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&copy Heinz Kraml/Land Oö stehend v.l.:  Integrations-Landesrat Rudi Anschober, Carmen Stoichitescu, Kata Dilber, Bürgermeister Johannes Waidbacher

© Heinz Kraml/Land Oö stehend v.l.: Integrations-Landesrat Rudi Anschober, Carmen Stoichitescu, Kata Dilber, Bürgermeister Johannes Waidbacher

6 November 2019

Das Innviertel als Modellregion in Österreich

Bezirk Braunau startet umfassende Integrationsangebote für Arbeitsmigrant/innen

Oberösterreichs Wirtschaft sucht Tausende Fachkräfte - laut Wirtschaftsressort werden ohne Gegenmaßnahmen im Jahr 2030 alleine in Oberösterreich 127.000 Fachkräfte fehlen. Gerade in Regionen mit besonders boomender Wirtschaft sind daher Arbeitskräfte gefragt.

Arbeitsmigration ist in Österreich aufgrund der guten Konjunktur und historischen Strukturen keine neue Erscheinung. Die von der Wirtschaft gebrauchten Arbeits- und Fachkräfte wurden vor Jahrzehnten noch durch sogenannte „Anwerbeabkommen“ angeworben, die als kurzfristige Lösung für die heimische Wirtschaft gedacht waren. Die damals als „Gastarbeiter/innen“ angeworbenen Migrant/innen blieben jedoch zum Großteil in Österreich. Da es zu dieser Zeit keine nachhaltigen, begleitenden und koordinierten bzw. institutionalisierten Integrationsmaßnahmen für Migrant/innen gab, ist deren Teilhabe und Teilnahme an unserer Gesellschaft in unterschiedlichem Ausmaß gegeben.

Die aktuelle Arbeitsmigration aus EU-Ländern ins Innviertel, insbesondere in der Region der Stadt Braunau, birgt nun die Chance, Integration von Beginn an mitzugestalten und so ein gutes Zusammenleben zu schaffen. Migrant/innen, die im Innviertel erwerbstätig sind, tragen zur Lösung des Arbeitskräfte- und Fachkräftemangels bei. Aufgabe des Integrationsressorts ist es, den Integrationsprozess der Betroffenen und ihrer Familien mit Hilfe von Integrationsarbeit zu fördern und anzuregen und rechtzeitig zielgruppenspezifische Angebote zu schaffen. Erstmals in Österreich wurde daher in den letzten Monaten ein Pilotprojekt erarbeitet, wie die regionale Integrationsarbeit mit neuen Mitarbeiter/innen und deren Familien aus dem EU-Ausland gut gelingen kann.

Im Bezirk Braunau wird vom Integrationsressort in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Braunau, dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) sowie mit einigen Gemeinden, Unternehmen, dem AMS und anderen regionalen Partner/innen ein Vorzeigeprojekt vorgestellt, um begleitend zur aktuellen Arbeitsmigration im Bezirk rechtzeitige und langfristige Integrationsmaßnahmen zu setzen. Alle Beteiligten, von Land OÖ, über Bürgermeister Waidbacher und weitere Bürgermeister/innen des Bezirks, AMS und WKO bis hin zu ReKI, der Bildungsdirektion OÖ, ÖIF und Unternehmen sind sich einig, dass es begleitender, bedarfsgerechter und zielgruppenspezifischer Angebote bedarf, die vor allem den breiten Bildungsbereich betreffen. Die hier gesetzten Integrationsmaßnahmen beziehen sich vorrangig auf EU-Bürger/innen bzw. Rumän/innen, die u. a. in den heimischen Unternehmen als wertvolle Fachkräfte tätig sind und somit auch für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich hohe Bedeutung haben und diesen nachhaltig stärken.

Die konkreten Angebote sind mit Herbst 2019 schrittweise in der Umsetzung und werden im Zuge einer Informationsveranstaltung am 18.11.2019 der Zielgruppe vorgestellt. Braunau wird damit österreichweit zum Vorbild im Bereich der Arbeitsmarktintegration. Ziel ist ein gutes Miteinander von Beginn an sowie Integration in das gesellschaftliche Leben statt eines Nebeneinanders. Dazu zählen ein deutlich erweitertes Sprachangebot nach Bedarf für alle Zugewanderten, spezielle Beratungsangebote des ÖIF (u.a. mit dem Schwerpunkt Frauen, etwa für die Themenbereiche Arbeit & Beruf, Gesundheit), Vorstellung der regionalen Regelsysteme und Organisationen sowie deren Aufgaben sowie Rechte und Pflichten von Arbeitnehmer/innen.

 

Bürgermeister Mag. Johannes Waidbacher:

Ausgangslage in Zahlen und Daten

In Oberösterreich leben insgesamt 1.473.576 Menschen, 17,3 Prozent davon haben einen Migrationshintergrund. Die Statistik zeigt, dass in den letzten 17 Jahren die Migration aus EU-Ländern gestiegen ist; im Vergleich zu 2002 haben fast doppelt so viele EU-Bürger/innen Österreich als ihre Heimat gewählt. Beispielsweise der Zuzug aus Deutschland ist in diesem Zeitraum vergleichsweise leicht gestiegen; dies ist vor allem in einigen Gemeinden im Innviertel sichtbar.

Der Bezirk Braunau ist neben den Städten Wels, Linz und Steyr sowie dem Bezirk Linz-Land eine Region, die jedes Jahr einen leichten Zuwachs in der Bevölkerungsstatistik aufweist. Mit Stand 01.01.2019 haben im Bezirk Braunau 19,9 Prozent der Bevölkerung ausländische Herkunft; ein Großteil davon kommt aus EU-Staaten und aus Ländern des ehemaligen Jugoslawiens.

 

Grafik zur Bevölkerungsentwicklung im Bezirk Braunau (2003-2019)

 

Quelle: ZMR-Populationsregister von Statistik Austria; Land OÖ, Abteilung Statistik, 01.01.2019

 

In der Grafik ist die Entwicklung ersichtlich, dass der Anteil an Einwohner/innen mit Auslandsbezug im Bezirk Braunau gestiegen ist. Dies resultiert aus – teilweise durch bereits bestehende Strukturen – unterschiedlichen Migrationsbewegungen aus verschiedenen Herkunftsländern; darunter sind aktuell vorrangig Rumänien, Deutschland, Serbien, Bosnien und Herzegowina und Afghanistan. Beispielsweise sind im Zeitraum von 2010 bis 2018 944 Rumän/innen in die Stadt Braunau gezogen; weiters leben aktuell knapp 800 Deutsche und rund 570 Serben in der Stadt Braunau. Neben Drittstaatsangehörigen sind es also vor allem Bürger/innen aus der EU, die im Zuge der Arbeitsmigration nach Braunau gekommen sind. Neben ihrer Tätigkeit und Integration am Arbeitsmarkt brauchen sie für ein gutes Ankommen in der Gesellschaft entsprechende Unterstützung und Angebote. Einige Großbetriebe der Region setzen eigenständige Integrationsmaßnahmen für ihre Mitarbeiter/innen, darunter firmeninterne Deutschkurse sowie Initiativen zur Wohnraumschaffung. Klein- und Mittelbetriebe können dies häufig nicht leisten. Für die Mitarbeiter/innen und ihre Familien braucht es daher rechtzeitig Integrationsangebote, um nicht dieselben Versäumnisse wie in den vergangenen Jahrzehnten mit der sogenannten „Gastarbeitermigration“ zu wiederholen. Davon profitieren die Bewohner/innen der Gemeinde, die Gemeinde selbst, Unternehmen und nicht zuletzt die neu zugezogenen Oberösterreicher/innen. Die Integrationsmaßnahmen werden letztlich auch für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich hohe Bedeutung haben und diesen nachhaltig stärken.

 

Zusammenleben in Braunau – Informationsveranstaltung am 18.11.2019

Bürgermeister Mag. Johannes Waidbacher: „In Braunau setzen wir auf eine dynamische Entwicklung unserer Stadt und Region als modernen, vielfältigen Lebensmittelpunkt für Menschen aller Altersstufen und verschiedenster Herkunft. Dass Braunau seine Vielfalt schätzt und das Miteinander lebt, zeigt sich in den Initiativen und Schwerpunkten insbesondere der letzten Jahre und ist im Zukunftsprofil unserer Stadt, entstanden aus dem lokalen Agenda21-Prozess, fest verankert. Mit dem Prozess „Zusammenleben in Braunau“ seit Herbst 2016 haben wir diese Ambitionen weiter vertieft und mehrere Angebote wie das Weltcafé, den Internationalen Frauentreff Habiba sowie eine Kinder- und Jugend-Kunstwerkstatt geschaffen. Mein großer Dank gilt hier der Integrationsstelle des Landes OÖ sowie den Organisationen vor Ort (z. B. Volkshilfe) und den engagierten Freiwilligen, die sich mit hohem persönlichem Einsatz dem Aufbau und Betrieb dieser Angebote widmen.“

„Ganz aktuell können wir mit Stolz und Freude auf unser neues Begegnungszentrum blicken, das sich derzeit im Aufbau befindet. Damit schaffen wir einen Ort der Begegnung, an dem das Miteinander gefördert und gelebt wird, sei es mit Kursen, Vorträgen und gemeinsamen Kulturabenden oder einfach beim gegenseitigen Austausch und Beisammensein in ungezwungener Atmosphäre“, sagt Waidbacher.

„Braunau am Inn ist nicht nur die älteste und größte Stadt des Innviertels, sie bildet gemeinsam mit dem benachbarten niederbayerischen Simbach am Inn das starke Mittelzentrum unserer lebendigen, lebens- und liebenswerten Region. Durch unsere erfolgreichen Unternehmen und mehrere Leitbetriebe mit internationaler Tätigkeit sind wir ein starker Wirtschaftsraum im Herzen des vereinten Europas. Dementsprechend hoch ist natürlich der Bedarf an Arbeitskräften und Fachkräften. Den Zuzug von Arbeitnehmer/innen aus anderen Ländern begreifen wir gleichermaßen als Chance und Herausforderung für ein vielfältiges Zusammenleben in unserer Stadt und Region“, führt Waidbacher weiter aus.

„Mit gezielten Informationsangeboten wollen wir Integration und Inklusion der Neuzugezogenen fördern. Aktuell findet dazu am Montag, 18. November von 18 bis 22 Uhr im VAZ eine Informationsveranstaltung für rumänische Staatsbürger/innen statt, organisiert und moderiert durch das ReKI Braunau. Expert/innen aus Bildung, Arbeit und Freizeit (ÖIF, AMS, WKO, BH, biz-up, Bildungsdirektion, AK, Volkshilfe, Begegnungszentrum, Jugendforum Y4U, VHS, bfi, WIFI, Laturo, Unternehmen) werden hier ihre vielfältigen Angebote präsentieren. In einer Podiumsdiskussion werden Erfahrungsberichte von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite aufgezeigt und Lösungsansätze erarbeitet. Anschließend laden Infotische und Buffet zu individuellem Austausch und Vernetzung ein“, so Waidbacher abschließend.

 

Landesrat Rudi Anschober:

Warum Beschäftigung für Integration so wichtig ist

Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass Teilhabe an einer Gesellschaft zu einem großen Teil mit dem Zugang zu Arbeit und der Integration am Arbeitsmarkt zusammenhängt. Für einen adäquaten Zugang spielen vorrangig zwei Faktoren eine wichtige Rolle: Einerseits die vorhandenen beruflichen Qualifikationen und Ausbildung der Zugewanderten, andererseits die Rahmen- und Aufnahmebedingungen des Gastlandes. Durch die gute konjunkturelle Lage sowie durch offene Unternehmer/innen ergeben sich in Oberösterreich bereits positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Auch Studien und Umfragen bestätigen, dass sich die Gesellschaft zu einem großen Teil für einen offenen Zugang zum Arbeitsmarkt für Migrant/innen ausspricht. Nun gilt es, mit spezifischen Maßnahmen u.a. im Bereich der Sprachausbildung, Bildung und Qualifizierung jene Menschen zu fördern, die durch die Arbeitsmigration nach Oberösterreich gekommen sind und für die heimischen Unternehmen und Betriebe wichtige Arbeitskräfte darstellen. Auch Information und Wissensvermittlung zu unseren Regelsystemen wie dem Bildungssystem oder Behörden, die für den Alltag relevant sind, tragen zum Ankommen in der Gesellschaft bei. Integration wird verstanden als eine Querschnittsmaterie, die nur funktionieren kann, wenn alle relevanten Stakeholder/innen involviert sind.

 

Bildung: Ausbildung und Sprache einer der Schlüsselfaktoren

Bildung und Ausbildung sind wesentliche Faktoren, um ein selbstständiges, selbstbestimmtes Leben zu führen. Daher sind Zugang zu Bildung und das Wissen über unser Bildungssystem wichtige Teile des Integrationsprozesses. Besonders wichtig ist es daher, Frauen, Kinder und Jugendliche, die im Zuge der Arbeitsmigration nach Oberösterreich gekommen sind, bei ihrer Ankunft entsprechend zu unterstützen und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Dies hat auch auf die Zusammenarbeit zwischen den Eltern und den Bildungseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen eine wichtige Auswirkung.

Zusammenhängend mit der boomenden Industrie und der guten gesamtwirtschaftlichen Lage sowie mit zunehmend fehlenden Arbeitskräften in der Region stellt nun die Arbeitsmigration aus EU- und Drittstaaten nach – im konkreten Fall – Braunau eine große Chance für Oberösterreich dar. Das Land OÖ fördert daher, in Abstimmung mit der Stadt und regionalen Partner/innen, Deutschkurse entsprechend dem Bedarf und der Zielgruppe.

Derzeit werden im Zuge des mittlerweile vierten Sprachpakets des Landes Oberösterreich Deutschkurse für Asylwerber/innen durch das Integrationsressort angeboten sowie weitere Deutschkurse für Migrant/innen gefördert. In Braunau und Mattighofen gibt es seit September 2019 49 geförderte Deutschkurse und Alphabetisierungskurse in den regionalen Bildungseinrichtungen. Zurzeit besuchen 24 Kursteilnehmer/innen aus Rumänien Deutschkurse in Braunau. Die VHS Braunau bietet Kurse auf Niveau A1, A2, B1, B2 und C1 an.

 

Arbeitsmarkt: aktuelle Integration am Arbeitsmarkt in Braunau

Laut regionalen AMS-Daten sind in Braunau rund 200 Rumän/innen arbeitslos gemeldet bzw. befinden sich in Schulung. Zumeist werden von den in Beschäftigung befindlichen Rumän/innen Hilfstätigkeiten in Unternehmen ausgeübt; sie werden häufig über Leasingfirmen in großen Unternehmen angestellt und arbeiten auch im Vierschichtbetrieb. Eine Herausforderung ist laut Stefan Seilinger, stellvertretendem Regionalstellenleiter des AMS Braunau, dabei, dass auch nach langen Dienstverhältnissen wenige Deutschkenntnisse vorhanden sind. Daher sind besonders in diesem Bereich der Sprachqualifizierung entsprechende Ressourcen wichtig.

Große Betriebe in der Region stellen häufig firmeninterne Deutschkurse für ihre Mitarbeiter/innen zur Verfügung. Herausforderungen werden von ihnen darin gesehen, die Mitarbeiter/innen in den Kursen zu halten sowie, dass Sicherheits- und Arbeitsanweisungen verstanden werden. Durch die komplexen Tätigkeitsfelder, aber auch für das Betriebsklima ist vielen Firmen eine lange Anlernzeit mit entsprechenden Deutschkenntnissen wichtig. Die vom Land OÖ geförderten Deutschkurse setzen hier an; ebenso sind die Angebote des ÖIF eine wichtige Ergänzung zur Arbeitsmarktintegration.

 

Vorzeigebeispiel für regionale Kooperation in der Integrationsarbeit

Die hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem Integrationsressort und der Stadt Braunau und dem ÖIF besteht von Beginn an, als erkannt wurde, dass in der Region ein verstärkter Zuzug von rumänischen Bürger/innen erfolgte und zielgruppenspezifische Angebote benötigt werden. In gemeinsamen Arbeitssitzungen zwischen Landesrat Anschober, Bürgermeister Waidbacher, regionalen Vertreter/innen des AMS, der WKO, der Bildungsdirektion, des ÖIF sowie lokalen Unternehmen wurden rasch eine Bestands- und Bedarfsanalyse erarbeitet, auf deren Basis die Ausarbeitung der Maßnahmen und Angebote erfolgt ist. In weiterer Folge wurden Themenfelder erarbeitet und regionale Partner/innen hinzugezogen; die gesamten Maßnahmen sowie bestehende Zugänge und Regelsysteme werden im Zuge der Informationsveranstaltung am 18.11.2019 vorgestellt. Darunter befinden sich die Stadt Braunau mit ihren Angeboten, das Integrationsressort und die Integrationsstelle des Landes OÖ, das AMS, die WKO, Business Upper Austria, die Bildungsdirektion, Sprachkursanbieter VHS, bfi und WIFI, die Volkshilfe sowie regionale Arbeitgeber und Betriebe. Zudem ist es besonders wichtig, Personen aus der rumänischen Community einzubeziehen und deren Erfahrungen und Bedürfnisse in den Prozess einfließen zu lassen.

Die sehr gute regionale Kooperation in der Integrationsarbeit ist ein langfristiger, gesellschaftlicher Prozess, der schrittweise erfolgt. Die Informationsveranstaltung ist hierbei ein wichtiger Schritt, um die neu zugewanderten Rumän/innen zu erreichen und Begegnung innerhalb der Bevölkerung bzw. Gesellschaft zu schaffen.

 

ÖIF: Kata Dilber, BSc, Leiterin Integrationszentrum Oberösterreich:

Der Österreichische Integrationsfonds bietet in Braunau Integrationskurse und Beratungen speziell für rumänische Migrant/innen an, in denen zentrale Werte des Zusammenlebens wie etwa Gleichberechtigung, Demokratie und Meinungsfreiheit vermittelt werden. Ergänzend erhalten die Zuwander/innen an der mobilen ÖIF-Beratungsstelle und in Seminaren wichtige Informationen zur Arbeitsmarktintegration in Österreich und werden bei der sprachlichen Integration unterstützt. Mit diesen Integrationsmaßnahmen sollen insbesondere Frauen bei ihrem Einstieg in den Arbeitsmarkt und somit in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt werden.

 

Integrationsmaßnahmen des ÖIF vor Ort

1. ÖIF-Beratungen in Braunau

Der ÖIF informiert Migrant/innen vor Ort, wie sie den Grundstein für ein selbstbestimmtes Leben in Österreich legen können. Gemeinsam mit ÖIF-Berater/innen planen die Zuwander/innen wichtige Schritte ihrer Integration in Braunau und erfahren, mit welchen Ansprechpartnern und Behörden sie dafür in Kontakt treten müssen.

2. Integrationskurse
Aufbauend auf der Expertise bei der Durchführung von Werte- und Orientierungskursen bietet der ÖIF speziell für die Zielgruppe der rumänischen Zuwander/innen in Braunau Integrationskurse zu zentralen Themen des Lebens in Österreich an, wie etwa Arbeit und Beruf oder auch Gesundheit.

3. Seminare für Frauen

Der ÖIF unterstützt weibliche Flüchtlinge und Zuwanderinnen dabei, ihre Chancen in Österreich zu erkennen und neue Möglichkeiten in der österreichischen Gesellschaft aktiv wahrzunehmen. Um die Integration zu unterstützen, bietet der ÖIF Seminare, Schulungen und Diskussionsrunden für weibliche Flüchtlinge und Zuwanderinnen zu Themen wie Bildung, Arbeitsmarkt oder Frauenrechte. Kooperationspartner sind im Rahmen des Pilotprojekts die Frauenberatungsstelle „Frau für Frau“ und das „Frauenberufszentrum (FBZ) Braunau“.

4. Treffpunkt Deutsch Workshops für Ehrenamtliche

Mit dem Angebot „Treffpunkt Deutsch“ unterstützt der ÖIF Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten und Flüchtlinge und Zuwander/innen gerne einige Stunden in der Woche beim Erwerb und der Vertiefung ihrer Sprachkenntnisse unterstützen. Ziel des ÖIF-Angebots ist es, auf ehrenamtlicher Basis Konversationsformate für Flüchtlinge und Neuzuwander/innen in Österreich zu ermöglichen. Es soll sich dabei um ein Zusatzangebot handeln, entweder als begleitende Vertiefung zu regulären Deutschkursen oder als Vorbereitung in der Zeit vor dem Kursstart. Mehr Informationen dazu unter https://www.integrationsfonds.at/treffpunkt-deutsch-neu/.

 

Carmen Stoichitescu, Volkshilfe Flüchtlingsbetreuung

„Die Rumän/innen haben wie andere Migrant/innen auch Bedürfnisse, Probleme und Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen. Viele davon verfügen über geringe Deutschkenntnisse, kennen das österreichische System nicht, und sind oft nicht in der Lage ihre täglichen Probleme zu lösen. Es gibt Fragen zu sozialen, rechtlichen, schulischen oder familiären Problemen. Bei den Gesprächen merke ich, dass der Bedarf nach Beratung und Begleitung für Kinder, Jugendliche und ihren Familien in der neuen Umgebung groß ist.“