11 November 2016

Gleichstellung von Mann und Frau ist ein zentraler Schwerpunkt der oö. Integrationspolitik: Maßnahmenpaket für Schutz und Gleichstellung von geflüchteten Frauen

In Oberösterreichs Asylquartieren leben derzeit 4.573 Frauen aller Altersstufen, davon mehrere Hundert allein reisende. Obwohl die Flucht und das Ankommen in einem fremden Land für alle Menschen aufreibend und gefährlich sind, sind doch Frauen (und Kinder) oftmals besonderen Risiken ausgesetzt.

Das Integrationsressort setzt daher aktuell mit der Integrationsstelle OÖ, Trägerorganisationen und externen Einrichtungen ein Maßnahmenpaket für Schutz und Stärkung von Frauen auf der Flucht um. In dessen Mittelpunkt stehen das Thematisieren der Gleichstellung von Mann und Frau als unumstößliche Leitlinie des Lebens in Oberösterreich sowie optimierte Standards in den Quartieren, die Einrichtung weiterer reiner Frauenquartiere sowie Beratungsmöglichkeiten für geflüchtete Frauen.

 

Einige Beispiele des Schwerpunkts zu Stärkung und Schutz von Frauen:

  • Neue Broschüre „Hilfe für Frauen bei Gewalt und Krisen“ der Integrationsstelle OÖ: Verteilung an Asylwerberinnen, Frauen aus migrantischen Vereinen und Beratungsstellen, darin enthalten: Informationen zu verschiedenen Anlaufstellen bei akuter Gewalteinwirkung und allgemeine Frauen- und Familienberatungsstellen in verschiedenen Sprachen. Online unter www.integrationsstelle-ooe.at
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit sowie der Betreuer/innen und freiwilligen Helfer/innen in den Quartieren: Praxistage zu „Extremismus- und Radikalisierungsprävention“ und „Gewaltprävention und Konfliktdeeskalation“ für hauptamtliche Mitarbeiter/innen, um Know-how und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
  • Thematisierung der Gleichstellung von Mann und Frau als vorrangiges Thema bei allen Integrationsmaßnahmen für Frauen und Männer, zB. in Werte- und Deutschkursen: Welche Verhaltensformen zwischen Frauen und Männern sind in Österreich ganz normal, was ist verboten (z.B. Zwangsheirat oder Menschenhandel).
  • Gemeinsam mit diversen Einrichtungen kommt es verstärkt zur Integrationsarbeit mit Frauen. Von Arbeitsmarkt über Familienleben und Gesundheitssystem bis hin zu Betreuungsmöglichkeiten, Wohnraumsuche und Weiterbildung müssen entsprechende Maßnahmen zur bestmöglichen Integration umgesetzt werden.
  • Optimierung der Vorkehrungen zum Schutz von Frauen in Asylquartieren: Heute ist es Vorgabe, dass für Männer und Frauen (Ausnahme Familien) versperrbare, getrennte Schlafräume und Sanitärbereiche vorliegen. Diese Standards werden stetig überprüft und ausgebaut. Im Zuge einer internen Datenerhebung ab Jänner soll ein Fragebogen von Ist OÖ, GVS OÖ und NGOs weitere Daten zu Übergriffen auf geflüchtete Menschen bringen, als Basis für weitere bedarfsorientierte Präventionsangebote.
  • Einrichtung eines ersten Quartieres nur für Frauen, weitere sind derzeit in Planung
  • Beratung für bedrohte Frauen: z.B. Gewaltschutzzentrum OÖ (0732/ 607760), Frauen-Helpline 0800/222555
  • Kontakt und Schulung mit der Landespolizei OÖ: Im Zuge der Kompetenz- und Lagezentren Migration wurden je Asylquartier zuständige Exekutivbeamten auserkoren zur regelmäßigen Aufklärung und Bearbeitung von Problemfällen vor Ort. Zusätzlich sollen nun Kontaktbeamte für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Workshops zu relevanten Gewalt-Themen abhalten.