6 Januar 2017

3 Hauptziele für den Oö. Integrationsschwerpunkt 2017

> flächendeckend Deutsch lernen > konsequente Integration in den Arbeitsmarkt > Wohnmöglichkeiten für Asylberechtigte

 

Die erste der beiden großen Herausforderungen bei der aktuellen Fluchtbewegung wurde in OÖ sehr gut bewältigt: Aktuell finden 13.150 Schutzsuchende in OÖ ein menschenwürdiges Zuhause in einem der über 500 kleinen, dezentralen Quartiere. 85 % der Gemeinden beherbergen Asylwerber/innen, Oberösterreich erfüllt die Quote zu 100 %. Die zweite Herausforderung ist noch viel größer und wird das zentrale Schwerpunktethema 2017 - mit vielen Detailzielen, darunter drei besonders wichtigen Hauptzielen:

 

1.   Flächendeckend Deutsch lernen:

Erstmals wurden 2016 in Oberösterreich Deutschkurse auch schon für Asylwerber/innen gestartet, bereits mehr als 5000 lernen Deutsch schon während des Asylverfahrens. Anschober: "Früher war dies erst ab dem Asylbescheid möglich, nun nützen wir die oft viel zulange Wartezeit bis zum Bescheid sinnvoll, um rechtzeitig die Grundvoraussetzungen für Integration und Arbeitsplatz zu schaffen. Bis Ende 2017 wird es Angebote für Deutschkurse für alle Asylwerber/innen mit intakter Bleibechance geben. Gleichzeitig wird das Deutschtraining dank des Engagements der über 10.000 freiwilligen Helfer/innen auch in den Quartieren fortgesetzt, Prüfungsgebühren werden vom Land übernommen.“

 

2.   Intelligente Integration in den Arbeitsmarkt:

Neben den Sprachkenntnissen ist ein Job die zweite Säule der Integration. Anschober: "So weit wie möglich wollen wir Beschäftigung bereits für Asylwerber/innen ermöglichen - etwa durch gemeinnützige Beschäftigung (stundenweise Hilfstätigkeiten). 2016 konnten insgesamt 1500 Asylwerber/innen so einen Beitrag leisten. Dies wollen wir 2017 deutlich ausbauen. Darüber hinaus möchte ich die Zahl der Lehrverhältnisse von jugendlichen Asylwerber/innen von aktuell 129 (fast die Hälfte der bundesweiten Lehrverhältnisse!) deutlich erhöhen. Und wir wollen die Anerkennung der im Herkunftsland erworbenen Qualifikationen beschleunigen und die Konsequenzen aus dem oö. Qualifizierungscheck durch eine Qualifizierungsoffensive in Richtung des Bedarfs des oö. Arbeitsmarktes ziehen. Schließlich wollen wir den Druck auf die Bundesregierung erhöhen, damit die Zugangsmöglichkeiten zum Arbeitsmarkt auch für Asylwerber/innen entsprechend den von mir initiierten Beschlüssen von Landesregierung (Mangelberufe) und LandesintegrationsreferentInnenkonferenz geschaffen werden.“

 

3.   Schaffung von Wohnmöglichkeiten für Asylberechtigte:

4 Monate (in besonderen Fällen 12 Monate) nach einem positiven Asylbescheid müssen Asylberechtigte aus dem Grundversorgungsquartier ausziehen. Nun wird es aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation vielfach besonders herausfordernd, eigenen Wohnraum zu erreichen. Hier braucht es zusätzliche Angebote, auch um eine massive Zuspitzung am Wohnungsmarkt zu vermeiden. Derzeit werden von Expert/innen fünf Handlungsmöglichkeiten (z. B. die Nutzung von seit längerem leer stehenden Wohnungen von Gemeinnützigen Wohnbauträgern) untersucht, in den nächsten Monaten sollen dazu die politischen Entscheidungen fallen.

 

Anschober abschließend: "Ich freue mich darüber, dass meine beiden Neuerungen - Integration ab dem ersten Tag in der Grundversorgung und dezentrale Integration statt Zentralisierung - sowie die Notwendigkeit eines Schwerpunktes Integration in der Landespolitik von einer Mehrheit der Landesregierung und des Landtages unterstützt werden. Jetzt geht es um konsequente Umsetzung der Integrationsoffensive in den nächsten Jahren. Denn Integration ist ein Marathon und höchst notwendig, denn es geht um ein gutes Miteinander."

In Richtung EU will Anschober 2017 eine Initiative für mehr Europa im Bereich der Herausforderung der Fluchtbewegung erreichen - als ersten Schritt einen Finanzbonus (Solidaritätsbonus) für jene Mitgliedsstaaten, die Schutzsuchende aufnehmen, sowohl für die Finanzierung der Grundversorgung als auch der Integrationsmaßnahmen. Anschober: "Ziel muss sein, dass jene Mitgliedsstaaten, die Solidarität leben und viele Schutzsuchende aufnehmen, auch finanziell aus dem EU-Budget entsprechend unterstützt werden."