12 August 2017

Fipronil-Eierskandal: Bundesregierung muss beim EU-Krisengipfel im September lückenlose Kennzeichnung durchsetzen

Der Fipronil-Skandal wird immer umfassender: bereits 15 Staaten sind betroffen, zig-Millionen Eier sind belastet. Während österreichische Frischeier bisher völlig unbelastet sind, scheinen - wie der Fall der beiden Großhändler aus Oberösterreich zeigt – nach Österreich importierte und bereits verarbeitete Eier zum Teil betroffen zu sein. Die Endergebnisse der Rückholaktionen und der getesteten Proben sollen Anfang kommender Woche vorliegen.  

LR Anschober: „Wie bei allen Lebensmittelskandalen der letzten Jahre geht das Problem von der großindustriellen Massentierhaltung aus. Sicherheit und Transparenz für Konsument/innen setzt die Agrarwende weg von der Massentierhaltung und hin zu einer tiergerechten, kleinstrukturierten Landwirtschaft voraus. Und es braucht gerechte Preise für Lebensmittel-Produzent/innen und Wahlfreiheit für die Konsument/innen."

Daher fordert OÖs Konsument/innenschutz-Landesrat von der Bundesregierung eine Allianz mit anderen EU-Mitgliedstaaten für ein Durchsetzen einer lückenlosen Kennzeichnung von Eiern – egal ob frisch oder verarbeitet – beim geplanten EU-Krisengipfel im September.

LR Anschober: „Die Kennzeichnung von Frisch-Eiern in Österreich funktioniert hervorragend und hat sicherlich dazu beigetragen, dass die Frischeier aus Österreich bislang sauber sind. Dieses Prinzip muss nun auf verarbeitete Eier, z.B. in Nudeln, Backwaren oder – die aktuell betroffenen schon gekochten und geschälten Eier etc., ausgedehnt werden. Bei politischem Willen ist das technisch problemlos möglich. Mit diesem europaweiten Skandal liegt jetzt eine historische Chance für eine echte Reform vor – es liegt an der Bundesregierung, diese Chance zu nützen und konkrete Beschlüsse zu fassen. Jetzt!! Gleichzeitig sollte Österreich national die Herkunfts-Kennzeichnung von Eiern auf den Speisekarten einführen, so wie dies etliche Gastronomen freiwillig bereits tun."

LR Anschober abschließend: „Seit zehn Jahren liegt ein entsprechender Antrag der Grünen im Parlament und wird Jahr für Jahr vertagt. Damit muss jetzt Schluss sein. Bis zu den Nationalratswahlen braucht es den Grundsatzbeschluss der EU, die lückenlose Eier-Kennzeichnung einzuführen. Diese Krise muss für echte Verbesserungen genutzt werden, es braucht Beschlüsse statt Lippenbekenntnisse."