6 März 2019

Große Mehrheit der Österreicher/innen will Mehrweg-Flaschen - jetzt braucht es endlich Regelung

Ergebnis der Greenpeace Umfrage ist klarer Auftrag an Bundesregierung endlich Maßnahmen für Stärkung des Mehrweganteils zu ergreifen

Eine deutliche Sprache spricht das Ergebnis der repräsentativen Telefonumfrage von Greenpeace: vier von fünf Österreicher/innen wünschen sich eine größere Auswahl an wiederbefüllbaren Getränkeverpackungen. „Diesen klaren Auftrag kann man nicht einfach ignorieren – es braucht ein umfassendes Programm für Mehrweg bei Getränkeverpackungen – unter anderem durch die Einführung eines Pfandsystems oder einer verbindlichen Mehrweg-Quote für Getränkeverpackungen“, findet Landesrat Rudi Anschober klare Worte.

Die umweltfreundliche Mehrweg-Pfandflasche wird durch Dosen, Plastik- und Glas-Wegwerf-Flaschen immer mehr aus den Regalen der Supermärkte verdrängt. Der Mehrweganteil befindet sich auf einem historischen Tiefstand von etwa 18 Prozent (Quelle: Bericht Nachhaltigkeitsagenda 2017, ohne Fass und Container). Seit dem Beginn der so genannten freiwilligen Selbstverpflichtung von Industrie und Handel zur Förderung von Mehrwegflaschen, ist der Mehrweganteil bei Getränkeverpackungen dramatisch gesunken. Wurden Mitte der 1990er Jahre noch fast alle Mineralwasserflaschen sowie mehr als die Hälfte aller Limonaden in Mehrweg-Pfandflaschen verkauft, so sind die Mehrweganteile seither immer weiter gesunken.

Ökobilanzen belegen den Umweltvorteil von Mehrwegflaschen aus Glas und PET gegenüber den Einwegvarianten: Mehrweg bedeutet Ressourcenschutz durch Abfallvermeidung. Die Flaschen können zwischen 25 und 50 Mal wiederbefüllt und im Anschluss recycelt werden. (Quelle: Müll und Abfall, 5/17, 249). Die besten Umweltwerte werden durch den Verkauf regionaler Mehrwegverpackungen mit entsprechend niedriger Transportentfernung erreicht.

„Die Steigerung des Anteils von Mehrweggetränkeverpackungen kann durch ein gut durchdachtes Pfandsystem geschafft werden. Auch verbindliche Mehrwegquoten können dazu beitragen und würden auch eine Steigerung der sortenreinen Sammlung sowie eine Reduktion des Litterings bei Getränkeverpackungen zur Folge haben – das zeigen Positivbeispiele weltweit (39 Pfandsysteme)“, fasst Landesrat Rudi Anschober die notwendigen Maßnahmen zusammen.