20 Dezember 2016

Neue Initiative: Oberösterreich sagt DANKE. Über 10.000 Freiwillige unterstützen die Integration der Flüchtlinge in OÖ tagtäglich. Was sie leisten und wie sie unterstützt werden.

Bisher haben wir die Herausforderungen, die die Fluchtbewegung aus Kriegsgebieten nach OÖ mitgebracht hat, sehr gut bewältigt. Hauptverantwortlich dafür ist eine breite Allianz des Zusammenhelfens NGOs, Bildungsinstitutionen, Kirchen, Gemeinden, Behörden und einer großartigen Zivilgesellschaft, die Integration aktiv mitgestalten. Einzigartig in ganz Europa haben 2015 und 2016 Hunderttausende auf irgendeine Art geholfen, weit über 10.000 Helfer/innen sind heute aktiv.

Integrations-Landesrat Rudi Anschober: „In den nächsten Tagen bis Jahresende möchte ich durch eine Kampagne diesen Helfer/innen meine besondere Wertschätzung ausdrücken und Danke sagen. Im Rahmen dieser Kampagne werden Helfer/innen durch insgesamt neun Videoclips auf Facebook und Twitter vor den Vorhang geholt, als gute Beispiele präsentiert und zur Nachahmung empfohlen. Ich sage DANKE und BITTE. Danke für das großartige Engagement und BITTE machen Sie weiter und machen auch Sie mit. Und das gelingt bisher sehr gut: Die Zahl der Engagierten ist beeindruckend.“

LR Anschober bietet der Zivilgesellschaft bei ihrem Engagement vielfältige Unterstützung und Stärkung an und bindet sie in alle Bereiche der Integrationsarbeit ein.

Anschober: „Ab heute heißt es 10 Tage lang Danke und Bitte – damit unser Netzwerk der Integration noch enger geknüpft werden kann.“

 

Kampagne „Videos Integration“ zeigt „große Herzen“ in OÖ: Danke

Nirgendwo in Europa gibt es so viele Menschen, die bei der Integration mithelfen. Viele Helfer/innen der ersten Stunde in Nickelsdorf, an den Bahnhöfen oder den Grenzübergängen in OÖ haben heute ihre freiwillige Tätigkeit rund um eines der gesamt 526 Quartiere in rund 85% der oö. Gemeinden gefunden. Es wurden Vereine und Initiativen gegründet, die heute den Tagesablauf der Flüchtlinge gemeinsam mit den Quartiergebern mitgestalten. Das Aufgabengebiet ändert sich, z.B. hin zu Deutschlernen, Interviews für den Bescheid, Patenschaften, Job- oder Wohnungssuche – die Helfer/innen aber bleiben eine starke Stütze für die Betroffenen, aber auch für Politik und Gesellschaft.

Zehn Videoclips, neun mit Freiwilligen und eines von LR Anschober sind ab heute auf zusammenhelfen.ooe.gv.at und auf den Facebook- und Twitter-Accounts von LR Anschober und ZusammenHelfen in OÖ in den nächsten Tagen nach und nach sichtbar.

Im folgenden Videoclip zeigt uns Helga, wie sie sich als Patin für einen jungen Afghanen sowie in ihrem Sprachcafé engagiert.
www.zusammenhelfen.ooe.gv.at

LR Rudi Anschober: „Die Videoclips geben einen Einblick in Motivation und Alltag der Helfer/innen. Ein herzliches Dankeschön für dieses vielfältige Engagement. Wir brauchen jede und jeden Einzelne/n weiterhin, sie sind die idealen Brücken zur sozialen Integration in den Gemeinden. Meine Bitte: Weitermachen! Vielleicht ein guter Vorsatz für 2017: Wenn Sie nach einer Unterstützung im sozialen Bereich denken, freuen sich v.a. junge Flüchtlinge über Pat/innen zum regelmäßigen Treffen und Austausch, etwa über die Projekte Projekte Amigo oder dUNDu.“

 

Zivilgesellschaft in OÖ in allen Bereichen der Integration aktiv

OÖ stützt sich bei der Integrationsarbeit auf ein klar strukturiertes Netzwerk Integration mit klaren Aufgaben und klarer Verantwortung, in allen Bereichen ist die Zivilgesellschaft integriert:

Abb.: Organigramm der Stakeholder in der Flüchtlingshilfe

Die Steuerungsgruppe des Landes steht im Mittelpunkt, wird zweiwöchentlich von LR Anschober geleitet und dient als Info-Drehscheibe, fixiert zentrale Maßnahmen und koordiniert die landes-weite Umsetzung von Integration. Sie setzt sich aus Vertreter/innen der Landes-Fachdienststellen (Grundversorgung, Integration, Wirtschaft, Bildung), dem Landesamtsdirektor, des Landeshauptmannes, des Wirtschaftslandesrates, des Bildungslandesrates,  des Bundesministeriums für Inneres,  des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl, den Bezirkshauptmannschaften, der Landespolizeidirektion, des Büros der Stadträtin für Integrationsangelegenheiten, des Magistrats der Stadt Linz, des Landesschulrates, der in der Flüchtlingsbetreuung tätigen NGOs (Volkshilfe, Caritas, Diakoniewerk, Rotes Kreuz, SOS-Menschenrechte, Noah Sozialbetriebe, pro mente, Arbeiter-Samariter-Bund), den Regionalen Kompetenzzentren für Integration und Diversität (ReKis), der Plattform ZusammenHelfen in Oberösterreich – Gemeinsam für geflüchtete Menschen und des Arbeitsmarktservices zusammen.

In den Bezirks-Steuerungsgruppen arbeiten die BHs gemeinsam mit AMS, NGOs, ReKIs u.a. von der Quartiersuche bis zur Umsetzung der Integrationsarbeit in ihrem jeweiligen Bezirk (nicht operativ) zusammen.

Regionale Kompetenzzentren für Integration und Diversität sind Fachberater/innen für Integration vor Ort und unterstützen die Arbeit in jedem einzelnen Bezirk in OÖ. Sie stehen auch den Gemeinden beratend zur Seite und leisten wertvolle Vernetzungsarbeit.

Gemeinden als Ort der Integration: In 180 Gemeinden wurden bereits im Zuge der Schaffung der Quartiere auch Steuerungsgruppen eingerichtet, als Ansprechpartner für sämtliche Anliegen.

Über 10.000 Helfer/innen sind in OÖ für die Integration aktiv und stellen vielfach die Brückenbauer/innen in den Gemeinden dar. Als Anlaufstelle helfen ZusammenHelfen in OÖ und die Integrationsstelle OÖ. Die Helfer/innen sind für die Integration von entscheidender Bedeutung.

NGOs haben sowohl in der Grundversorgung als auch bei der Integration mit Kompetenz und Engagement wesentliche Bedeutung und sind ein besonders wichtiger Partner.

 

Allianz „ZusammenHelfen in OÖ – gemeinsam für geflüchtete Menschen“

Ende 2015 wurde von Integrations-Landesrat Anschober die Initiative „ZusammenHelfen in OÖ – gemeinsam für geflüchtete Menschen“ ins Leben gerufen. Damit wurde eine breite Allianz der Menschlichkeit gegründet, die sowohl Quartiersuche als auch Integration unterstützt und mitträgt. In ihr sind die NGOs und Hilfsorganisationen, die Kirchen, die Bildungseinrichtungen, die Sozialpartner, die Städte und Gemeinden und viele andere mehr zusammengeschlossen. Große Unterstützung kam stets von der Exekutive.

Für die Initiative „ZusammenHelfen in OÖ“ wurde auch eine zentrale Anlaufstelle für alle Interessierten und Engagierten etabliert, die für Freiwillige, Initiativen, Vereine, Gemeinden usw. als Wissens- und Kommunikations-Drehscheibe dient:

Die Website zusammenhelfen.ooe.gv.at bündelt sämtliche Informationen und Aktivitäten rund um das Thema „Gemeinsam für geflüchtete Menschen“ – fast täglich werden neue aktuelle Infos, häufige Fragen & Antworten, wichtige Links und Infomaterial für die Unterstützung von Freiwilligen und Flüchtlingen online gestellt.

Für sämtliche Fragen steht auch das Info-Telefon von "ZusammenHelfen in OÖ" bereit unter 0732 / 770 993 oder die Mailadresse zusammenhelfen@ooe.gv.at

 

Initiativen-Befragung im Laufen

Die Befragung der Initiativen startete am 23. November 2016 mittels eines Online-Fragebogens von „ZusammenHelfen in OÖ“ und wird noch bis Jänner 2017 durchgeführt. Schon jetzt haben rund 60 Initiativen an der Online-Befragung teilgenommen. Ziel ist eine flächendeckende Erfassung aller Initiativen in Oberösterreich, die sich freiwillig in der Flüchtlingshilfe engagieren.

Der Inhalt der Befragung dreht sich direkt um die aktuelle Situation der Initiativen. Neben demographischen Angaben, werden auch Fragen bezüglich des Gründungsjahrs, der Anzahl der Freiwilligen, den Aktivitäten und Projekten, sowie Verbesserungsvorschlägen gestellt. Zusätzlich wird auch speziell nachgefragt, ob bestehende Angebote von den Regionalen Kompetenzzentren für Diversität und Integration, sowie der Integrationsstelle OÖ genutzt werden und ob die Plattform „ZusammenHelfen in OÖ – Gemeinsam für geflüchtete Menschen“ bereits bekannt ist.

Nach Einverständnis der Initiativen, werden alle Daten in Form einer interaktiven Landkarte dargestellt, um einen anschaulichen Überblick der Initiativen zu erhalten.

 

Unterstützung und Tools für die Freiwilligen der Flüchtlingshilfe

Ein Schulterschluss aller beteiligten Menschen, Organisationen, Behörden und Einrichtungen in der Integrationsarbeit ist unumgänglich. Folgende Anlaufstellen, Angebote und Initiativen sollen Vernetzung und Know-how-Weitergabe ermöglichen:

  • ZusammenHelfen in OÖ: zusammenhelfen.ooe.gv.at
  • Integrationsstelle OÖ: integrationsstelle-ooe.at
  • Regionale Kompetenzzentren für Integration und Diversität „ReKIs“: eingerichtet von Caritas und Volkshilfe je Bezirk

Auf Initiative der Ist OÖ wurden Expert/innenpools zu verschiedenen Themenbereichen eingerichtet, etwa Arbeitsmarkt, Freiwilligenarbeit, Rechtsinfo, Bildung, Sprachförderung oder Umgang mit Traumatisierung. Die Workshops werden – nach Anfrage – bezirksweise angeboten, können aber auf Anfrage auch konkret in einer Gemeinde stattfinden – und sind kostenlos.

Regelmäßige Fachkonferenzen wie die Integrationskonferenz, die Konferenz der Integrationsbeauftragten der Gemeinden, die HelferInnenkonferenz, die Quartiergeber-Konferenz etc. vernetzen alle Beteiligten, geben Ideen und vermitteln Inhalte.

Newsletter „Integration“ von LR Rudi Anschober mit monatlich neuen Infos zu Integration & Asyl in Oberösterreich – aktuelle Entwicklungen, Hintergrundinfos, neue Initiativen und Tipps zu Artikeln und Broschüren hilfreich für die tägliche Arbeit.
Anmeldung über www.anschober.at > Asyl & Integration

Sämtliche Broschüren zu relevanten Themen im Bereich der Flüchtlingshilfe stehen unter zusammenhelfen.ooe.gv.at zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Für den konkreten Tätigkeitsbereich helfen der neue Wegweiser „Integration & Arbeit“ unter www.wegweiser-integration-arbeit.at von AMS OÖ und Land OÖ zu Anlaufstellen für Asylwerber/innen, Asylberechtigte und Migrant/innen für deren Weg in den Arbeitsmarkt weiter oder auch die erstmalige Übernahme von Deutsch-Prüfungsgebühren, um z.B. nach einem privaten Sprachkurs dennoch ein Zertifikat für das erreichte Sprachniveau zu erhalten.

 

Anlaufstellen bei Interesse zum Mithelfen

Bei Interesse an einer allgemeinen Mithilfe:

  • zusammenhelfen.ooe.gv.at
  • Anfrage bei Gemeinde oder Initiative in der Heimatgemeinde   

 

Bei Interesse an Patenschaften mit Flüchtlingen:

  • Projekt „Amigo“ zur Begleitung von Flüchtlingen und Migrant/innen und „Amigo@work“ speziell zum Kennenlernen des Arbeitsmarktes von SOS Menschenrechte, http://www.sos.at/index.php?id=46