20 Januar 2017

SORA-Integrationsmonitor Oberösterreich:

Teil 2: Wie das Zusammenleben mit den Schutzsuchenden funktioniert und welche Integrationsmaßnahmen die Oberösterreicher/innen von der Politik einfordern"

Erstmals zeigt der SORA-Integrationsmonitor OÖ die Einstellungen der Oberösterreicher/innen zu Flucht, Asyl und Integration detailliert auf. Bei der Präsentation von Teil 1 letzte Woche hat sich gezeigt, dass die Oberösterreicher/innen die aktuelle Fluchtbewegung als Herausforderung, aber als machbare Herausforderung ansehen und auf das bisher Geleistete in OÖ und in ihren Wohngemeinden stolz sind. Keineswegs bestätigen konnte sich das oft zitierte Bild einer „gespaltenen Gesellschaft“ – im Gegenteil: 46 Prozent sind in Flüchtlingsfragen überwiegend positiv eingestellt, 31 Prozent sowohl positiv als auch negativ, 23 Prozent sind überwiegend negativ eingestellt.

Im heute präsentierten zweiten Teil des SORA-Integrationsmonitors geht es um das Funktionieren des Zusammenlebens und der Integration: 71 Prozent bewerten das Zusammenleben zwischen Einheimischen und Zuwanderer/innen in ihrer Gemeinde als ziemlich oder sehr gut, 30 Prozent geben an, allein in ihrer Freizeit mehrmals pro Woche, wenn nicht täglich Kontakt mit Zuwanderern zu haben. Rund 60 Prozent sind froh, dass ihre Wohngemeinde den Mut hatte, Flüchtlinge aufzunehmen.

Große Unterstützung finden wichtige Forderungen von LR Anschober in der Integrationspolitik:  87 Prozent stimmen ziemlich oder sehr zu, dass „neben der Aufnahme und Integration hier in OÖ nicht darauf vergessen werden darf, die Fluchtursachen nachhaltig zu bekämpfen“. Auch besonders wichtige zentrale Integrationsmaßnahmen, die von LR Anschober seit Monaten eingefordert werden, erhalten breite Zustimmung: Drei Viertel der Befragten sind für einen möglichst schnellen Zugang von Flüchtlingen zum Arbeitsmarkt, 56 Prozent sehen dabei eine Chance, den Facharbeitermangel auszugleichen. 64 Prozent sind für schnellere Anerkennungsverfahren von Ausbildungsabschlüssen. Jeweils über die Hälfte der Befragten ist dafür, leerstehende Wohnungen von gemeinnützigen Bauträgern für Asylberechtigte zu öffnen und sehen es langfristig als Profit für das ganze Land an, wenn OÖ heute in die Integration investiert.

Und schließlich zeigt sich bei Vergleichsfragen, dass die Stimmung im Themenbereich Flucht, Asyl und Integration in Oberösterreich deutlich besser ist als auf bundesweiter Ebene: Das zeigen SORA-Vergleichsfragen aus bundesweiten Erhebungen, aber auch die aktuelle Erhebung des Beratungsunternehmens EY, bei der 93% der in OÖ befragten Firmen angeben, Flüchtlinge anstellen zu wollen.

LR Rudi Anschober: „Diese Daten geben Rückenwind für unsere herausfordernden Aufgaben - ich freue mich sehr darüber. Die Ergebnisse zeigen: Oberösterreich ist ein Land der großen Herzen, die Tür zur Integration ist geöffnet. Wenn wir weiterhin in unserer österreichweit einzigartigen breiten Allianz der Integration konsequent unsere Arbeit fortsetzen, wir weiterhin so toll unterstützt werden von über 10.000 freiwilligen Helfer/innen bis hin zu den NGOs, dann können wir es gemeinsam schaffen."