3 Juni 2019

Ergebnisse der ersten großen Klima-Umfrage in Oberösterreich

Welche Bedeutung die Oberösterreicher/innen dem Klimaschutz geben, welche Maßnahmen sie von der Politik einfordern & was jetzt geschehen muss

Die Ergebnisse der ersten großen Klima-Umfrage in Oberösterreich liegen vor und sind ein Aufschrei der Bevölkerung! Die Oberösterreicher/innen sind in Sorge und fordern mit großer Einigkeit Vorrang für den Klimaschutz und weitgehende Sofortmaßnahmen! Ein starker Handlungsauftrag an Bundes- und Landesregierung.

Im Auftrag des Klimaschutzressorts hat das SORA-Institut 700 repräsentativ ausgewählte Oberösterreicher/innen befragt. Nun liegt ein überraschendes Ergebnis vor: Die Oberösterreicher/innen sind - jeweils mit einer großer Mehrheit von 70 bis 94 Prozent „sehr“ und „ziemlich“ zustimmend - angesichts der Klimakrise besorgt, befürchten eine starke Zunahme extremer Witterungssituationen wie Dürre, Hitze und Hochwässer, sie sehen es höchst an der Zeit endlich zu handeln und verlangen, dass aktive Klimapolitik Vorrang im Handeln von Bundesregierung und Landesregierung haben soll. Mit großer Mehrheit fordern sie eine vollständige Umstellung auf Erneuerbare Energien, Milliardeninvestitionen in den Öffentlichen Verkehr, die Einführung eines preisgünstigen Österreich-Tickets für den Öffentlichen Verkehr und eine Klima-Steuerreform.

Anschober: „Das ist ein starker Handlungsauftrag an die Bundes- und Landespolitik, die in der Vergangenheit vielfach blockiert und gebremst hat und die Emissionen nicht verringern konnte. Es ist auch eine großartige Unterstützung für meine parteiunabhängige Allianz „Klimaschutz jetzt!“, die wenige Tage nach dem Start bereits von 4.000 Oberösterreicher/innen unterstützt wird. Die darin geforderten Maßnahmen werden in den nächsten Monaten von Bundesregierung und Landesregierung und auch in vielen Gemeinden beantragt und müssen zur Nachbesserung vollständig in den bis Jahresende an Brüssel zu liefernden ‚Nationalen Klimaplan‘ aufgenommen werden, um die Klimaziele zu erreichen und Milliarden an Strafzahlungen zu vermeiden!“

Die repräsentative Umfrage des renommierten SORA-Institutes wurde von Anfang April bis 3. Mai durchgeführt und zeigt, dass die Oberösterreicher/innen im Gegensatz zu großen Teilen der Politik längst verstanden haben, wie dramatisch die Klimakrise ist und wie notwendig weitgehende Handlungen sind. Die Umfrage gliedert sich in drei große Schwerpunktbereiche: Die Einschätzung der Klimakrise, die Notwendigkeit der Gegenmaßnahmen und welche konkreten Maßnahmen jetzt notwendig sind.

Teil 1: Wie die Oberösterreicher/innen die Klimakrise einschätzen

85 Prozent der Oberösterreicher/innen sind durch die Klimakrise besorgt, sogar 91 Prozent der befragten Frauen. Die Sorge zieht sich in dieser hohen Zustimmung quer durch alle Altersschichten, Regionen und Bildungsschichten:

88 Prozent der Oberösterreicher/innen erwarten durch die Klimakrise schlimme Hitzewellen, Stürme und Überschwemmungen:

Teil 2: Die Notwendigkeit von entschiedenen Maßnahmen gegen die Klimakrise

94 Prozent der Oberösterreicher/innen fordern: Eine aktive Klimapolitik ist nötig, damit auch unsere Kinder später eine lebenswerte Erde vorfinden!

Besonders spektakulär: Nur eine Minderheit von einem Drittel der Bevölkerung meint, dass es viel wichtigere Aufgaben in Österreich geben würde:

86 Prozent der Oberösterreicher/innen meinen, dass es in der österreichischen Klimapolitik höchste Zeit für aktives Handeln ist:

87 Prozent fordern, dass Österreich nicht riskieren darf, die Klimaziele zu verfehlen und Milliarden an Strafen zahlen zu müssen:

81 bzw. 82 Prozent der Oberösterreicher/innen fordern: Klimaschutz muss Vorrang im Handeln der österreichischen Bundesregierung und der Oberösterreichischen Landesregierung haben:

 

Teil 3: Was die Oberösterreicher/innen von der Klimapolitik vehement einfordern

81 Prozent der Oberösterreicher/innen fordern die vollständige Umstellung auf Erneuerbare Energie!

73 Prozent der Oberösterreicher/innen fordern Milliardeninvestitionen in den Öffentlichen Verkehr!

83 Prozent der Oberösterreicher/innen fordern ein preisgünstiges Österreich-Ticket für den Öffentlichen Verkehr!

78 Prozent der Oberösterreicher/innen fordern eine Klimaschutz-Steuerreform!

Anschober: „Das ist ein vehementer, lauter Aufschrei der Oberösterreicher/innen und viel Rückenwind für meine parteiübergreifende Klimaschutz-Initiative ‚Klimaschutz jetzt!‘ mit einer ganzjährigen Klimaschutzkampagne, fünf konkret geforderten - von der Klimaschutzreferentenkonferenz einstimmig beschlossenen - Maßnahmen zur Nachbesserung des österreichischen Klimaplans und einer Petition, die unmittelbar nach dem Start bereits von den ersten 4.000 Oberösterreicher/innen unterstützt wird!“ Alle Informationen und die Unterzeichnungsmöglichkeit zu finden auf: www.klimaschutzjetzt.at

Die 5 Maßnahmen:

1. Das Erreichen der Ziele des Pariser Übereinkommens soll als vorrangiges Verfassungsziel in der Bundesverfassung der Republik Österreich verankert werden.
Die Landesklimaschutzreferent/innenkonferenz wird sich ihrerseits um eine Verankerung des Klimaschutzes auch in den Landesverfassungen bemühen.

2. Vorrang für eine beschleunigte Energiewende: Sicherstellung eines funktionierenden Rechtsrahmens für 100 Prozent Erneuerbaren Strom bis 2030, 45 – 50 Prozent Erneuerbarer Energie am Brutto-Endenergieverbrauch bis 2030, 60 Prozent Erneuerbare Wärme bis 2030 und 100 Prozent Erneuerbare Energie bis 2050. 

3. Konsequente Einleitung der Mobilitätswende: Eine Milliarde Euro pro Jahr zusätzlich für den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs in urbanen Räumen plus eine Milliarde zusätzlich pro Jahr für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in ländlichen Regionen. Einführung eines preislich attraktiven, breit leistbaren Österreich Tickets für den gesamten Öffentlichen Verkehr, Umsetzungsstart Beginn 2020. Start einer Offensive für den Fuß- und Radverkehr. Lenkungsmaßnahmen im Sinne des Verursacherprinzips zur Verbesserung der Kostenwahrheit im Güterverkehr.

4. Streichung klimaschädigender Subventionen durch den Bund. Ökologische Modernisierung der Wirtschaft durch Stärkung von Bildung, Forschung und Innovation und Neuausrichtung des Steuer- und Fördersystems forcieren.
Die Landesklimaschutzreferent/innenkonferenz wird sich für die Streichung klimaschädigender Subventionen im Bereich der Länder einsetzen.

5. Umsetzung einer aufkommensneutralen ökosozialen Steuerreform im Jahr 2020. Klimaschädliches Verhalten wird belastet und klimaschützendes Verhalten belohnt - die Verwendung Erneuerbarer Energie, die Nutzung des Öffentlichen Verkehrs, biologische, regionale und saisonale Lebensmittel.

Die Landesklimaschutzreferent/innenkonferenz setzt sich ihrerseits für eine flächendeckende klimaschonende Raumordnungspolitik ein.

Die drohenden Strafgeldzahlungen ohne Nachbessern des österreichischen Klimaplans: