" ist für die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher auch bei der Mobilität wichtiger geworden. „Die Menschen in Oberösterreich setzen zunehmend auf eine energie­ und kostensparende Mobilität. Es wird mehr mit dem Rad gefahren, öffentliche Verkehrsmittel werden verstärkt genutzt, beim Pkw-Kauf ist der Spritverbrauch ein wichtiges Kriterium", so VCÖ-Geschäftsführer Nowak.

Im Oberösterreichischen Verkehrsverbund ist die Zahl der Fahrgäste seit dem Jahr 2000 um rund 18 Prozent gestiegen. Im Jahr 2008 wurden 167,6 Millionen Fahrgäste gezählt. Und der VCÖ weist auf eine weitere positive Entwicklung hin: Im Jahr 2008 legten die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher 307 Millionen Kilometer im Alltag mit dem Rad zurück, das sind um 75 Millionen Kilometer mehr als im Jahr 2005.

Das Potenzial für eine energiesparendere und kostengünstigere Mobilität in Oberösterreich ist groß, wie die folgenden beiden Beispiele des VCÖ zeigen. Wer etwa für einen Arbeitsweg in der Länge von vier Kilometer von April bis September das Fahrrad statt dem Auto nutzt, spart im Jahr rund 145 Liter Sprit, 170 Euro und 360 Kilogramm CO2.

Auch der Umstieg vom Auto auf die Bahn spart enorm viel Energie und vermeidet CO2. Ein einziger Pendler, der von Wels nach Linz mit der Bahn statt mit dem Auto zur Arbeit fährt, spart pro Jahr 1.350 Liter Sprit und beachtliche 3,1 Tonnen CO2. Zudem ist die Bahn­Jahreskarte um rund 880 Euro günstiger als alleine die Spritkosten ausmachen.

„Der Energieverbrauch des Verkehrs kann mit konkreten Maßnahmen deutlich verringert werden. Ein dichtes öffentliches Verkehrsnetz und eine Verkehrsplanung der kurzen Wege mit einer guten Infrastruktur zum Gehen und Radfahren ermöglichen eine energiesparende Mobilität", nennt VCÖ­Geschäftsführer Nowak zentrale Punkte. Bei Elektro­Fahrzeugen ist wichtig, dass der dafür verwendete Strom aus erneuerbaren Quellen kommt.

„Oberösterreich will bei der Umstellung des Verkehrs auf Elektromobilität führend sein. Nicht entweder Ausbau des öffentlichen Verkehrs oder Umstellung auf Elektromobilität ist die Devise, sondern wir brauchen beides. Dieses Jahrzehnt muss in Oberösterreich das Jahrzehnt eines umfassenden Umbaus der Mobilität werden. Dies ist die Voraussetzung für die Erfüllung der Klimaschutzziele, der Luftgüteziele und einer leistbaren Mobilität", fordert Umweltlandesrat Rudi Anschober.

VCÖ, Land Oberösterreich und ÖBB­Postbus starten Mobilitätspreis Oberösterreich

Vorbildhafte Projekte, die den Energieverbrauch im Verkehr verringen und energiesparende Mobilität fördern, werden beim VCÖ­Mobilitätspreis 2010, der unter dem Motto „energy.change.mobility" steht, gesucht. Der VCÖ­Mobilitätspreis ist Oberösterreichs größter Wettbewerb für nachhaltige Mobilität und effizienten Transport und wird in Kooperation mit dem Land Oberösterreich und dem ÖBB­Postbus durchgeführt.

Am VCÖ-Mobilitätspreis Oberösterreich können Betriebe, Gemeinden, Unternehmen, Schulen, Universitäten und Organisationen aus Oberösterreich mit umgesetzten Projekten teilnehmen, die den Energieverbrauch des Verkehrs verringern. Für Privatpersonen gibt es einen eigenen Ideenwettbewerb. Erstmals können auch Videos beim VCÖ­Mobilitätspreis eingereicht werden.

VCÖ­Geschäftsführer Nowak nennt einige Beispiele für Projekte, die eingereicht werden können. „Betriebe, die Anreize bieten, damit ihre Angestellten klimafreundlich und energiesparend zur Arbeit zu kommen. Verkehrsunternehmen, die durch Angebotserweiterung mehr Fahrgäste gewinnen. Unternehmen, die Dienstreisen durch Videokonferenzen ersetzen oder ihre Transport­ und Logistiksysteme energieeffizient gestalten. Gemeinden, die durch kluge Raumordnung Wege verkürzen. Schulen, die energiesparende Mobilität im Unterricht thematisieren und fördern."

Chance auf zwei Auszeichnungen

Wer beim VCÖ-Mobilitätspreis ein Projekt einreicht, hat die Chance auf zwei Auszeichnungen: Zum einen kürt eine unabhängige Jury das beste Projekt des jeweiligen Bundeslandes. Zum anderen wird das beste Projekt Österreichs ausgezeichnet.

Vorjahressieger „3-Märkte-Bus"

Der VCÖ-Mobilitätspreis Oberösterreich wird heuer zum sechsten Mal durchgeführt. Gewonnen hat im Vorjahr der „3­Märkte­Bus" der Gemeinden Pregarten, Wartberg ob der Aist und Hagenberg im Mühlkreis. Der „3­Märkte­Bus". Pendlerinnen und Pendlern erreichen mit dem Märkte­Bus die Haltestellen, um dann mit der Bahn weiterreisen zu können. Der 3­Märkte­Bus ist mit der Summerauerbahn vertaktet und bietet in allen drei Gemeinden optimale Umsteigebedingungen zwischen Bus und Bahn.

Der Mobilitätspreis Oberösterreich wird auch vom Oberösterreichischem Verkehrsverbund und von der Energie AG OÖ unterstützt.

Einreichunterlagen zum Mobilitätspreis sind direkt im Internet unter www.vcoe.at erhältlich oder können beim VCÖ telefonisch unter (01) 893 26 97 oder per E-Mail unter vcoe@vcoe.at angefordert werden. Einreichschluss ist der 30. Juni 2010.

VCÖ: Zahl der privaten Pkw in Oberösterreich steigt

Jahr 2009: 692.000
Jahr 2008: 678.729
Jahr 2005: 659.834
Jahr 2000: 566.494

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2010

VCÖ: Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher fahren immer mehr mit dem Fahrrad

Jahr 2008: 307 Millionen Kilometer
Jahr 2007: 267 Millionen Kilometer
Jahr 2006: 247 Millionen Kilometer
Jahr 2005: 232 Millionen Kilometer

Quelle: VCÖ 2010

VCÖ: Immer mehr

Menschen sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs (Fahrgäste im Oberösterreichischen Verkehrsverbund pro Jahr)

Jahr 2008: 167,63 Millionen
Jahr 2007: 160,12 Millionen
Jahr 2006: 156,31 Millionen
Jahr 2005: 151,25 Millionen
Jahr 2000: 142, 12 Millionen

Quelle: OÖVB, VCÖ 2010

Die bisherigen Gewinner vom VCÖ-Mobilitätspreis Oberösterreich

Jahr 2009: 3-Märkte-Bus: Gemeinden Pregarten, Wartberg ob der Aist und Hagenberg im Mühlkreis
Jahr 2008: Verkehrsparen Traun: Stadtgemeinde Traun
Jahr 2007: „Nahversorgungskonzept": Regionalmanagement Oberösterreich
Jahr 2006: „Rad aktiv": Stadt Vöcklabruck Jahr 2005: „Mobilitätsmanagement": Johannes-Keppler­-Universität Linz



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