22 August 2017

Zwei Jahre nach dem Höhepunkt der Fluchtbewegung in Oberösterreich

Bilanz zu Asyl und Integration, Vorschau auf die nächsten Herausforderungen und Forderungen an die Bundesregierung – 3. HelferInnen-Konferenz am 9. September 2017

Zwei Jahre nach dem Höhepunkt der Fluchtbewegung gibt es nur mehr selten Schlagzeilen über Quartiere und Integration in Oberösterreich, die Situation, dass 11.400 Asylwerbende in Oberösterreich in der Grundversorgung leben, ist großteils „normal“ geworden. Das ist ein gutes Zeichen.

Vieles ist im Bereich der Unterbringung gut gelungen, im Bereich der Integration gut angelaufen – aber viel ist noch zu tun. Zeit für eine Bilanz nach zwei Jahren, höchste Zeit für Verbesserungen durch die Bundesregierung, vor allem in Integrationsbereich. Dafür engagiert sich Oberösterreich derzeit bei Gesprächen mit Regierungsmitgliedern auf Bundesebene.

Ein Dankeschön an die vielen Helfer/innen in Oberösterreich, an das Netzwerk Integration, wo von engagierten Bürger/innen über NGOs und Behörden bis hin zu Bildungseinrichtungen, Exekutive, Sozialpartner, AMS, Betriebe u.v.a.m. tagtäglich toll zusammenarbeiten.

Die Zivilgesellschaft trifft sich am Samstag, 9. September 2017 zur nächsten Helfer/innenkonferenz im Zuge des Ars Electronica Festivals in Linz – Netzwerken, die neuen Herausforderungen annehmen, sich gegenseitig stärken – das ist das Motto.

 

Bilanz der Grundversorgung von v.a. Asylwerbenden in Oberösterreich

Die folgende Tabelle zeigt die Grundversorgten in Oberösterreich gesamt, die Anzahl an organisierten Quartieren bzw. privat Verzogenen, engagierte Gemeinden zu vier Zeitpunkten an: Anfang 2015, Sommer 2015 zur Zeit der Fluchtbewegung, September 2016 zum Höchststand an Grundversorgten in OÖ sowie aktuell.

Während zu Beginn der Fluchtbewegung die Bereitschaft in den Gemeinden, ein Quartier für Asylwerber/innen zur Verfügung zu stellen, noch gering war, änderte sich dies sehr schnell, und schlussendlich waren fast alle Gemeinden aktiv in der Unterbringung und Integration von Asylwerbenden in Oberösterreich tätig.

So waren Anfang 2015 erst 112 Gemeinden in der Unterbringung aktiv, zum Höhepunkt der Flucht im September 2016 waren es 323 der 442. oö. Gemeinden.

Seit dem Höchststand an Grundversorgten in OÖ im September 2016 haben 93 Quartiere bis zum heutigen Zeitpunkt geschlossen, demnächst steht die Schließung von weiteren rund 20 Quartieren an.

Aktuell leben 2.573 Personen in OÖ im kontrollierten Privatverzug, der vom Land nach Erfüllung bestimmter Kriterien wie guter Deutschkenntnisse ermöglicht wird. Dies ist ein guter Trend, der auch vom Landesrechnungshof so befürwortet wurde.

Privatverzug kostet der öffentlichen Hand schlussendlich weniger als die Grundversorgung, zudem ist ein erster Schritt in Richtung Herausforderung Wohnraumbeschaffung für Asylberechtigte nach einem rechtskräftig positiven Bescheid, die aktuell bis zu 4 Monate nach Bescheidzustellung in der Grundversorgung des Landes OÖ verbleiben können, getan.

 

Zahl der Asylbescheide

Die Forderung von LR Anschober nach einer Personal-Aufstockung des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl wurde nun final umgesetzt: Knapp 150 Mitarbeiter/innen sind in Oberösterreich nun mit der Entscheidung über Asylanträge beschäftigt.
Monatlich werden aktuell rund 300 positive Asylentscheidungen getroffen.

Österreichweit gibt das Innenministerium folgende Entscheidungen aktuell, sowie vor einem bzw. vor 2 Jahren an: http://www.bmi.gv.at/cms/bmi_asylwesen/statistik/start.aspx

 

Bilanz Integration in Oberösterreich & aktuelle Forderungen

Angesichts der Herausforderung Integration und der Überzeugung, dass es klare Leitlinien und einheitliche Strukturen dafür braucht, wurde der Masterplan Integration von LR Rudi Anschober und Expert/innen unter Einbindung von Bürger/innen mit 6 Themenbereichen erstellt – eine Zwischenbilanz zu den Themenbereichen – erstmals in der Geschichte gibt es derzeit ein landesweite Integrationsoffensive:

 

1. Deutsch lernen:

Seit Frühling 2016 konnten geförderte Deutsch- und Alphabetisierungskurse in ganz Oberösterreich mit rund 15.000 Plätzen stattfinden, teils direkt in den Quartieren. Dafür stand bisher gesamt ein Budget 5,549 Mio. Euro der Integrationsstelle OÖ zur Verfügung.

Auch die seitens des Landes OÖ geförderte Unterstützung der freiwilligen Helfer/innen beim Deutschlernen geht auf, v.a. durch die Übernahme der Deutsch-Prüfungsgebühren zum benötigten Nachweis für das Sprachniveau oder durch von der IST OÖ kostenlos angebotene Rufseminare zum Thema Deutschlernen - unter Koordinierung der ReKIs.

 

2. Orientierung:

Ziel ist es, die Grundregeln des Zusammenlebens in OÖ, die wesentlichsten Infos und Kontaktstellen sowie die Herausforderungen des Alltags zu vermitteln, z. B. über Gesundheitssystem, Gleichberechtigung der Frau.

Konkret passiert diese Vermittlung durch Leitfäden und Kursangebote, als wesentlicher Bestandteil von Deutschkursen und Ausbildungen sowie im Alltag in der Begegnung und im Austausch mit Helfer/innen, Pat/innen und Nachbar/innen.

An den vom ÖIF angebotenen, eintägigen Wertekursen konnten bisher 2.974 Asylwerbende (Stand 31. Juli 2017) aus OÖ teilnehmen.

 

3. Bildung:

Seit Tag 1 in Oberösterreich besuchen über 2.000 schulpflichtige Kinder mit Fluchthintergrund die oö. Pflichtschulen, viele davon konnten sich in ihren Klassen sehr gut einfügen und lernen mit viel Neugier und Fleiß Deutsch, Schulfächer und das Miteinander.

Eine Lösung dürfte nun auch für jene Asylwerbenden gefunden sein, die aufgrund ihrer Sprachkenntnisse noch ein freiwilliges 10. Schuljahr besuchen möchten.

Ziel ist es nun, Basisbildungsangebote, die Möglichkeit zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses sowie Qualifizierungskurse massiv auszubauen.  

 

4. Arbeit:

Um aus der Fluchtbewegung für Oberösterreich und für die Betroffenen eine Chance zu machen, müssen mitgebrachte Potentiale sichtbar gemacht werden und es braucht einen möglichst raschen Zugang zu Beschäftigung. Aktuell haben Asylwerber/innen in OÖ nur beschränkte Möglichkeiten zu arbeiten, nämlich in folgenden 7 Bereichen, wo Oberösterreich sehr engagiert ist:

4.1. Saisonarbeit in OÖ (Stand Juli 2017)

Landwirtschaft und ErntehelferInnen: aufrecht: 88, ruhend:  94
Tourismus: Sommer aufrecht: 33, Sommer ruhend: 

4.2. Selbstständige Tätigkeit

4.3. Gemeinnützige Tätigkeiten

schon knapp 1.000 Asylwerbende in OÖ arbeiten in OÖ gemeinnützig

4.4. Lehre für Jugendliche bis zum vollendeten 25. Lebensjahr:

206 junge AsylwerberInnen machen aktuell eine Lehre in Mangelberufen in Oberösterreich (von 415 österreichweit, Stand Juni 2017). Darunter sind 194 junge Männer und 12 junge Frauen; 142 Personen aus Afghanistan, 17 Personen aus dem Irak und 14 Personen aus Syrien.
Regionale Verteilung der Asylwerbenden in Lehre: Linz inkl. Urfahr-Umgebung mit 31 Personen, Rohrbach mit 24, Gmunden mit 22, Grieskirchen mit 17, Perg und Steyr mit 16 sowie Braunau und Wels mit Wels-Land mit jeweils 14 Lehrlingen mit laufendem Asylverfahren.
Nach Wirtschaftssektoren: 42% Handel & Gewerbe, 38% Gastronomie, 20% Industrie

4.5. Volontariate, Ferial- und Berufspraktika

Seit der Öffnung dieses Segments für Asylwerbende während ihres Verfahrens, wurden schon über 100 Volontariate in OÖ absolviert – so lernen sich Bewerber/in und Arbeitnehmer/in schon vorab kennen, die Tätigkeiten des Berufsfeldes können erfahren werden, usw.

4.6. Dienstleistungsscheck für Asylwerber/innen

Seit 1. April 2017 hat die Bundesregierung die Dienstleistungsschecks auch für Asylwerbende, die seit 3 Monaten zum Asylverfahren zugelassen sind, freigegeben – d.h. diese dürfen Arbeiten in privaten Haushalten, wie etwa Gartenarbeit oder Putzen – oftmals in Schwarzarbeit ausgeführt – legal durchführen. Damit sind sie gesetzlich unfallversichert für die Zeit ihrer Beschäftigung, und haben die Möglichkeit zu einer freiwilligen Kranken- und Pensionsversicherung.

Der DLS ist problemlos online bestellbar unter www.dienstleistungsscheck-online.at.  Weiters können Schecks in Trafiken und in Postämtern in variablen Beträgen bis max. € 100,- pro Dienstleistungsscheck gekauft werden.

Nähere Infos bei der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau unter der Service-Hotline 0810 555666 oder unter dienstleistungsscheck@vaeb.at

4.7. Hilfstätigkeiten im Quartier

 

5. Wohnen:

In diesem Bereich stellt sich nach Auszug aus der Grundversorgung 4 bzw. 12 Monate nach dem Erhalt des positiven Asylbescheids aktuell die größte Hürde: Vielfach können die geforderten Kautionen bei Mietverträgen nicht finanziert werden, bis dato kommt hier die Unterstützung überwiegend von Freiwilligen und Vereinen. Gemeinsam mit den Zuständigen der Landesregierung und des Bundes wird nach einer politischen Lösung gesucht.

 

6. Integration in der Gemeinde:

Durch die dezentrale Struktur der Quartiere wurde die Basis geschaffen, nun soll durch die Unterstützung durch ReKIs (Regionale Kompetenzzentren für Integration und Diversität), die Integrationsstelle des Landes OÖ, Bezirkshauptmannschaften, Gemeinden und die tausenden hauptamtlichen wie freiwilligen Helfer/innen eine Integration vor Ort, in den Gemeinden gelingen, um so eine Abwanderung in den Zentralraum und eine drohende Zentralisierung zu verhindern. Wir haben eine tolle Struktur geschaffen: auf Landesebene koordiniert eine eigene Steuerungsgruppe mit 30 Organisationen die Integrationsarbeit, in jedem Bezirk ist der Bezirkshauptmann/die Bezirkshauptfrau als Leiter einer eigenen Bezirkssteuerungsgruppe begleitet durch die RekIs  für die Koordination der Integrationsarbeit in den Gemeinden zuständig und in der Hälfte der oö Gemeinden gibt es mittlerweile eine eigene Gemeindesteuerungsgruppe. Über 10.000 Engagierte begleiten die Integration mit Rat und Tat.

LR Rudi Anschober: „Ein herzliches Dankeschön allen Engagierten, gemeinsam haben wir die Fluchtbewegung gut gemeistert und nur gemeinsam können wir auch die Hürden der Integration aus dem Weg räumen – und ein friedliches Miteinander in Oberösterreich schaffen.“

 

Forderungen an die Bundesregierung – endlich Integration erleichtern und im Asylverfahren aufwerten

1. Die österreichische Bundesregierung verweigert in entscheidenden Bereichen die Unterstützung und Erleichterung von Integration, sondern behindert sie zum Teil - in vielen Bereichen wird die Anerkennung und damit Anwendung von im Herkunftsland erworbenen Qualifikationen behindert:

  • Fachsprache Deutsch: zu wenig geförderte Angebote für Fachsprache Deutsch. Aktuelles Angebot läuft Ende des Jahres aus. V.a. qualifizierte Personen benötigen ganz gezielten Spracherwerb, um in ihren jeweiligen Beruf einsteigen zu können. Aktuelle Angebote siehe S. 2. Weiterer Ausbau von Kursen, Qualitätssicherung der Kurse in Verbindung mit Praktika bzw. Fachbesuchen/Hospitation, usw. sollen ermöglicht werden.
  • Lehrer/innen: Nachqualifizierung- und Zusatzqualifizierungslehrgänge zur Unterstützung und Qualifizierung für die Einsatzmöglichkeit als Lehrende.
  • Bewertung: die Kosten für Bewertungen betragen bei NARIC (Zuständig für die Anerkennung von Hochschulabschlüssen) € 150,-- bzw. € 200,--. Die Bezahlung ist ausschließlich mit Kreditkarte möglich. Nicht allen Betroffenen stehen einerseits die finanziellen Mittel, andererseits das Medium Kreditkarte zur Verfügung. Es handelt sich daher um eine große Hürde in der Anerkennung von Hochschulabschlüssen. Derzeit besteht die Möglichkeit der Refundierung durch den ÖIF, jedoch sind bestimmte Gruppen ausgeschlossen (zB. EWR-Bürger/innen). Hilfreich wäre die Schaffung von weiteren Förderungsmöglichkeiten, vor allem eine Vorfinanzierung.
  • Beglaubigungssituation: immer öfter werden beglaubigte Unterlagen angefordert. Insbesondere für geflüchtete Menschen ist die Einholung häufig nicht zumutbar, da sie aus Kriegsgebieten stammen, bzw. lange und komplizierte Wege/Reisen hierfür unternehmen müssten.
  • Mindestsicherung: die Nostrifizierungsbemühungen werden als mindestsicherungsschädlich eingestuft und im Rahmen der Bemühungspflicht nicht anerkannt. Arbeitsmarktpolitisch ist das besonders bei reglementierten Berufen (Ärzt/innen usw.) problematisch. Ohne finanzielle Absicherung entscheiden sich daher viele Betroffene gegen eine Nostrifizierung ihrer Qualifikation und verbleiben somit entweder arbeitslos oder unter ihrer tatsächlichen Qualifikation beschäftigt.
  • Zugang zu Arbeit: Matching  zwischen qualifizierten Migrant/innen und Arbeitgeber/innen ist ausbaufähig. Unternehmen wissen häufig nicht mit ausländisch erworbenen Qualifikationen umzugehen. Hilfestellungen könnten von Vorteil sein.
  • Praxiserwerb: Praktikumsmöglichkeiten sind nicht ausreichend vorhanden. Ohne österreichischen Praxisbezug wird häufig ein Einstieg in qualifikationsadäquate Beschäftigung erschwert. Weitere Einbindung der Seite der Arbeitgeber/innen ist notwendig, ebenso wie die Schaffung von Trainings- und Praktikumsplätzen.

 

Asylwerber sind während der jahrelangen Asylverfahren mit wenigen Ausnahmemöglichkeiten (siehe oben) zur Untätigkeit verurteilt, das zerstört Selbständigkeit, Arbeitsmöglichkeit und Tagesstruktur

In einer Gesprächsreihe mit Mitgliedern der Bundesregierung fordert Anschober - unterstützt von LH-Stv. Wirtschaftslandesrat Michael Strugl Verbesserungen: ua durch die Ermöglichung der Arbeit für AsylwerberInnen in Mangelberufen, Erleichterungen bei der Nostrifizierung, die Ermöglichung der leistbaren Zufahrt von AsylwerberInnen als Lehrlinge zu den Lehrstellen durch eine Gleichstellung mit österreichischen Lehrlingen und vor allem auch eine Qualifizierungsoffensive für schlecht qualifizierte AsylwerberInnen. Ziel dieser Gespräche ist es, die Behinderungen der Integration möglichst rasch zu beseitigen.

 

2. Integrationsleistungen im Asylverfahren anerkennen:

In den vergangenen Wochen führen immer mehr Bescheide in den Asylverfahren - auch in zweiter Instanz -, trotz erfolgreicher Integration zu Negativentscheidungen.

Das empört immer mehr Menschen, das frustriert und demotiviert viele Betroffene, die damit die Botschaft erhalten, dass Integration nicht belohnt wird.

Integrationslandesrat Rudi Anschober fordert eine Aufwertung der Integrationsleistung im Asylverfahren: "Gerade angesichts jahrelanger Asylverfahren entstehen bei positiver Integrationsleistung enorme Ungerechtigkeiten und Unmenschlichkeiten: Menschen, die aus ihren Arbeitsstellen und ihren Ausbildungsplätzen gerissen werden, Kinder, die von ihren Freunden getrennt werden, Familien, die trotz bester Sprachkenntnisse und erfolgreicher Integration das Land verlassen müssen - das demotiviert, schafft Leid und Ungerechtigkeit. Das muss geändert werden.

Aktuell sorgen z. B. zwei Abschiebungen von lange in Oberösterreich lebenden und bestens integrierten Familien für Empörung in den betroffenen Gemeinden. In Walding ist eine seit 2011 in Österreich lebende aus Armenien stammende Familie. Der Vater war im Juni verstorben, die Mutter und die zwei Volksschulkinder sollen nun abgeschoben werden.

Und in Rohrbach geht es um eine jesidische Familie mit zwei Kindern, die seit 2012 in Österreich lebt. Hier ist der Vater schwer krank. Beide Familien sind bestens integriert, in der Schule, in der Gemeinde und mit guten Deutschkenntnissen.

In beiden Fällen hat Integrationslandesrat Rudi Anschober an das Innenministerium für einen Aufschub appelliert.

 

Vorschau auf die Helfer/innenkonferenz am 9. September in Linz

Die Notlage von Flüchtlingen hat seit 2015 eine Vielzahl an OberösterreicherInnen bewegt, sich für Asylwerbende und durchreisende Flüchtlinge zu engagieren. Es hat sich in Oberösterreich eine breite Allianz gebildet, die zusammen in der Integrationsarbeit mitwirkt und diese mitgestaltet. Insbesondere im Rahmen von Freiwilligentätigkeiten haben sich innerhalb kürzester Zeit eine Fülle an Angeboten von Privatpersonen, privaten Initiativen oder auch Vereinen entwickelt, die zusätzlich zu und oftmals auch unabhängig von Betreuungsorganisationen und QuartiergeberInnen, Flüchtlinge in vielen Bereichen auf unterschiedlichste Weise unterstützen.

Um Angebote und Informationen rund um das Thema „Hilfe für Menschen auf der Flucht“ zu bündeln und in diesem Bereich zu koordinieren, wurde 2015 die Anlaufstelle „ZusammenHelfen in OÖ – Gemeinsam für geflüchtete Menschen“ auf Initiative von Integrations-Landesrat Rudi Anschober ins Leben gerufen. Um den bestehenden Bedarf nach Vernetzungs-, Austausch- und Informationsangeboten abzudecken, organisierte ZusammenHelfen in OÖ bereits im letzten Jahr die zwei ersten HelferInnenkonferenzen.

Die HelferInnenkonferenz ermöglicht allen, die mit dem Thema Hilfe für geflüchtete Menschen vertraut sind, neue Sichtweisen und einen Einblick in Innovationen und internationale Gegebenheiten. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit sich bei etablierten Hilfsprojekten das eine oder andere abzuschauen und eine Austausch- und Vernetzungsmöglichkeit, die über die lokalen Grenzen hinausgeht.

Am 9. September 2017 findet die 3. HelferInnenkonferenz ab 10:00 im Rahmen des Ars Electronica Festivals in der Postcity (Bahnhofplatz 11, Linz) statt. Auch heuer gewähren uns ExpertInnen tiefe Einblicke in die Thematik- sowohl auf lokaler Ebene, als auch auf internationaler Ebene.

In den internationalen Bereich einführen werden uns die namhaften ExpertInnen im Bereich Migration Gudrun Biffl und Rachid Badouli von „La Fondation Orient-Occident“, eine marokkanische Stiftung, die seit über 20 Jahren Flüchtlinge und benachteiligten MarokkanerInnen unter anderem durch Qualifizierungskurse eine berufliche Perspektive eröffnet. Für den Themenblock Integration freut es uns sehr Herrn Kenan Güngör mit dabei zu haben. In seinem Vortrag wagt er einen Blick auf unser gesellschaftliches Klima, welches zurzeit durch polarisierende Spannungen geprägt ist und erörtert, welche Herausforderungen dies in der Integration mit sich bringt. Als bestehende „good practice“ Beispiele, werden die Projekte Wohnen mit Asyl, Kattunfabrik und uugot.it vorgestellt. Dadurch wird ein Voneinander lernen ermöglicht. Des Weiteren freut es uns die Autorin und Journalistin Petra Ramsauer als Mitwirkende gewonnen zu haben, die in ihrem Vortrag auf die Hintergründe der Konflikte in jenen Ländern, aus denen der Großteil der Flüchtlinge kommt, die zuletzt nach Österreich gekommen sind, eingehen wird.

Wie Sie sehen bietet die HelferInnenkonferenz auch heuer wieder für alle Engagierten und Interessierten in Oberösterreich ein bunt gemischtes Programm mit neuen Perspektiven, aktuellen Entwicklungen, Herausforderungen sowie Projekten rund um das Thema „Gemeinsam für geflüchtete Menschen“.

Des Weiteren gibt es auch heuer wieder das ZusammenKommenLab, wo Vielfalt und Begegnung groß geschrieben werden. Hier finden verschiedene lokale und regionale Projekte und Ideen rund um den Bereich „Gemeinsam für geflüchtete Menschen“ ihren Platz. Das ZusammenKommenLab dient Engagierten, Interessierten und geflüchteten Menschen als Ort des Austauschs und gemeinsamen Tuns und findet von 7. Bis 11. September, also im gesamten Zeitraum des Ars Electronica Festivals, im Open Lab Bereich des Festivals statt. Direkt am Tag der HelferInnenkonferenz stehen viele der Vortragenden für Fragen und Austausch im ZusammenKommenLab zur Verfügung.

Für die 3.HelferInnenkonferenz können Sie sich bis 1. September 2017 via zusammenhelfen.ooe.gv.at oder 0732/ 770 993 anmelden.