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30 August 2019

Honig im Test: Gute Qualität erkennen

Was unterscheidet Import-Honig aus China, Mexiko und Argentinien von einem oberösterreichischen Qualitätshonig? Wie Billig-Import im Regal erkennen? Tipps für KonsumentInnen Und: ooebluehtauf.at - Blütenvielfalt sichert heimischen Honig

Honig ist beliebt in Österreich. Im Jahr 2018 wurden in Österreich pro Kopf rund 1,2 Kilogramm Honig konsumiert. Viele KonsumentInnen bevorzugen heimischen Honig, bei einem Eigenversorgungsgrad von 45 Prozent werden aber große Mengen an Honig aus dem Ausland importiert - vor allem aus Südamerika und China. Die Etikette vieler Honige lassen vermuten, es handele sich um ein österreichisches Produkt. Nur bei genauem Blick aufs Kleingedruckte findet man den Hinweis "Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern". Das bedeutet: Der Honig kann von überall herkommen. Die Hersteller auffallend billiger Honige werben oft mit Begriffen wie "Landhonig" und "Imkerhonig". Doch bei der Qualität gibt es deutliche Unterschiede. So wird industriell produzierter Honig in der Regel aus verschiedenen Honigen gemischt. Sie werden erwärmt und gerührt, um eine einheitliche Konsistenz zu erreiche, Frische und Naturbelassenheit gehen dabei aber verloren. Auch die bewusste Verfälschung ist bei Honig weltweit ein Thema: Durch Fütterung oder Zugabe von Zuckern und Sirupen sowie durch falsche Angaben zur Herkunft sind Produkte am Markt, die nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen und somit KonsumentInnen täuschen – in Schwerpunktaktionen wird dies von der Lebensmittelaufsicht OÖ überprüft.

Landesrat Anschober: „Die Imkerinnen und Imker produzieren mit ihren Bienen nicht nur schmackhaften und gesunden Honig, sie sichern auch unsere Lebensmittelgrundlagen. Wir alle können einen Beitrag leisten, um die natürlichen Kreisläufe zu erhalten. Unterstützen wir die Bienen indem wir giftfrei Garteln, bewusst einkaufen oder unsere Gärten und Balkone in blühende Bienenoasen verwandeln“.

Wie groß das Interesse der OberösterreicherInnen an der Bienenrettung ist, zeigt die Initiative „Rettet die Bienen – für den Schutz von Insekten, Böden und Artenvielfalt“, auf ooebluehtauf.at haben bereits mehr als 17.000 UnterstützerInnen die Petition unterzeichnet, viele Gemeinden und Prominente sind mit dabei.

 

Honigimport – das Geschäft mit dem flüssigen Gold

Laut Eurostat wurden im letzten Jahr 208.000 Tonnen Honig in die EU-Länder importiert. Davon stammten 80.000 Tonnen des Honigs aus China. Österreich importierte im Jahr 2018 rund 8.000 Tonnen Honig wovon lediglich 69 Tonnen aus China kamen. Ein wesentlich größerer Anteil mit 2.700 Tonnen stammte aus Südamerika (Argentinien, Chile).

Laut Statistik Austria lag der Eigenversorgungsgrad für Österreich im Jahr 2018 bei 45 Prozent – produziert wurden 4.600 Tonnen. Stellt man die Exporte heimischen Honigs von knapp 2.500 Tonnen den Einfuhren gegenüber, ergibt sich ein realer Anteil heimischen Honigs am österreichischen Markt (inkl. Honig in der Lebensmittelverarbeitung) von rund einem Fünftel.

 

Worin ist der Wert des Honigs begründet?

Naturreiner Honig besteht überwiegend aus den wertvollen Einfachzuckern Frucht- und Traubenzucker. Neben den Zuckern finden sich weitere wertbestimmende Bestandteile wie verschiedene Enzyme, Mineralstoffe, Vitamine und Säuren.

Honig aus unserer Heimat, den Regionen und Landschaften Oberösterreichs, ist nicht nur purer Genuss, er unterstützt mit vielen Wirkmechanismen auch Körper und Geist. Naturbelassener Honig bedeutet nicht nur vielfältigen Genuss, er findet auch Einsatz als Haus- und Heilmittel. Honig bringt Energie, regt die Verdauung an und unterstützt durch die keimtötenden Eigenschaften kosmetische und medizinische Anwendungen.

Es ist daher unumgänglich einwandfreien Honig zu gewinnen und zu vermeiden, dass er während der Be- und Verarbeitung Schaden nimmt. In einer Welt fast ohne Grenzen ist es nicht einfach, die Herkunft und die Qualität von Honig nachzuvollziehen.

 

Wie können KonsumentInnen Qualität erkennen?

1. „Fahr nicht fort – kauf im Ort“ – je kürzer der Weg des Honigs vom Bienenvolk bis zum Frühstückstisch, desto geringer ist die Gefahr, dass Honig wertgemindert wird. Lange Transportwege vergeuden nicht nur Energie, es besteht auch die Gefahr einer Wertminderung, durch übermäßige Wärme- oder Lichteinwirkung.

2. Honigkauf direkt beim Imker, ermöglicht den Einblick bis zum Bienenvolk

3. Jeder naturbelassene Honig wird früher oder später kristallisieren und eine feste Konsistenz bekommen.

4. Bei Honig muss rechtlich das Ursprungsland am Etikett angegeben werden, so trägt österreichischer Honig als Ursprungsland „Österreich“. Bei einer Angabe „Honig aus EU“ oder „ Honig aus EU- und Nicht-EU“ handelt es sich nicht mehr um reinen österreichischen Honig.

5. Mit dem „Honigland OÖ – Qualitätssiegel“ (Abb.1) geben wir den KonsumentInnen die Garantie auf Honig direkt vom Imker und auf Spitzenqualität aus der Heimat.

 

Honiguntersuchung bringt Sicherheit für ImkerInnen und KonsumentInnen – Was wird untersucht?

Mit dem Labor für Bienenprodukte und Bienengesundheit des OÖ Landesverbandes haben Imkereibetriebe die Möglichkeit ihre Honigsorten die sie produzieren untersuchen zu lassen. Sie garantieren so den Konsumenten Honig direkt vom Imker und geprüfte, naturbelassene Spitzenqualität aus der Heimat.

Durch kontinuierliche Untersuchungen können OÖ-Imkereibetriebe die Auszeichnung als Honigland-OÖ-Qualitätsbetrieb (Abb. 2) erlangen.

Die Beurteilung von Honig umfasst die sensorische Beurteilung, chemisch- physikalische Kennwerte und das Pollenspektrum. Neben der Prüfung auf die Naturbelassenheit, wird auch die Einhaltung der Kriterien der österreichischen Honigverordnung kontrolliert, denn einem Honig darf weder etwas hinzugefügt (Sirup, Fremdenzyme, Auslandshonig, usw...) noch honigeigene Bestandteile (Pollen) entzogen werden.

Die sensorische Beurteilung dient zum einen der Zuordnung einer Honigsorte, denn so vielfältig wie Landschaft, Klima, Boden und die Pflanzen, so reichhaltig und vielfältig sind auch die Honige aus den Regionen.

„Honig aus unserer Heimat ist immer ein Unikat, er schmeckt und riecht jedes Jahr etwas anders und kann auch in der Farbe etwas heller oder dunkler erscheinen. Der Honig ist das Spiegelbild der regionalen Pflanzenwelt und des Klimas. Des Weiteren bringen Geruch und Geschmack hygienische Mängel in der Verarbeitung zum Vorschein“, erklärt Laborleiterin Susanne Wimmer.

Mit der Bestimmung des Wassergehaltes wird die Lagerfähigkeit des Honigs bewertet. Hat ein Honig einen Wassergehalt unter 17,5% kann er einwandfrei bei Raumtemperatur gelagert werden und ist vor dem Verderb durch Hefe geschützt. Weist ein Honig einen höheren Wassergehalt auf, gewährleistet eine gekühlte Lagerung des Honigs den Genuss bis zum letzten Löffel.

Im Rahmen der Qualitätsuntersuchung werden neben Wassergehalt auch die Enzymaktivität (Invertase [Saccharase]-Aktivität) und der HMF-Wert bestimmt, welche eine übermäßige Wärme- oder Lichtbelastung des Honigs zum Vorschein bringen würde. Wärmeeinwirkung auf Honig zerstört die im Honig befindlichen Enzyme und der Honig würde damit seine inhibine (heilende) Wirkung verlieren.

Die Authentifizierung der botanischen und regionalen Herkunft erfolgt im Labor mittels Pollenanalyse (Mikroskopische Auszählung der Pflanzenpollen welche sich im Honig befinden) und bei Bedarf mit Ergänzung des Zuckerspektrums. Wird ein Honig als Sortenhonig bezeichnet muss er chemisch- physikalisch, pollenanalytisch und sensorisch dem Profil der jeweiligen Sorte entsprechen.

 

Auswertung Probenergebnisse Honig – Lebensmittelaufsicht OÖ

In den Kontrolljahren 2016 bis 2018 wurden von den oö. Aufsichtsorganen 349 Honigproben gezogen. Davon stammen 235 Proben von österreichischen (ein Großteil von oberösterreichischen) Imkern, 114 Proben von nicht-österreichischen Honigabfüllern. Insgesamt wurden 55 Proben beanstandet.

Den größten Teil der Beanstandungen (39) machen unterschiedlichste Kennzeichnungsmängel aus (beispielsweise eine zu kleine Schrift, fehlende oder falsch platzierte Kennzeichnungselemente).

16 Beanstandungen betreffen einen Verstoß gegen die Honigverordnung die auf Zusammensetzungsmängel schließen lassen. Sieben Mal wird festgestellt, dass die Proben zur Täuschung geeignet sind (z.B. wird auf Grund eines zu geringen Leitfähigkeitsmesswertes daraus geschlossen, dass es sich um keinen Waldhonig handeln kann).

 

Auswertung Honigproben von nicht-österreichischen Abfüllern

Die Honigproben von nicht-österreichischen Abfüllern werden, dem Gesamtbild entsprechend, zum größten Teil wegen eines Verdachtes des Verstoßes gegen die Lebensmittelkennzeichnungsverordnung von der AGES beanstandet. Drei Beanstandungen betreffen einen Verstoß gegen die Honigverordnung:

  • In einer Waldhonigprobe wird ein zu geringer Wert für die elektrische Leitfähigkeit festgestellt, weswegen die Probe nicht der Bezeichnung eines Waldhonigs entspricht.
  • In einer Bio-Waldhonigprobe wird ein erhöhter Hydroxymethylfurfural - Wert (HMF Wert) festgestellt. Ein niedriger HMF-Gehalt ist ein Hinweis für naturbelassenen Honig. Honig, der erhitzt wurde, weist erhöhte HMF-Werte auf, ebenso Honig aus Regionen mit tropischem Klima.
  • Bei einer Blütenhonigprobe entspricht die Angabe „Blumenhonig aus EG und nicht EG Ländern" nicht den gesetzlichen Vorgaben der Honigverordnung, da auf dem Etikett die Ursprungsländer, in denen der Honig erzeugt wurde, anzugeben sind.

 

Beitrag für die Honigvielfalt – Blütenvielfalt sichert Ernte

Die Bienen sind im Ökosystem unserer Landwirtschaft unverzichtbar, da sie durch ihre Bestäubungsleistung zum Erhalt der Artenvielfalt in der Natur, zur Sicherung der Erzeugung gesunder Lebensmittel und zur Nahrungsgrundlage vieler anderer Lebewesen beitragen.

Welche Nahrungsquelle der Biene zur Verfügung stand, spiegelt sich letztlich in der Vielfalt der Honige wider. Ob Naturlandschaft, Kulturlandschaft, Streuobstwiesen, Hausgarten oder Blühpflanzen in der Blumenkiste (Abb. 3), jeder kann Sorge dafür tragen, dass die Bienen ausreichend Nahrung finden.

 

Immer mehr Zulauf für Anschobers Petition „Rettet die Bienen!“

Ziel der Petition „Rettet die Bienen! - für den Schutz von Insekten, Böden und Artenvielfalt“ ist eine möglichst breite Unterstützung und damit Rückenwind für ein oberösterreichisches Bienenschutzprogramm. ooebluehtauf.at

Im Mittelpunkt dabei:

  • der Verzicht auf Bienengifte & Verringerung von Pestiziden
  • die Wiedererrichtung von Insektenlebensräumen und Strukturvielfalt auch in der Agrarlandschaft - Feldraine, Baumgruppen, Hecken u.v.a.m.
  • Bodenschutz und drastische Verringerung der Flächenversiegelung
  • die Verringerung von Lichtverschmutzung
  • umfassende Bildungsprogramme
  • jährlicher Bericht zur Entwicklung von Bienenrettung, Artenvielfalt und Bodenschutz

 

Bereits weit über 17.000 Menschen haben die von Landesrat Rudi Anschober initiierte Petition „Rettet die Bienen! Für den Schutz von Insekten, Böden und Artenvielfalt“ unterzeichnet. Und täglich wächst die Unterstützung - viele Prominente sind mit dabei, bereits 36 Gemeinden mit knapp 150.000 Einwohner/innen tragen das Maßnahmenprogramm mit. ooebluehtauf.at Und das ist erst der Anfang!

 

Immer mehr Prominente unterstützen Anschobers Initiative

Allererster Spontan-Unterstützer war Stardirigent Franz Welser-Möst, dazu kamen Prominente wie z.B. Bio-Gärtner Karl Ploberger, Bio-Pionier Werner Lampert und der internationale Star-Wissenschaftler Josef Penninger. Weiters unterstützen etwa auch Hanna Simons, die Stv. Geschäftsführerin WWF Österreich, Michael Rosenberger, der Umweltsprecher der Diözese und Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes. Und täglich werden es mehr.