11 Oktober 2017 ,

Schmetterlinge in Gefahr - wo sind die Falter hin?

Ursachen und Maßnahmen gegen das große Insektensterben - Forderung nach Aus für Umweltgifte

Pressekonferenz mit Landesrat Rudi Anschober und Dr. Peter Huemer, Schmetterlingsforscher, Kustos der Naturwissenschaftlichen Sammlungen der Tiroler Landesmuseen

Internationale Wissenschafter/innen warnen davor, dass die Artenvielfalt durch das Ausräumen der Landschaften, durch den Klimawandel und die Intensivierung der Landwirtschaft samt massivem Einsatz von Risikopestiziden, wie Glyphosat, Neonics und Co massiv verringert würde. Wichtig ist nun neben einer Korrektur dieser drei negativen Entwicklungen auch ein umfassendes Monitoring, um die Entwicklung besser dokumentieren zu können und auf dieser Basis Konsequenzen rascher verwirklichen zu können.

Die oö. Imker haben ihre Erfahrungen zum Bienensterben schon dargelegt, samt Auswirkungen wie etwa der fehlenden Bestäubung von Nutz- und Zierpflanzen. Es geht aber nicht nur um einzelne Arten: Hummeln, Wespen, Schmetterlinge, Nachfalter, Schwebfliegen, Fliegen und Mücken, Käfer, Wildbienen, Libellen u.a. sind betroffen.

Besonders betroffen sind neben der Honigbiene auch die Wildbienen sowie Schmetterlinge, die auf Umweltgifte besonders empfindlich reagieren – Schmetterlingsforscher Dr. Peter Huemer zeigt heute die Fakten, Auswirkungen und Schutzmöglichkeiten.

Betroffen sind aber auch Vögel, wie der "Farmland Bird Index für Österreich 1998-2014“ zeigt (Bestandstrend von 22 charakteristischen Brutvogelarten der Kulturlandschaft)

Das intensive Engagement von Umwelt-Landesrat Rudi Anschober auf diversen Ebenen für den Schutz von Bienen, Schmetterlingen und Co könnte bald spürbar belohnt werden: „Im EU-Unterausschuss des Parlaments wurde der Umweltminister mit Mehrheitsbeschluss verpflichtet, bei der Rats-Sitzung im November über eine Verlängerung von Glyphosat mit Nein zu stimmen. Neben Frankreich und Italien könnte dies die entscheidende Stimme für ein Aus von Glyphosat in Europa bedeuten. Jetzt muss Rupprechter dafür kämpfen und in einem aktiven Lobbying noch andere Mitgliedstaaten wie etwa Deutschland auf die Nein-Seite ziehen.“

Auch bei der zweiten Entscheidung des Ministerrats im November über die weitere Zulassung von Neonics könnte es zu einem Aus kommen, wenn die Mitgliedstaaten dem Vorschlag der EU-Kommission für ein Auslaufen der Genehmigung beipflichten. Auch hier fordert Anschober eine glasklare  Positionierung Österreichs gegen Risiko-Pestizide. Eine neue Studie der Universität Ontario unterstützt diese Forderung: Hummeln reagierten dabei vor allem im Bereich der Hummelköniginnen negativ auf Neonics, die Bildung neuer Kolonien wurde durch das Pestizid verringert, 26% weniger Königinnen haben Eier gelegt.

LR Rudi Anschober: „Diese beiden Entscheidungen wären ein erster großer Fortschritt für Bienen und Insekten, für Vögel, Umwelt und Gesundheit, der mit Jahresende schon Wirklichkeit sein könnte!

Damit möglichst viele Arten in Österreich erhalten bleiben, braucht es aber noch mehr, v.a. einen engagierten, bundesweit koordinierten Bodenschutz samt Flächensparen und den Umstieg auf Bio-Landwirtschaft. . Je mehr fruchtbare wertvolle Böden versiegelt und verbraucht werden – aktuell 15 ha pro Tag in Österreich sowie 2 ha in Oberösterreich – desto größer der Druck auf Landwirt/innen, die verbleibenden Flächen noch intensiver zu nützen. Damit steigt der Druck auf Naturoasen in unserer Kulturlandschaft immer mehr, die Landschaft wird immer stärker ausgeräumt, Ernährungs- und Lebensressourcen werden minimiert. Ein zweiter großer Hauptgrund für das Sterben der Insekten.

 

Hintergrund: Gründe für das Artensterben, Umweltgifte in Österreich

Hauptursachen für das Schrumpfen der Artenvielfalt sind intensive Landwirtschaft samt massiver Düngung, der Insektizid- und Pestizideinsatz, Monokulturen sowie Flächenversiegelung. Soeben wurde erstmals von der Universität Aukland dokumentiert, dass bei einer intensiven industriellen Landwirtschaft mit dem massiven Einsatz von Risikopestiziden das Vorkommen von Wildbienen um bis zu 90 Prozent verringert werden kann.

Der aktuelle Grüne Bericht des BMLFUW weist für gesamt Österreich über 1.200 zugelassene Pflanzenschutzmittel-Präparate aus – mit Auswirkungen auf Gewässer und Böden, Umwelt, Artenvielfalt und schließlich auch auf unsere Gesundheit. So werden Bienen, Schmetterlinge und Insekten – und damit auch deren Leistung als Bestäuber – durch die Intensivierung der Landwirtschaft und den Einsatz von Pestiziden bedroht.

Glyphosat ist der weltweit am häufigsten verwendete Wirkstoff für sog. Pflanzenschutzmittel. 2002 wurde es erstmals EU-weit zugelassen. Es wirkt giftig für Wasserorganismen und wird deshalb als umweltgefährdend eingestuft.

In Österreich wird Glyphosat in der Landwirtschaft, im Wein- und Obstbau und im Gartenbau zur Unkrautbekämpfung vor der Aussaat oder nach der Getreideernte im Herbst zur Beseitigung von Getreidestoppeln verwendet. Auf Wiesen und Weiden ermöglicht es die Bekämpfung einzelner ausdauernder Unkrautpflanzen und das Erneuern stark verunkrauteter Grünlandflächen – der Wirkstoff ist allgegenwärtig, bleibt in Umwelt, Böden, Grundwasser und kann die menschliche Gesundheit gefährden, besonders in einem Mix.

Die EU-Zulassung für Glyphosat lief im Sommer 2016 aus, woraufhin die Kommission eine weitere Verlängerung der Zulassung um 15 Jahre vorschlug. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stufte Glyphosat als “wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ ein, anders als die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA), die eine Glyphosataufnahme im Rahmen der gesetzlichen Rückstandshöchstgehalte als unbedenklich einstuft und eine Empfehlung für die Verlängerung aussprach.

Bei den EU-Ländern kam eine nötige Mehrheit für oder gegen den weiteren Einsatz nicht zustande, weshalb die Zulassung von Glyphosat für eine Dauer von 18 Monaten bis Ende 2017 verlängert wurde.

Eine Neubewertung des Risikos durch die ECHA, die europäische Chemikalienagentur durchgeführt, Glyphosat als „nicht krebserregend“ eingestuft.

Aktuell wurde jedoch bewiesen, dass der amerikanische Glyphosat-Konzern Monsanto Einfluss auf Wissenschafter/innen genommen hat, vielmehr das Gutachten über weite Teile abgeschrieben wurde und die Kriterien eines Textplagiats erfüllt sind.

Für die letzte mögliche Abstimmung im EU-Ministerrat im November wurde der österreichische Umweltminister vom EU-Unterausschuss zu einem Nein zu einer Zulassungsverlängerung verpflichtet. Dies könnte neben Italien und Frankreich die entscheidende Stimme für ein Aus von Glyphosat sein.

 

Neonicotinoide sind eine Gruppe hochwirksamer Pestizide, die schädliche Insekten töten sollen, aber auch schon lange in Verdacht stehen, Bienen, Hummeln und andere bestäubende Insekten zu schädigen. Diese Gifte wirken unspezifisch auf das Nervensystem von Insekten und können Jahre in den Böden verblieben.

Seit 2013 ist der Einsatz für die Aufbringung der drei bienenschädlichen Neonicotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam auf bestimmte Pflanzen durch die EU unionsübergreifend eingeschränkt. Nun wird neu über die Verbote verhandelt. Die Europäische Kommission hat den EU-Mitgliedstaaten Vorschläge zum dauerhaften Verbot neonicotinoider Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln vorgelegt. Es liegt nun an der Zustimmung der EU-Länder, die Entscheidung soll im November getroffen werden.

Dass die Verbote von Pestiziden eine wirksame Maßnahme für den Bienenschutz darstellen zeigt das Monitoring der AGES. Seit Einführung der Teilverbote sind die Schadensfälle in Österreich stark rückläufig.

 

Auch der Klimawandel ist eine weitere Gefährdung für viele Arten. Im Fachjournal „Nature Climate Change“ schreibt ein Forschungsteam der Uni Wien über die Folgen des Klimawandels auf Fauna und Flora. Nur durch rasch umgesetzten und ambitionierten Klimaschutz ließe sich die Artenvielfalt im Alpenraum erhalten, ansonsten kann das Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten nicht mehr verhindert werden. Die Modelle sagen voraus, dass im Untersuchungsgebiet jede fünfte Art im Lauf des Jahrhunderts wegen der globalen Erwärmung aussterben und die verbleibenden Pflanzen und Tiere stark dezimiert werden.

 

Auswirkungen: Artensterben ist erst der Beginn

Mehr als die Hälfte der heimischen Arten ist akut gefährdet, bei Wiesenschmetterlingen sind es sogar 70 bis 80%. Insekten wiederum sind auch die Nahrungsgrundlage vieler Vögel. In den Agrargebieten geht die Zahl der Vögel drastisch zurück. Laut Zählung von BirdLife Österreich gehen die 22 häufigsten Feldvögel in Summe seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1998 um alarmierende 42 Prozent zurück.

Eine Studie von Entomologen aus Krefeld in Deutschland zeigt z.B., dass schon mehr als 10% aller in Bayern heimischen Schmetterlingsarten in den letzten Jahrzehnten ausgestorben sind. Auch die Bestände des Tagpfauenauges befinden sich im freien Fall. Bei den Wildbienen und Hummeln nehmen von rd. 560 in Deutschland heimischen Arten rund 60% an ihrer Anzahl drastisch ab und sind gefährdet.

Insgesamt knapp die Hälfte aller Insektenarten steht in Deutschland auf der Roten Liste.

Prof. Reichholf von der TU München ergänzend in seiner Studie: bei Aigen am Inn an der Grenze zu OÖ ist ein Rückgang von 75 bis 89 % der Wiesenschmetterlinge zu verzeichnen. Der auf Agrarland bezogen Rückgang von Schmetterlingen beträgt 80 bis 85% gesamt; beim Artenspektrum zeigt sich dies weniger krass, weil einige wenige ihrer Art noch leben; dennoch: 60% des Artenspektrums ist ausgefallen. Die positive Tendenz: In den Städten sind die Artenbestände gut erhalten, tendenziell kommen sogar einige Arten, die früher nicht in Städten vorgekommen sind, dazu, weil Gärten naturnäher gestaltet werden.

 

Dr. Peter Huemer, Schmetterlingsforscher über Artenvielfalt: Bedrohungen, Daten & Fakten, Konsequenzen

Insekten spielen im Naturhaushalt eine wesentliche Rolle, sei es als Bestäuber von Nutz- und Wildpflanzen (z.B. Bienen, Schmetterlinge), als Nahrungsgrundlage für zahlreiche Tiere (z.B. viele Vögel, Fledermäuse, Kleinsäuger) oder als wichtige Komponenten im Stoffkreislauf (Destruenten). Der sich in vielen Studien deutlich abzeichnende Rückgang von Insekten - sowohl der Artenvielfalt als auch der Populationsstärken - ist daher ein äußerst besorgniserregendes Phänomen. Die Ursachen sind jedoch schwer quantitativ festzulegen  und nach Meinung von Expert/innen vielfältig. Schmetterlinge stehen hier stellvertretend für andere Insektenordnungen.

 

Gesetzliche Rahmenbedingungen

  • Nach den Naturschutzgesetzen der Länder besteht grundsätzlich ein hoher Schutzstatus auch für Insekten. Darüber hinaus kommen internationale gesetzliche Verpflichtungen (Natura 2000, Washingtoner Artenschutzabkommen, Berner Konvention) zur Anwendung.
  • Schutzgebiete umfassen in Oberösterreich ca. 15% der Landesfläche (800 km² Natura 2000/Naturschutzgebiete). Allerdings dürfen verordnungsgemäß in den meisten Gebieten Eingriffe durchgeführt werden (Land- und Forstwirtschaft, Jagd, Fischerei). Schutzgebiete sind somit per se keine Garantie für das langfristige Überleben des ursprünglichen Artenbestandes.
  • Lebensraumschutz beschränkt sich in Österreich überwiegend auf ausgewiesene Schutzgebiete bzw. wenige EU-rechtlich geschützte Arten, hierzu werden Kartierungen durchgeführt und Pflegepläne entwickelt.

 

Entwicklung der Artenvielfalt

Regionale Studien belegen eine historisch und teils (noch) aktuell sehr hohe Artenvielfalt, die in Oberösterreich etwa 2.800 Schmetterlingsarten umfasst, bundesweit sind es 4.070 Arten. Oberösterreich ist somit Lebensraum für etwa gleich viele Arten wie im etwa 40mal größeren Schweden! In Österreich leben hingegen sogar deutlich mehr Arten als im gesamten Nordeuropa! Alleine im Nationalpark Kalkalpen konnten bisher mehr als 1.500 Schmetterlingsarten nachgewiesen werden.

Der teils gravierende Rückgang vieler Arten wird in regionalen Roten Listen dokumentiert, im Falle von Oberösterreich aus dem Jahr 1996 und somit dringend überholungsbedürftig, jedoch trotzdem symptomatisch für die dramatische Situation mit je nach Gruppe 40-50% gefährdeten Arten, bei den Tagfaltern sogar 61%! Bundesweit ist die Situation ähnlich mit 51,6% gefährdeten Tagfaltern und 40,3% Nachtfaltern der Roten Listen.

Viel ehemals häufige Arten erleiden starke Populationseinbußen, belastbare Daten fehlen für Österreich, liegen jedoch aus anderen vergleichbaren Gebieten vor. Eine europaweite Erhebung von Grasland-Tagfalterarten in 22 Ländern (European Grassland Butterfly Indicator) belegt für 17 Zielarten einen Rückgang von 30% der Bestände zwischen 1990 und 2015. Ähnlich negativ ist der Bestandstrend auch für Nachtfalter. In Großbritannien wurde im Rahmen langfristiger Erhebungen zwischen 1968 und 2007 ein Häufigkeitsrückgang von nachtaktiven Großschmetterlingen von 28 Prozent belegt, besonders signifikant war der Rückgang früher besonders häufiger Arten um zwei Drittel. Diese Tendenzen spiegeln sich in Roten Listen kaum wieder, weil die meisten Arten noch nicht als unmittelbar gefährdet gelten.

(c) Dr. Peter Huemer

 

Entwicklung der Artenvielfalt in Österreich laut aktuellen Roten Listen

Gravierende Defizite an belastbaren Daten zur Bestandsentwicklung einzelner Arten schlagen sich in der Bewertung der Gefährdung nieder. In Oberösterreich ist die Situation durch eine aktive Gruppe von Amateurentomologen insgesamt (noch) günstiger als in anderen Bundesländern. Auch ist hier die Datenbank ZOBODAT am Biologiezentrum der ÖÖ Landesmuseen als hervorragende Quelle für Verbreitungsdaten von Tieren und Pflanzen Österreichs angesiedelt. Erste nationale Ansätze zur Generierung bundesweiter Verbreitungsdaten über Citizen Science getragene Projekte wie die Schmetterlings- App der Stiftung „Blühendes Österreich“ mildern den Mangel an Daten ein wenig.

Huemer über die schwierige Faktenlage: „Der Mangel an wissenschaftlich fundierten Daten erschwert seriöse Aussagen zum Insektensterben. Österreich wäre gut beraten endlich ein professionelles Monitoring ähnlich wie in der Schweiz aufzustellen.“

Ursachen für den Rückgang der Artenvielfalt

Die Hauptursachen für den Rückgang der Schmetterlinge umfassen vor allem:

  • intensive Landnutzung durch die industrielle Landwirtschaft (z.B. Düngung, Monokulturen, intensive Beweidung) und damit einhergehend Rückgang extensiv genutzter Flächen im Grünlandbereich (z.B. Magerwiesen, Brachflächen, Blühstreifen)
  • Herbizid- (z.B: Glyphosat) und Pestizideinsatz (z.B. Neonicotinoide)
  • überregionaler Schadstoffeintrag (z.B. Luftstickstoff-, Cäsium 137)
  • intensive Forstwirtschaft (z.B. Fichtenmonokulturen)
  • Nutzungsaufgabe in Grenzertragsflächen (z.B. Almen
  • Verbauung und teils vollständige Versiegelung wertvoller Flächen
  • Infrastruktur beispielsweise Lebensraumfragmentierung (Straßenbau), Straßenverkehr, Lichtverschmutzung etc.
  • Klimawandel

 

Folgen des Insektensterbens

  • Rückgang der Bestäubungsleistung (sowohl bei Nutz- als auch bei Wildpflanzen)
  • Negative Auswirkungen auf Bodenbildung und Bodenfruchtbarkeit
  • Konsequenzen für die Nahrungskette (z.B. Insektenfressende Vögel weisen in Europa im 25 Jahre Trend mit 20% die stärksten Bestandsrückgänge auf)

Maßnahmen gegen das Insektensterben

  • Reformen der Förderungspolitik hin zu naturverträglicher und nachhaltiger Landwirtschaft, z.B. Förderung von integriertem Pflanzenschutz.
  • Förderung von Verbesserungsmaßnahmen im land- und forstwirtschaftlich genutzten Bereichen, z.B. Anlage von Blühstreifen, Hecken, strukturierte Waldrandbereiche
  • Maßnahmen im privaten Bereich sowie auf Gemeindeebene. Beispielhaft tragen naturnahe Gärten oder extensive Grünraumbewirtschaftung auch im urbanen Bereich positiv zur Artenvielfalt bei. Weitgehender Verzicht auf Pestizide und Herbizide, möglichst keine künstliche Beleuchtung sowie strukturreiche, vielfältige Bepflanzung mit einheimischen Blühpflanzen/Gehölzen sind hier Grundvoraussetzung.
  • Nachhaltiger Schutz der noch verblieben besonders artenreichen Lebensräume (innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten!) im Einklang mit den Grundeigentümern und in Abstimmung mit Fachexpert/nnen. 
  • Gezielte Artenschutzprogramme (teils bereits in Ausarbeitung).
  • Steuerung des Konsumentenverhaltens zu nachhaltigen Produktpaletten
  • Minderung der gravierenden Forschungsdefizite zu Insekten bzw. Schmetterlingen durch Forschungsprojekte. Dringend erforderlich wäre vor allem ein professionelles Biodiversitätsmonitoring.

Dr. Peter Huemer appelliert an die Oberösterreicher/innen: „Jeder Einzelne von uns kann zum Schutz der Insekten beitragen: durch nachhaltigen Konsum und vielfältige Gartenbewirtschaftung. Weißdorn und Weiden, Astern und Blutweiderich, einheimische Pflanzen im Garten sind Lebensraum für bunte Schmetterlinge; Thujenhecken oder Englischer Rasen hingegen ökologisch weitgehend wertlos. Gartenbesitzer/innen kommt hier eine große Verantwortung für die Bewahrung der Vielfalt zu.“

Unterstützung Oberösterreichs für bunte Gärten und Gemeinden

Mit Bewusstseinsbildung und einem praktischen Folder weist das Umweltressort von LR Anschober auf „Garteln ohne Gift“ hin – egal, ob Garten, Terrasse oder Balkon alle Flächen können bienen- und schmetterlingsfreundlich gestaltet werden und dabei ohne Pestizide auskommen. Wertvolle Tipps helfen giftfrei auch gegen Läuse und Schnecken.

In einem Pilotprojekt wurden zudem „Bienenfreundliche Gemeinden“ begleitet, aufgrund des großen Erfolgs und Interesses nun weitergeführt in Zusammenarbeit des oö. Umweltressorts mit dem Klimabündnis OÖ. Ziel ist es, dass die Gemeinden auf all ihren öffentlichen (Verkehrs-)Flächen pestizidfrei arbeiten, und diese insektenfreundlich gestalten, z.B. Wiesenblumen aussäen, Bewusstseinsbildung bei Bewohner/innen und Landwirtschaft fördern.

Weitere Infos unter http://oberoesterreich.bodenbuendnis.or.at/pestizidfreie-gemeinde

Forderungen von LR Anschober

  • ein europaweites Aus für besonders gefährliche Umweltgifte, wie Glyphosat und Neonicotinoide. Hier könnte mit einer starken Nein-Stimme Österreichs im EU-Ministerrat der Durchbruch für Insekten, Umwelt und Gesundheit noch im November kommen.
  • mehr quantitative Vorgaben und Zeitpläne für den Ausstieg aus weiteren Risiko-Pestiziden sowie die Verringerung der Einsatzmengen
  • Ausbau der biologischen Landwirtschaft
  • nicht-chemische Pflanzenschutzmaßnahmen und Nützlingseinsatz sollen mehr Gewicht erhalten
  • bundesweiter Masterplan für engagierten Bodenschutz und ein Aus für die tägliche Flächenversiegelung, die Lebensräume zerstört, Agrarflächen verhindert und den Boden als CO2- und Wasser-Speicher zerstört.