9 August 2017

Pestizid-Skandal in Eiern zeigt einmal mehr die Notwendigkeit nach mehr Transparenz für Verbraucher/innen

Nach den Funden von mit dem Insektizid Fipronil belasteten Eiern und Eiprodukten in Deutschland, den Niederlanden und Belgien gibt es derzeit für Österreich keinerlei Hinweise auf einen Einsatz dieses für die Nutztierhaltung verbotenen Mittels in der Geflügelhaltung. Verstärkte Kontrollen und Probenziehungen durch die Lebensmittelaufsicht werden durchgeführt.

Konsument/innenschutz-Landesrat Rudi Anschober: „Der Fipronil-Skandal zeigt, dass wir auch bei der Kennzeichnung im Sinne der Transparenz für die Verbraucher/innen noch weitere Schritte dringend brauchen! Aktuell kann die Herkunft von für in Produkten verarbeitete und in der Gastronomie verwendete Eier und Eiprodukte von den Konsument/innen nämlich nicht nachvollzogen werden. Dass diese transparente Darstellung von Herkunft und Haltungsform aber möglich ist, zeigt die vorbildliche Kennzeichnung von Frischeiern in Österreich, die auf die Schale aufgestempelt wird.“

 

Vorbild: Kennzeichnung bei Frischeiern

In Österreich werden durchschnittlich 230 Eier pro Kopf und Jahr gegessen.
Bei Frischeiern können Konsument/innen durch das Einkaufsverhalten aktiv entscheiden, wie die Hennen leben dürfen: Ein Blick auf die Kennzeichnung direkt auf den Eierschalen ermöglicht es, Herkunftsland und Haltungsform zu erfahren und damit bewusst tierfreundlich und umweltfreundlich einzukaufen.

 

Aufholbedarf: Eier in verarbeiteten Produkten und in Großküchen

Jedoch werden rund 60 % aller Eier verarbeitet, ob in der Gastronomie, in Großküchen oder über die Lebensmittelindustrie, als „anonyme“ Zutat. Hier zählt oftmals vor allem der Preis. Besonders günstig sind Eier aus Drittländern, deren nationalen Bestimmungen nicht einmal den ausgestalteten Käfig vorschreiben. Obwohl die konventionelle Käfighaltung in der EU seit 2012 verboten ist, sind Eier aus dieser Haltungsform nach wie vor auch in Österreich im Umlauf – etwa verarbeitet in Kuchen, Nudeln und anderen Produkten. Zehntausende Tonnen an Eiprodukten gelangen aus China, Singapur und Mexiko auf den europäischen Markt.

Konsument/innenschutz-Landesrat Rudi Anschober: „Hier gibt es Aufholbedarf! Damit der bewusste Einkauf und Genuss für Konsument/innen auch über die Frischeier hinaus möglich ist, fordere ich eine Kennzeichnung der Herkunft und Haltungsform auch bei eihaltigen Produkten sowie in der Gastronomie bzw. in der Gemeinschaftsverpflegung, wo immer mehr Menschen täglich ihr Essen einnehmen. Nur so hat der/die Konsument/in Wahlfreiheit und Transparenz.“