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©Werner Dedl

12 März 2019 ,

Oberösterreichs Klimaschutzbewegung wächst: Schüler/innen von „Fridays for Future“, Unternehmer/innen und Gemeinden werden aktiv

Und: Die Pläne für den weltweiten Aktionstag der Schüler/innen am Freitag und was sich in OÖ tut

Der letzte Sommer mit hohen Temperaturen und starker Dürre hat gezeigt, dass die Klimakrise auch in Oberösterreich spürbar geworden ist. Es braucht daher einen konsequenten schrittweisen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern, durch eine raschere Energiewende, durch die rasche Einleitung einer Verkehrswende, durch den Ausstieg aus der Subvention von Klimazerstörung und durch eine umfassende ökosoziale Steuerreform. Die gute Nachricht: In Oberösterreich und an vielen anderen Orten beginnt eine starke Klimaschutzbewegung zu wachsen, die den Klimaschutz beginnt umzusetzen und die von der Politik Klimaschutz einfordert. Auch in Oberösterreich bewegt sich viel: Oberösterreichs Klimaschutzbewegung wächst und wird immer stärker. Und auch die Jugend wird aktiv: Nach dem Vorbild und als Teil von „Fridays for Future“ demonstrieren junge Menschen, Schüler/innen und Student/innen jeden Freitag auch in Oberösterreich, für den Klimaschutz und gegen den sorglosen und rücksichtslosen Umgang mit der Natur. Und diesen Freitag könnten die Demonstrationen weltweit - und auch in Linz - die bisher größten werden. Auch immer mehr Gemeinden, Betriebe, Bildungseinrichtungen und Pfarren leisten einen wichtigen Beitrag für den Umweltschutz in unserem Land.  

Die Zahl der Mitglieder des Klimabündnis-Netzwerks Oberösterreich ist beeindruckend und zeigt den hohen Stellenwert von Klimathemen in der oberösterreichischen Gesellschaft: 

  • Bereits 291 Klimagemeinden setzen klimafreundliche Maßnahmen für ihre Gemeinde – von A wie Adelwang bis Z wie Zwettl an der Rodl.
  • 719 klimafreundliche Betriebe sind dem Klimabündnis OÖ beigetreten und leisten durch nachhaltiges und innovatives Wirtschaften einen essentiellen Beitrag für die Umwelt.
  • 210 Schulen und Bildungseinrichtungen sind Teil des Klimabündnisses und übernehmen damit eine Vorreiterrolle und Vorbildfunktion in Sachen Umwelt und Bildung ein.
  • 32 Pfarren sind derzeit Mitglied des Klimabündnis-Netzwerks. Heuer stehen 10 weitere Pfarren vor dem Beitritt.

Weltweit, in Europa, in Österreich und Oberösterreich gehen junge Menschen am 15. März, dem weltweiten Aktionstag der Initiative „Fridays for Future“, für ihre Zukunft und für den Klimaschutz auf die Straße. Auch in Linz wird am Freitag wieder unter dem Motto „Fridays for Future“ für konsequenten Klimaschutz demonstriert, Treffpunkt ist um 11.00 Uhr am Hauptplatz. Landesrat Anschober empfiehlt den Schüler/innen in Oberösterreich eine einvernehmliche Vorgangsweise mit den Schuldirektionen bzw. Klassenvorständen. www.fridaysforfuture.at 

„Immer größere Teile der oberösterreichischen Bevölkerung machen sich gemeinsam für den Klimaschutz stark und wirken der Klimakrise entschlossen entgegen. Gemeinden, Betriebe und die junge Generation zeigen vor, wie man wirkungsvolle Maßnahmen setzen und auf die Problematik aufmerksam machen kann. Es ist eine wirkliche Hoffnung, dass immer mehr Jugendliche ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen und sich aktiv für eine Klimaschutzoffensive einsetzen. Das Engagement dieser jungen Menschen für den Klimaschutz ist beachtlich und wird Bewegung in die Klimapolitik bringen. Die Politik muss nun handeln und endlich Maßnahmen setzen, um die Pariser Klimaziele noch zu erreichen. Nur so ist die Zukunft unserer Kinder gesichert, appelliert Landesrat Rudi Anschober

Gemeinsam mit vielen jungen Menschen in Europa und auf der ganzen Welt fordert die Initiative „Fridays for Future“ eine mutige Klimapolitik ein. Auch Wissenschaftler/innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz solidarisieren sich mit „Fridays for Future“. Die Anliegen der Schüler/innen seien „berechtigt und gut begründet“, heißt es in dem Aufruf, den bisher über 700 Wissenschaftler/innen unterzeichnet haben.

„Wir von ‚Fridays for Future‘ verlangen von unserer politischen Vertretung, sich den Vereinbarungen im Klimavertrag von Paris verpflichtet zu fühlen und schnelle, weitreichende und beispiellose Maßnahmen der Umweltschutzpolitik im Einklang mit dem 1,5°C-Ziel und globaler Klimagerechtigkeit einzuleiten“, sagt Ida Berschl, eine Initiatorin der Klimakundgebung in Linz.

„Wirksame Klimaschutzmaßnahmen zu setzen, wurde jahrelang verabsäumt. Die Treibhausgas-Emissionen sind von 2016 auf 2017 sogar neuerlich weltweit und auch in Österreich gestiegen. Jetzt muss dringend gehandelt werden und endlich mit konkreten Maßnahmen, wie dem Ausbau des ÖV, einer ökosozialen Steuerreform, Beschleunigung der Energiewende, etc. gegengesteuert werden“, sagt Landesrat Anschober.

Gemeinden, Betriebe, Bildungseinrichtungen und Pfarren setzen in OÖ auf Klimaschutz

Das Klimabündnis ist das größte kommunale Klimaschutz-Netzwerk Österreichs. In Oberösterreich haben sich bisher über 291 Gemeinden, 210 Bildungseinrichtungen und mehr als 719 Betriebe der Partnerschaft untereinander und mit den indigenen Völkern Amazoniens angeschlossen, um gemeinsam den Regenwald zu erhalten und mit lokalem Engagement CO2- Emissionen zu senken. 32 Pfarren sind derzeit Mitglied des KlimabündnisNetzwerks. Heuer stehen 10 weitere Pfarren vor dem Beitritt.

Klimabündnis Gemeinden in Oberösterreich

291 Klimabündnis-Gemeinden sind im Klimaschutz aktiv. Das Klimabündnis betreut die Gemeinden in den Bereichen Klimaschutz, Klimagerechtigkeit und Klimawandelanpassung und bietet den Gemeinden:

  • Erstberatung bei Beitrittsinteresse
  • Wettbewerbe und Kampagnen
  • Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit
  • Vorträge, Filme, Ausstellungen
  • Lehrgänge & Weiterbildungen

Klimabündnis-Gemeinde Gallneukirchen

  • Seit 1998 Klimabündnisgemeinde
  • Gallneukirchen ist sehr innovativ und greift immer wieder neue Themen auf: Autofreier Tag, Klimagenusswochen, usw.
  • FAIRTRADE Gemeinde, Bodenbündnisgemeinde, bienenfreundliche Gemeinde

Klimabündnis-Gemeinde Hörsching

  • sehr junge Klimabündnisgemeinde
  • Arbeitskreisgründung und Planung verschiedener Aktivitäten
  • Klimacheck für Gemeindegebäudegeplant, die NMS Hörsching wurde als Partner im Netzwerk Klimabündnis gewonnen
  • starten voller Elan mit einem Projekt im Bereich Ressourcenverbrauch

Klimabündnis-Betriebe

Klimabündnis-Betriebe in Oberösterreich bekennen sich zu nachhaltigem Handeln, verantwortungsvollem Umgang mit Ressourcen und zu ihrer sozialen Verantwortung. Wie gelungen sich Klimaschutz und Unternehmertum ergänzen lassen, unterstreichen die derzeit rund 719 Betriebe im oö. KlimabündnisNetzwerk. Diese nachhaltig geführten Betriebe kommen aus den LR Rudi Anschober Seite 5 Pressekonferenz am 12.03.2019 unterschiedlichsten Branchen und haben sich dem Verbessern ihrer eigenen Klimabilanz verschrieben: Gemeinsam mit dem Klimabündnis haben sie Maßnahmen erarbeitet, die sie schrittweise umsetzen. Vorteile für Betriebe und Unternehmen sind:

  • Klima-Check: Ganzheitliche und individuelle Analyse aller relevanten Betriebsbereiche (Kommunikation/Motivation, Mobilität, Beschaffung, Gebäude, Energie, Abfall)
  • Fahrplan: Erarbeiten konkreter, betriebsspezifischer Ziele und Maßnahmen zu Energieeinsparung und CO2-Reduktion
  • Image: Gewinn durch umweltfreundliches Handeln. Nutzung der Wortbildmarke „Wir sind Klimabündnis-Betrieb“ in der Öffentlichkeitsarbeit (Homepage, Briefpapier, usw.)
  • Netzwerk: Aufnahme in ein Netzwerk von mehr als 1.000 KlimabündnisBetrieben in Österreich
  • Service: Aktuelle Informationen, Fördertipps, Fortbildungsmöglichkeiten, Vortrags- und Workshop-Angeboten
  • Förderung: Nur ein geringer Selbstbehalt, da die Beratung durch die Betriebliche Umweltoffensive (BUO) des Landes Oberösterreich in Kooperation mit dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus gut gefördert wird.

Klimabündnis-Betrieb BG Graspointner aus Oberwang

BG Graspointner aus Oberwang ist ein innovativer Betrieb, welcher Betonfertigteile primär für Oberflächenentwässerung herstellt und seit fünf Jahren zertifizierter Klimabündnis-Betrieb ist. Ein wesentliches Produkt sind Rinnen zur Wasserabfuhr für den Straßenbau. Dazu wurde ein Material entwickelt, welches sich Filcoten nennt. Das ist ein Hochleistungsbeton mit besonders stabilen Eigenschaften. Da die Teile sehr leicht sind, können wesentlich mehr auf einen LKW geladen werden. Somit wird beim Transport sehr viel Treibstoff eingespart. Das Produkt ist zudem schadstofffrei und zu 100% recyclierbar. Das Unternehmen legt großen Wert darauf, dass die Rohstoffe möglichst kurze Lieferwege haben, also aus der näheren Region kommen. Das Verwaltungsgebäude wird mit Holz-Hackschnitzeln aus dem Abfall des Nachbar-Betriebes beheizt, zudem wird eine PV-Anlage errichtet, welche ein Drittel des benötigten Stromes produzieren wird. Das Unternehmen wird gänzlich mit 100% Ökostrom versorgt.

Bildungseinrichtungen im Klimabündnis

Klimaschutz macht Spaß. Klimaschutz begeistert schon unsere Kleinsten. Und Klimaschutz ist ansteckend. Genau dieses Lebensgefühl wird in KlimabündnisBildungseinrichtungen vermittelt. Die Kinder und Jugendlichen lernen und erfahren, was sie in ihrem Umfeld und in ihrem Alltag in der Praxis machen können. Die Partnerschaft mit indigenen Völkern im Amazonas-Regenwald sorgt aber auch dafür, dass sie über den eigenen Tellerrand hinaus schauen. Klimabündnis-Bildungseinrichtungen spielen durch ihre enge Kooperation mit den Gemeinden zudem eine wichtige Rolle auf lokaler Ebene.

Klimabündnis-Bildungseinrichtungen bekennen sich:

  • sich ganzheitlich mit klimarelevanten Themen zu beschäftigen
  • gemeinsam mit den Kindern neue Wege zu klimaschonendem Handeln zu suchen
  • die Klimaschutz-Aktivitäten der Gemeinde zu unterstützen
  • Kulturen der Länder des Südens, insbesondere die KlimabündnisPartner/innen in Amazonien, kennenzulernen und zu unterstützen  ein Klimabündnis-Team zu bilden und eine/n Koordinator/in zu nominieren
  • jährlich über die Aktivitäten zu berichten

NMS Altmünster

In der NMS Altmünster herrscht ein sehr wertschätzendes Klima - gegenüber den Schüler/innen und der Umwelt. Das Thema Klimaschutz liegt ihnen sehr am Herzen, da es um die Zukunft der Kinder geht und dies die Basis für eine lebenswerte Zukunft ist. 18 Schüler/innen aller Schulstufen wurden im Februar zu Green Peers ausgebildet. Sie erhielten Grundlagen zum Thema Klimawandel und Klimaschutz um auch ihre Mitschüler/innen über das Thema informieren zu können und verschiedenste Aktivitäten zum Klimaschutz in der Schule durchzuführen. Es gibt eine faire Bio-Jause, einen Verkauf von fair gehandelten Produkten beim Schulbuffet, Schüler/innen werden motiviert umweltfreundlich in die Schule zu kommen und das Thema Energiesparen wird sehr ernst genommen.