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28 November 2019

Geplante Blockade des Euratom-Programms durch Österreich ist wichtiges Signal für ein atomkraftfreies Europa

Atomenergie ist schwerer Schaden für Klimaschutz- Bundesregierung muss aktiv gegen Missbrauch der Klimakrise für Renaissance der Atomenergie vorgehen

Österreich will im Zuge des EU-Wettbewerbsrats am Freitag gegen das künftige EuratomProgramm stimmen, das ab 2021 gelten soll. Begründet wird dies damit, dass Atomenergie darin als klimaneutral und mit den Klimazielen vereinbar dargestellt wird.

Oberösterreichs Umweltlandesrat Rudi Anschober: „Von der Atomlobby wird immer wieder versucht, Atomkraft als Option für eine klimafreundliche Energieversorgung darzustellen. Die Diskussionen sind jedoch nur Nebelgranaten, um das angeschlagene Image aufzubessern und von der Misere der Atomwirtschaft abzulenken. Aktuell stehen auf europäischer Ebene mehrere Entscheidungen an, ob die Atomenergie als Klimaschutztechnologie anerkannt wird. Österreichs aktuelle Bundesregierung muss daher konsequent gegen den Missbrauch der Klimakrise für eine Renaissance der Atomenergie vorgehen und dabei weitere Mitgliedsstaaten als Verbündete gewinnen.“

Wie viel die Atomkraft zur Klimarettung beitragen könnte, hat die Internationale Energieagentur (IEA) untersucht und ist zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen. Um das zwei-Grad-Ziel zu erreichen, müssten die weltweiten Emissionen von heute 37 Mrd. Tonnen bis 2050 auf unter 5 Mrd. Tonnen sinken. Fast 40 Prozent der Reduktion kann durch Energieeffizienz erreicht werden. Ein Drittel könnten die erneuerbaren Energien beisteuern. Die Kernkraft käme in diesem Szenario auf einen Anteil von fünf Prozent. Um diesen minimalen Beitrag zu leisten, müssten etwa 1.000 AKWs neu gebaut werden!