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&copy Land OÖ: LR Rudi Anschober, Barbara Eckereder (Tischlerei Eckereder), Michael Nobis (Promotech)

© Land OÖ: LR Rudi Anschober, Barbara Eckereder (Tischlerei Eckereder), Michael Nobis (Promotech)

2 Mai 2018

Zwischenbilanz – Skandal um die Abschiebungen von Lehrlingen

Die Zahl der Lehrlinge wächst, die Zahl der drohenden Abschiebungen steigt, aber auch der Widerstand wächst

Trotz der steigenden Anzahl an Negativbescheiden für Lehrlinge, steigt weiterhin die Zahl an beschäftigten Asylwerbenden in Lehre – aktuell 349. Das zeigt die große Zufriedenheit sowie die große Nachfrage der oö. Wirtschaft an Schlüsselkräften der Zukunft.

Die bisherigen Negativbescheide waren überwiegend erstinstanzlich, gegen diese wurde jeweils Berufung eingereicht. So auch bei der Tischlerei Eckereder und bei Promotech.

Zwei Abschiebefälle sind bekannt, außerdem ein zweitinstanzlicher Negativbescheid für ein Brüder-Trio aus Ried, die in Ausbildung bzw. Lehre sind. Die Bedrohung vor Abschiebung wird hier noch realer und bedrückender. So wie bei dem Brüder-Trio setzt sich der Inhaber der Malerei Großbötzl zur Wehr setzt gegen diese Abschiebepraxis von top-integrierten und dringend benötigten Schlüsselarbeitskräften, so tun dies mittlerweile dutzende tausend in ganz Oberösterreich und darüber hinaus. Die Initiative von LR Anschober „Ausbildung statt Abschiebung“ wird breit getragen: von aktuell 49.000 Bürger/innen, über 300 Unternehmer/innen und 30 Gemeinden – eine großartige Zwischenbilanz.

Faszinierend ist, dass seitens der Unternehmen und der Berufsschulen bzw. anderer Ausbildungseinrichtungen überwiegend tolle Rückmeldungen über die Leistungen der jungen Asylwerber/innen erfolgen. Teilweise sind diese Leistungen sogar sensationell: etwa in etlichen Fällen ausgezeichnete Abschlüsse in der Berufsschule, etwa Spitzenleistungen bei Lehrlings-Wettbewerben (aktuell etwa der 2. Platz bei den Tischlern) oder aber der Sieg beim Landes-Redewettbewerb. Die Solidarität der Unternehmen ist genauso außergewöhnlich wie vielfach die Leistungen der jungen Asylwerber/innen. Und dennoch steigt die Angst vor Abschiebung massiv an, da die Bundesregierung noch immer nicht aktiv ist im Sinn einer positiven Lösung.

Landesrat Rudi Anschober: „Der Wille aus Bevölkerung und Wirtschaft für eine gute Lösung für unsere dringend benötigten Lehrlinge ist da. Jetzt muss die Politik ein Zeichen setzen, über den populistischen Schatten springen und eine Lösung direkt beim Menschen und direkt bei der Wirtschaft treffen. Ansonsten ist im Jahr 2018 mit einer wahren Abschiebe-Welle von unseren Fachkräften der Zukunft zu rechnen – zu Lasten des Wirtschaftsstandortes und zu Lasten der Gesellschaft. Wir brauchen als ersten Schritt einen Abschiebestopp für unbescholtene Lehrlinge!“

Eine mögliche Lösung zeigt Deutschland mit der 3+2 Regelung vor, diese oder eine ähnliche Lösung im Sinne von Asylwerbenden und Wirtschaft könnte auch sehr rasch in Österreich umgesetzt werden. Dafür setzen sich die Unterstützer/innen von „Ausbildung statt Abschiebung“ ein und dafür wirbt LR Anschober in direkten Gesprächen mit zuständigen Minister/innen, zuletzt bei Bildungsminister Fassmann.

http://ausbildung-statt-abschiebung.at/

 

Aktuelle Daten: Asylwerbende in Lehre

Österreichweit sind über 800 Beschäftigungsbewilligungen für Asylwerbende in Lehre erteilt (Quelle: AMS). Auf Oberösterreich entfallen mit Ende April 2018 mit 349 damit knapp die Hälfte aller Lehrstellen.

Von den aktuell 349 Asylwerbenden in Lehrlingsmangelstellen in OÖ stammen 256 aus Afghanistan, die stärkste Altersgruppe ist die der 18- und 19-Jährigen.

In allen Bezirken Oberösterreichs arbeiten mittlerweile Asylwerbende in Lehrstellen, 65 in Linz (inkl. Urfahr-Umgebung), 34 in Perg, 32 in Gmunden, 29 in Rohrbach und 25 in Vöcklabruck.

Asylwerbende konnten mittlerweile in vielen der Mangel-Bereiche Fuß fassen, wo sich nicht mehr genügend Bewerber/innen aus Österreich bzw. aus der EU finden, am stärksten im Bereich der Gastronomie (38%). In den einzelnen Lehrstellen selbst führt mit Abstand der Lehrberuf des Kochs/der Köchin (78 Asylwerbende), Bäcker/in (15), Tischler/in (19), Friseure (13), Einzelhandelskauffrauen/männer (16), Gastronomiefachmann/frau (20),  Elektrotechniker/in (28) und Metalltechniker/innen mit diversen Schwerpunkten (28) etc.

Nun verstärkt auch Mädchen in Lehre

Unter den aktuell 349 Asylwerber/innen in Lehre in Oberösterreich befinden sich derzeit 15 Mädchen. Mit einem eigenen Schwerpunkt von WKO, AMS und LR Anschober soll die Zahl der Mädchen in Lehre massiv erhöht werden – mit dem Ziel der Stärkung von Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit und der Chance auf rasche Veränderung gesellschaftlicher Strukturen.

 

Beispiele: Tischlerei Eckereder und Promotech

Firma Promotech, Michael Nobis (Ausbildungsleiter):

Die Firma Promotech mit Sitz in Schalchen / OÖ ist seit 1995 der spezialisierte Partner für die Automobilindustrie.  Wir sind seitdem von 10 Mitarbeiter/innen auf gesamt 290 Mitarbeiter/innen inklusive 34 toller Lehrlinge gewachsen.

Wir versuchen seit Jahren dem Facharbeitermangel über Aus und Weiterbildung entgegenzuwirken. Unsere hausinterne Ausbildungsakademie Promoclass, eine eigene Lehrwerkstätte und die Erwachsenenausbildung sind nur ein paar unserer Maßnahmen. Trotz all dieser Maßnahmen werden wir uns zukünftig gezwungen sehen, Aufträge abzusagen da wir diese personalmäßig nicht mehr abbilden können.

Umso erfreulicher ist es, wenn junge Asylwerber bereit sind, einen Lehrberuf zu erlernen. Seit April 2017 beschäftigen wir zwei junge Afghanen ohne positiven Asylbescheid im Mangelberuf Kunststofftechnik. Die Jugendlichen sind seit 2015 in Österreich und haben sich sofort in unser Unternehmen integriert. Dank ihrer guten Deutschkenntnisse und ihrem Willen neues zu lernen, haben sie auch die erste Klasse der Berufsschule erfolgreich abgeschlossen.

Die beiden jungen Afghanen, Asef und Mohammad, sind in jeder Hinsicht ein Vorbild. Ein paar Fakten die das Unterstreichen sollen:

Die ersten Monate mussten sie ca. 30 km mit dem Mofa zurücklegen, um zu uns in die Firma zu kommen, sie waren jeden Tag pünktlich an ihrem Arbeitsplatz.

Da die Kosten des Benzins für das Mofa mit der Zeit zu hoch wurden, suchten sie sich ein neues Quartier, näher zu unserer Firma – dafür gaben sie Freunde und vertraute Umgebung auf, ebenso wie ihre Unterstützerin Frau Schwanninger.

Als die beiden in der Schule in Steyr waren, habe ich sie besucht und mit ihren Lehrern gesprochen, sie versicherten mir, dass die beiden große Vorbilder für die anderen Mitschüler sind.

Wenn sie zu allgemeinen Arbeiten eingeteilt wurden, wurden diese zur vollsten Zufriedenheit erledigt. Wenn sie etwas nicht verstanden haben, zeigen sie vollsten Einsatz und Neugier beim Nachlernen und Wiederholen.

Asef habe ich bei seinem Beratungsgespräch zur Vorbereitung des Einspruches begleitet, das leider alles andere als zur Hoffnung Anlass gab. Danach versuchte ich ihm Mut zuzusprechen, die Worte die er dann zu mir sprach, werde ich nie vergessen „Herr Nobis, ich bedanke mich dafür, dass sie sich für mich so einsetzen, ich möchte aber nicht, dass sie Schwierigkeiten bekommen, aber bitte verstehen Sie, es geht um mein LEBEN“.

Und nun hat auch sein Freund vor ein paar Wochen den Negativbescheid bekommen.

Zum Schluss noch einige Anmerkungen:

Junge Leute, egal woher sie kommen, sollten doch eine Möglichkeit bekommen, sich beruflich zu etablieren, sich damit einen Platz in der Gesellschaft sichern.

Menschen, die alles nur Erdenkliche machen, wie meine beiden Lehrlinge Asef und Mohammad, um sich einzugliedern, in unserer Gesellschaft und für unsere Art des miteinander Lebens anpassen, können und werden sicher einen wesentlichen Beitrag für  unsere Gesellschaft leisten.

Es gibt genügend Beispiele von Jugendlichen mit ausländischen Wurzeln, die in Österreich zur Schule gegangen sind, jedoch von Integration noch nichts zu sehen ist. Und unsere Lehrlinge sollten zu wenig integriert sein und deshalb abgeschoben werden, das kann ich nicht verstehen.

 

Eckereder Tischlerei, Mag. Barbara Eckereder (geschäftsführende Gesellschafterin):

Seit der Gründung unserer Tischlerei im Jahre 1969 bilden wir durchgehend Lehrlinge aus – bisher ca. 80 bis zur Gesellenprüfung.  Derzeit haben wir drei Lehrlinge, einer davon ist ein afghanischer Asylwerber mit negativem Asylbescheid in 1. Instanz. Die beiden anderen Lehrlinge werden den Betrieb verlassen, es gibt nicht eine einzige Bewerbung für einen Ausbildungsplatz in unserem Betrieb.

Damit bin ich in bester Gesellschaft, ich traue mir zu sagen, dass im Bezirk Braunau jeder Ausbildungsbetrieb für heuer noch  Lehrlinge sucht.  Nicht nur die kleinen und mittleren Betriebe aus Handwerk und Gastronomie haben große Schwierigkeiten Lehrlinge zu finden, auch die größeren Betriebe mit eigenen Lehrwerkstätten können die ausgeschriebenen Stellen schwer besetzen. Die Liste der Mangelberufe hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht, auch daran kann man die prekäre Lage sehen.

Wir haben gerne die Möglichkeit ergriffen einen afghanischen Asylwerber als Tischlerlehrling auszubilden. Der junge Mann kam 2015 als 15-jähriger aus dem Iran nach Österreich. Er gehört zur Volksgruppe der schiitischen Hazara und ist mit seinen Eltern im Alter von 5 Jahren aus Afghanistan in den Iran geflüchtet. Die Afghanen leben im Iran in schwierigsten wirtschaftlichen Verhältnissen, halten sich dort illegal auf und sind ständig von Abschiebung etc. bedroht.  Sie haben keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung und Ausbildung – unser Lehrling war insgesamt in seinem Herkunftsland nur 3 Jahre in der Schule.

Er hat in Österreich den Pflichtschulabschluss gemacht und im Juli 2017 die Tischlerlehre in unserem Betrieb begonnen. Er ist ein aufgeweckter und freundlicher Bursche,  der mich immer wieder mit seiner feinen Art erfreut. Mohammad ist maximal beruflich interessiert, hat sich bestens integriert, lebt nicht nur angepasst,  sondern besonders gerne in unserem Kulturkreis.  Es erstaunt mich immer wieder wie eigenverantwortlich und fleißig er seine Angelegenheiten voranbringt. Die Teilnahme am Lehrlingswettbewerb der Tischler war für ihn eine Ehre, er hat sich umfassend vorbereitet und eine passable Leistung abgeliefert. Seine Deutschkenntnisse sind dergestalt, dass wir uns über Stunden über allgemeine Themen unterhalten können. Wir sprechen über unser Land und sein vormaliges Heimatland, über Sitten und Gebräuche in den Familien und im öffentlichen Leben und was gerade so passiert in Österreich und allgemein in der Welt.

Man hat den jungen Leuten, die nach Österreich gekommen sind, die Botschaft vermittelt, dass mit Integration, mit dem Erlernen der deutschen Sprache und mit einer Öffnung für unsere Kultur, ein Leben hier möglich werden könnte. Die vielen negativen Bescheide berücksichtigen diese Bemühungen so gut wie gar nicht. Ich wollte mich im Verfahren als Zeugin zur Verfügung stellen, wurde abgewimmelt, es sei ja eh ein entsprechendes Schreiben im Akt. Im Bescheid heißt es, diese Unterstützungserklärung wurde offensichtlich aufgrund des freundlichen, zuvorkommenden und engagierten Auftretens (des Asylwerbers) aber in Unkenntnis der asyl- und fremdenrechtlichen Bestimmungen verfasst. Es ist erstaunlich,  dass sich die Behörde trotz meines Nicht-Auftrittes ein Bild von meinen Kenntnissen machen konnte.

Am Höhepunkt der Flüchtlingswelle im Herbst 2015 habe ich Kontakt zur Wirtschaftskammer gesucht um zu hinterfragen, wie wir eine Verbindung zwischen den vielen jungen Asylwerbern und unseren so zahlreichen offenen Lehrstellen zu unser aller Nutzen schaffen können.  Um es kurz zu machen,  es blieb bei einem interessanten Gespräch.

Ich muss es leider – auch als Funktionärin der WIKA – sagen, dass wir nicht nur diese Gelegenheit vorbeigehen haben lassen, um aus diesem Pool zielgerichtet Lehrlinge zu generieren. Es ist für mich nicht zu glauben, dass die wirtschaftlichen Interessen von so vielen Betrieben in Oberösterreich von unserer Standesvertretung nicht dargestellt werden. Ich wage abzuschätzen, dass ca. 200 bis 250 Betriebe mit Asylwerber-Lehrlingen in Oberösterreich nicht gehört werden. Die Probleme und Anliegen Ihrer Beitragszahler sollte für die WIKA die Richtlinie ihres Handelns sein.

Die wirtschaftliche Lage in OÖ ist mehr als passabel, eine erfolgreiche Weiterentwicklung und ungehinderte Produktion ist derzeit vorrangig durch Lehrlings- und Facharbeitermangel gefährdet. Fast die Hälfte der österreichischen Asylwerber-Lehrlinge wird in oö. Betrieben ausgebildet. Dies zeigt zum einen die Integrationsleistung der heimischen Betriebe aber auch die angespannte Situation bei den Arbeitskräften.

Die österreichische Bundesregierung plant Wirtschaftswachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung in der Verfassung zu verankern. Ich denke dabei nicht in erster Linie an Großprojekte, deren Verwirklichung dadurch möglich werden soll.  Ich appelliere an die Bundesregierung dabei auch an die vielen Betriebe mit Asylwerber-Lehrlingen in Mangelberufen zu denken und deren wirtschaftlichen Fortbestand und Weiterentwicklung z. B. über das Asylrecht zu stellen.

 

Zwischenbilanz der Initiative „Ausbildung statt Abschiebung“: Drei Schwerpunkte

1. Petition "Ausbildung statt Abschiebung“

Die erste Phase der Petition „Ausbildung statt Abschiebung“ wurde am 1. Februar nach wenigen Wochen mit 36.557 Unterstützer/innen erfolgreich beendet und von LR Anschober an die Sozialministerin übergeben. Doch zahlreiche neue Fälle von Negativbescheiden bei Lehrlingen folgten und der Ruf nach einer Protestmöglichkeit wurde abermals laut. Die Petition wurde daher erneut hochgefahren, mit dem Ziel, 50.000 Stimmen zu bündeln. Aktuell haben schon 49.000 Menschen unterschrieben, wir sind also kurz vor Petitionsende am 15. Mai schon ganz knapp vor unserem Ziel.

Die Petition steht online unter www.anschober.at/petition zur Verfügung, Unterschriftenlisten können im Büro LR Anschober angefordert werden.

 

2. Wirtschafts-Plattform für Unternehmer/innen.

Unternehmer/innen aus diversen Branchen und jeder Größe üben Kritik an den kurzsichtigen Entscheidungen hin zu Abschiebungen ihrer Lehrlinge. Sie sagen: Die österreichische Wirtschaft kann sich Abschiebungen künftiger Fachkräfte schlichtweg nicht leisten. Auf der gemeinsamen Plattform fordern schon 300 Betriebe öffentlich schnellere Asylverfahren und eine Umsetzung der deutschen "3+2" Regelung zur Sicherheit für unsere Lehrlinge.

Plattform unter: http://ausbildung-statt-abschiebung.at/

Der Hintergrund: Viele Wirtschaftsbetriebe sehen sich durch die Hochrechnung von rund 29.000 fehlenden Fachkräften bis zum Jahr 2020 in ihrer Existenz bedroht. Schon aktuell haben sie mit einem Mangel an Lehrlingen zu kämpfen, den sie mithilfe der Asylwerbenden in Lehrlingsmangelstellen zu beheben gehofft haben. Doch nun, nach einigen Investitionen und einer optimalen Eingliederung der Lehrlinge ins Unternehmen trudeln die erstinstanzlichen Negativbescheide ins Haus – und drohen diese gelungene Möglichkeit der raschen (Arbeitsmarkt-)Integration zu zerstören.

 

3. Resolutionen in Gemeinden und Ländern.

Schon viele Bürgermeister/innen und Gemeinden haben sich für den Verbleib von Asylwerbenden, speziell von Lehrlingen öffentlich eingesetzt. Nun fordern schon 30 Gemeinden im Zuge von Resolutionen ganz generell eine menschliche und wirtschaftliche Lösung für Asylwerbende in Lehre, darunter die Landeshauptstadt Linz, die Statutarstadt Steyr, Bezirkshauptstädte wie Kirchdorf, Ried im Innkreis, Schwanenstadt, Vöcklabruck oder Braunau und viele weitere Gemeinden, aber auch das Land Salzburg oder die Volksanwaltschaft Vorarlberg. Allein in Oberösterreich unterstützen Gemeinden mit rund 350.000 Bürger/innen zu dieser Initiative.

Aigen-Schlägl, Alkoven, Bad Zell, Diersbach, Dietach, Feldkirchen an der Donau, Gramastetten, Großraming, Hochburg-Ach, Innerschwand am Mondsee, Kirchham, Luftenberg, Molln, Pucking, Putzleinsdorf, Schildorn, Schwertberg, St.  Georgen an der Gusen, Ulrichsberg, Walding, Land Salzburg, Landesvolksanwalt Vorarlberg, Schörfling am Attersee, Stadt Linz, Stadt Steyr, Kirchdorf, Ried im Innkreis, Schwanenstadt, Vöcklabruck, Braunau.

Über den oö. Bundesrat David Stögmüller wurde eine Resolution der Initiative „Ausbildung statt Abschiebung“ nun auch ins Parlament eingebracht.

 

Politische Forderung von LR Anschober: Abschiebestopp und Verhandlungen

Als Vorbild für eine Lösung in Österreich schlägt LR Anschober das deutsche Modell vor. Deutschlandweit wurde das „3+2-Modell“ für die Sicherheit von Lehrlingen mit Asylstatus eingeführt. Diese Praxis sieht vor, dass Lehrlinge während ihrer meist 3-jährigen Ausbildung und den ersten beiden vollen Arbeitsjahren nicht abgeschoben werden. Bereits 7.000 Lehrlinge konnten so in Deutschland eine Ausbildung in Sicherheit absolvieren. Eine Ausbreitung und Intensivierung der Beschäftigung und Anwendung der 3+2 Regelung hat die neue deutsche Bundesregierung im Regierungsübereinkommen festgeschrieben.

LR Anschober: „Diese 3+2 Regelung wäre auch in Österreich schnell einzuführen. Wir können aber über diverse Lösungsansätze gern diskutieren, mir geht es darum, in einem ersten Schritt möglichst rasch einen allgemeinen Abschiebestopp für unbescholtene Lehrlinge zu erreichen. Bei ersten Gesprächen mit Sozialministerin Hartinger-Klein und Bildungsminister Fassmann habe ich die Thematik samt Dringlichkeit deponiert, nun hoffe ich auf einen weiteren Austausch mit Kanzler Kurz oder Innenminister Kickl.“