27 Juni 2019

Wir sind Oberösterreich: Oberösterreich sucht dringend Pflegekräfte – Migrant/innen suchen einen Job; Landesweite Offensive in der Pflegeausbildung, auch für Migrant/innen

Pressekonferenz mit Landesrat Rudi Anschober und Landesrätin Birgit Gerstorfer

 Weitere Referent/innen:

  • Mag.a (FH) Susanne Kunze (Schulleitung Schule für Sozialbetreuungsberufe Altenarbeit Diakoniewerk Oberösterreich)

  • Mag.a Heike Wöckinger (Caritas für Betreuung und Pflege in OÖ)
  • Ruth Makiese Nzola (Pflegerin aus Wels)

Die Arbeit in einem Sozial- und Gesundheitsberuf ist nicht irgendein Job. Im Pflegebereich tätig zu sein, bedeutet große Verantwortung. Es geht ums Verstehen und Eingehen auf ältere Menschen oder Menschen mit Handicap, um Vertrauen zu schenken und zu bekommen. Ohne Zuwanderung würden die Pflege und das Gesundheitssystem nicht funktionieren. Erfolgsgeschichten wie jene von Frau Ruth, die aus dem Kongo stammt und als Altenpflegerin in Wels Fuß gefasst hat, zeigen, wie gut die Integration im Pflegebereich funktionieren kann und wie wichtig ihr Beitrag für die Gesellschaft und das Miteinander ist. 17 Prozent der oberösterreichischen Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund. Viele von ihnen sind heute bereits wichtige Stützen vieler Wirtschaftsbereiche, gerade aber auch des Sozial- und Gesundheitssystems. Heute wollen wir appellieren, dass dieser Weg von noch mehr Betroffenen gegangen wird.

Der oberösterreichische Sozial- und Gesundheitsbereich sucht händeringend nach Pflegekräften. Die Sozialhilfeverbände, die Alten- und Pflegeheime betreiben, bekommen in einigen Regionen schon jetzt nicht ausreichend Mitarbeiter/innen. In manchen Heimen können bereits jetzt einzelne Betten mangels Personals nicht belegt werden, obwohl Nachfrage nach den Pflegeplätzen besteht. Um diesem Trend entgegenzuwirken startet Oberösterreich nun eine landesweite Offensive in der Pflegeausbildung, die als neuer Schwerpunkt auch Migrant/innen ansprechen soll. Denn Migrant/innen suchen vielfach eine sinnvolle Arbeit und wollen einen Betrag leisten. Gleichzeitig sucht unsere Gesellschaft Pflegerinnen und Pfleger. Integrationslandesrat Anschober will daher mit einer Infooffensive möglichst viele Migrant/innen dazu ermutigen, den Schritt in Richtung Ausbildung für diese wichtige Tätigkeit zu überlegen und diesen Weg im Interesse unserer Gesellschaft zu gehen. Die Tür für die Pflegeausbildung steht offen!

Zielgruppe der landesweiten Ausbildungs-Offensive sind u.a. Asylwerbende mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit, Asylberechtigte, subsidiär Schutzberechtigte, Drittstaatsangehörige und EU-Bürger/innen. Ausgebildet werden sollen sie in den Berufen Heimhelfer/in, Fachsozialbetreuer/in Behindertenarbeit und Fachsozialbetreuer/in Altenarbeit. Für den Erwerb fehlender Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeausbildungen werden ab Herbst 2019 erstmals Vorbereitungslehrgänge speziell für Migrant/innen angeboten. In zwei Semestern werden Teilnehmer/innen für die Pflegeausbildung fit gemacht. Ein positiver Abschluss berechtigt ohne weitere Aufnahmeprüfung zur Absolvierung der Ausbildungslehrgänge. Trägerorganisationen sind die Caritas, die Diakonie und die Altenpflegeschule des Landes OÖ.

Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer: „Der Personalmangel in der Altenpflege spitzt sich zu. Unser Ziel ist es, ein Maximum an kompetenten und engagierten Frauen und Männern anzusprechen und für eine qualifizierte Ausbildung in der Altenbetreuung zu gewinnen. Neben einer neuen Ausbildung, die bereits 16-jährige auf den Pflegeberuf vorbereitet, werden vermehrt Migrant/innen für die Ausbildungen angeworben. Berufsumsteiger/innen und Wiedereinsteiger/innen brauchen während der Ausbildung eine Sicherung des Lebensunterhaltes.“

Integrationslandesrat Rudi Anschober: „Der Fachkräftemangel im Pflegebereich wird immer größer - Oberösterreich sucht dringend Pflegekräfte – Migrant/innen suchen einen Job. Mit der landesweiten Ausbildungs-Offensive wollen wir Menschen die Chance geben, im Pflegeberuf erfolgreich Fuß zu fassen. Es braucht Asylwerbende genauso wie Asylberechtigte, es braucht Österreicher/innen genauso wie Migrant/innen.“

Pflege in Oberösterreich

Bis zum Jahr 2025 werden allein in Oberösterreich bis zu 1.600 zusätzliche Fachleute in der stationären und mobilen Altenarbeit gebraucht. Konkret bedeutet dieser Mehrbedarf, dass jährlich künftig rund 800 Personen eine kostenlose Ausbildung beginnen müssen, um das System langfristig abzusichern. Während jedoch die Anzahl der pflegebedürftigen Oberösterreicher/innen steigt, ist die Zahl der Absolvent/innen, welche eine Ausbildung zum/r Fachsozialbetreuer/in Altenarbeit (FSB „A“) abschließen, rückläufig. Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer hat daher ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgelegt, damit alle Personen, die sich für eine Ausbildung im Sozialbereich interessieren, bestmöglich abgeholt werden können.

 

  • Alle Ausbildungen in der Altenarbeit werden 2019 kostenlos angeboten, die Kosten trägt das Sozialressort des Landes. Dafür sind rund 1,6 Millionen Euro budgetiert.
  • Mit insgesamt 36 Ausbildungslehrgängen im Jahr 2019 werden 1080 Ausbildungsplätze angeboten
  • Der Lehrgang „Junge Pflege“, der erstmals einen Ausbildungsbeginn nach der Pflichtschule ermöglicht, erwies sich als Erfolgsmodell und wird im Jahr 2019 an weiteren Standorten ausgerollt.
  • Das Kombi-Modell „Ausbildung plus Anstellung“ bietet eine zusätzliche Chance, mehr Pflegekräfte zu gewinnen
  • Erstmals gibt es verkürzte Ausbildungen, die dennoch alle gesetzlich notwendigen Inhalte vermitteln – damit wird es möglich sein, die Ausbildungsdauer um fünf Monate zu verkürzen und schneller in den Beruf einzusteigen.
  • Sogenannte „Teilzeit-Ausbildungen“ werden forciert, um auch jene Personen anzusprechen, die neben der Ausbildung arbeiten wollen oder Betreuungspflichten haben.
  • Auf Druck des Sozialressorts wurde das Fachkräftestipendium des AMS wieder für die Ausbildungen in der Altenarbeit geöffnet, wodurch auch während der zweijährigen Ausbildung ein Einkommen garantiert ist.
  • Zusätzliche Vorbereitungslehrgänge sollen vor allem Personen mit Migrationshintergrund dazu befähigen, in eine Ausbildung einzusteigen.

Landesweite Offensive in der Pflegeausbildung

Integrationslandesrat Anschober und Soziallandesrätin Gerstorfer starten nun eine landesweite Offensive in der Pflegeausbildung, um dem Fachkräftemangel gegenzusteuern und das Pflegeangebot in Oberösterreich auch zukünftig sicherstellen zu können. Zielgruppe der landesweiten Offensiven sind u.a. Asylwerbende mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit, Asylberechtigte, subsidiär Schutzberechtigte, Drittstaatsangehörige und EU-Bürger/innen.  Mögliche Ausbildungen im Pflegebereich sind Heimhelfer/in, Pflegefachassistent/in, Fachsozialbetreuer/in Behindertenarbeit und Fachsozialbetreuer/in Altenarbeit. Für die Ausbildungen gibt es unterschiedliche Modelle um Menschen in möglichst vielen verschiedenen Lebenssituationen die Absolvierung einer Ausbildung zu ermöglichen: Vom Stiftungsmodell (für Leistungsbezieher/innen des AMS), über ein Fachkräftestipendium (für Umsteiger/innen) bis zur Anstellung bei einem regionalen Träger sozialer Hilfe (für Personen ohne Absicherung des Lebensunterhalts). Für den Erwerb fehlender Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeausbildungen werden ab Herbst 2019 erstmals Vorbereitungslehrgänge speziell für Migrant/innen angeboten.

Mögliche Ausbildungen im Pflegebereich :

  • Heimhelfer/in
  • Pflegefachassistent/in
  • Fachsozialbetreuer/in Behindertenarbeit
  • Fachsozialbetreuer/in Altenarbeit

(Informationen im Detail auf https://www.sinnstifter.at/)

Angesprochene Zielgruppen:

  • Asylwerbende – va. mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit (derzeit Iran und Syrien)
  • Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte
  • Drittstaatsangehörige
  • EU-Bürger/innen

Existenzsicherungsmodelle

Für die Ausbildungen gibt es unterschiedliche Modelle um Menschen in möglichst vielen verschiedenen Lebenssituationen die Absolvierung einer Ausbildung zu ermöglichen:

  • Stiftungsmodell (für Leistungsbezieher/innen des AMS)
  • Fachkräftestipendium (für Umsteiger/innen)
  • Anstellung bei einem regionalen Träger sozialer Hilfe (für Personen ohne Absicherung des Lebensunterhalts)

Vorbereitungslehrgänge speziell für Migrant/innen:

  • für den Erwerb fehlender Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeausbildungen
  • 2 Semester
  • Angebote sowohl von Caritas als auch Diakonie als auch Altenpflegeschule Land OÖ
  • Start Herbst 2019
  • positiver Abschluss berechtigt ohne weitere Aufnahmeprüfung zur Absolvierung der Ausbildungslehrgänge

Besonderer Vorteil für Asylwerbende: mit den entsprechenden Ausbildungen ist es möglich, im Pflegebereich selbständig zu arbeiten

Statement von Mag.a Heike Wöckinger (Caritas für Betreuung und Pflege in OÖ)

In den Caritas-Schulen für Sozialbetreuungsberufe in Linz-Urfahr und Ebensee gibt es ab Herbst 2019 einen neuen Vorbereitungslehrgang für Erwachsene mit Migrationshintergrund, die Deutsch nicht als Muttersprache haben. Voraussetzung sind der erfolgreiche Abschluss einer Pflichtschule, sowie die grundsätzliche gesundheitliche Eignung für den Sozialbetreuungsberuf und Vertrauenswürdigkeit. Der Vorbereitungslehrgang dauert zwei Semester und umfasst 1.040 Gesamtstunden (560 Theoriestunden und 480 Praktikumsstunden). Der Vorbereitungslehrgang berechtigt die Absolvent/innen anschließend – ohne weiteres Aufnahmeverfahren – zum Eintritt in die Ausbildung zur/m Fach- bzw. Diplom-Sozialbetreuer/in Altenarbeit, Behindertenarbeit, Behindertenbegleitung oder Familienarbeit.

Wir haben in der Vergangenheit leider immer wieder Bewerber/innen für die Ausbildung in Sozialbetreuungsberufen ablehnen müssen, weil ihre Deutschkenntnisse zu gering waren. Das wird sich mit dem neuen Vorbereitungslehrgang ändern. Wir haben schon in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit Migrant/innen, die bei uns in der Ausbildung sind oder waren, gemacht, wie zum Beispiel mit Tenzin Sepa (27) aus Linz, der derzeit die Ausbildung in der Altenarbeit bei uns macht. Er floh vor zwei Jahren aus Tibet nach Österreich und erhielt einen positiven Asylbescheid. Letzten September begann er mit der Ausbildung zum Fach-Sozialbetreuer Altenarbeit an der Caritas-Schule für Sozialbetreuungsberufe am Linzer Schiefersederweg. Die Pflege und Betreuung, so wie sie in Österreich organisiert ist, hat er nicht gekannt. Aber er hat in Tibet seine Oma mehrere Jahre gepflegt. In Tibet ist es üblich, dass auch Männer die Pflege von älteren Familienmitgliedern, denen großer Respekt entgegengebracht wird, übernehmen. Er ist sehr froh, dass er nun diese Ausbildung machen kann. Manchmal denkt er auch daran, dass mit dem Wissen und den Fähigkeiten, die er hier bereits erworben hat, die Pflege seiner Oma um vieles leichter gewesen wäre. Jedenfalls ist Tenzin auf all seinen bisherigen Praktikumsplätzen – u.a. im Caritas-Seniorenwohnhaus Karl Borromäus und der Caritas-Tagesbetreuung für Menschen mit Demenz – als große Bereicherung wahrgenommen worden.

In der Caritas für Betreuung und Pflege verstärken schon jetzt 104 Personen (9,1%), die nicht in Österreich oder Deutschland geboren worden sind, das 1.149 köpfige Team. Einige von ihnen haben Karriere in der Caritas gemacht und sind als Leitungen der Tagesbetreuung für Menschen mit Demenz oder von Wohnbereichen oder auch als Leitung der Betreuungs- und Pflegedienste tätig.

Anmeldungen zum Vorbereitungslehrgang sind noch möglich Im Caritas-Schulzentrum Josee in Ebensee und in der Caritas Schule am Linzer Schiefersederweg kommt im September fix je ein Vorbereitungslehrgang zustande. (Alten- und Familienarbeit) Schiefersederweg 53, 4040 Linz Tel.: 0732/737782 www.ausbildungszentrum-linz.at

Caritas-Schulzentrum Josee (Alten-, Familien-, Behindertenarbeit, Behindertenbegleitung) Langbathstraße 44, 4802 Ebensee am Traunsee Tel.: 06133/5204-10 https://www.josee.at/

Statement Diakonie Mag.a (FH) Susanne Kunze (Schulleitung Schule für Sozialbetreuungsberufe Altenarbeit Diakoniewerk Oberösterreich)

Wir verfügen in unseren  Schulen des Diakoniewerks über jahrelange Erfahrungen mit Schüler/innen mit Migrationshintergrund, durchschnittlich zehn Prozent der Auszubildenden kommen aus anderen Ländern, in manchen Klassen liegt der Anteil aber auch bei 25 oder sogar 60 Prozent. Neben europäischen Ländern, wie Serbien, Tschechien oder Rumänien absolvieren auch Menschen aus Afrika wie Angola, Uganda, Ghana  oder aus dem Nahen Osten, wie Iran oder Syrien eine Ausbildung zum/zur Fach- oder Diplom-Sozialbetreuer/in Altenarbeit, Behindertenarbeit oder Behindertenbegleitung.

An der Schulen für Sozialbetreuungsberufe bewerben sich zunehmend Personen, welche grundsätzlich für einen Sozialbetreuungsberuf geeignet sind und in der Praxis auch dringend benötigt werden, die aber die Aufnahmevoraussetzungen aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse nicht erfüllen.

Die Barrieren der deutschen Sprache, besonders des Dialekts sind eine große Herausforderung für die Auszubildenden, wie z.B. für die 18-jährige Jovana aus Serbien: Sie lebt erst seit 1,5 Jahren in Österreich und übersetzte am Beginn der Ausbildung zur Fach-Sozialbetreuerin den gesamten Lehrstoff in ihre Muttersprache, mittlerweile  hat sich ihr  Deutsch aber schon verbessert, Schwierigkeiten bereitet es ihr nur noch vor einer Gruppe sprechen zu müssen.

Um Menschen wie Jovana künftig eine optimale Vorbereitung geben zu können, wurde – in enger Kooperation mit der Caritas -  der Vorbereitungslehrgang geschaffen, dessen positiver Abschluss den Besuch der Fach-Ausbildungen in den Schwerpunkten Altenarbeit, Behindertenarbeit und Behindertenbegleitung ermöglicht.

Der Vorbereitungslehrgang startet am 9. September an den Schulen für Sozialbetreuungsberufe des Diakoniewerks in Gallneukirchen und Wels und dauert 2 Semester. Besonderer Schwerpunkt liegt beim Deutschunterricht, mehr als 140 Stunden bieten die optimale Voraussetzung für die anschließende Fachausbildung.

Auch die 360 Stunden Praktikum in unterschiedlichen Einsatzgebieten der Sozialbetreuungs- und Gesundheitsberufe sollen helfen, realistische Bilder über mögliche, zukünftige Berufsfelder zu entwickeln. Anmeldungen sind noch bis Ende Juli an den Schulstandorten in Gallneukirchen oder Wels bzw. über www.zukunftsberufe.at möglich. Förderung des Lebensunterhalts durch eine Stiftung sind möglich, Auskünfte erteilt die zuständige AMS Bezirksstelle. 

Eine Ausbildung in der Sozialbetreuung stellt eine wichtige Integrationsleistung dar, da durch persönliche Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturen Barrieren und Vorurteile abgebaut und das Zusammenleben gefördert wird. Kulturelle Vielfalt als Normalität zu erleben, erleben wir – die Lehrer/innen und die Auszubildenden an der SOB Gallneukirchen – als eine Bereicherung. Unserer Erfahrung nach, nehmen diese Menschen oft große Hürden auf sich um die Ausbildung abschließen zu können und sind äußerst motiviert ihre Arbeitskraft dem Sozialbereich zur Verfügung stellen zu können.

Wie z.B. Feras, der in seinem Heimatland Irak als Geschichte- und Sportlehrer arbeitete und seit 2015 mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Österreich als subsidiärer Schutzberechtigter lebt. Er wurde, trotz Muttersprache Arabisch im ersten Ausbildungsjahr sogar Klassenbester! Für seine – durchwegs weiblichen Mitschülerinnen -   hat er immer ein offenes Ohr und Verständnis für ihre Probleme, in der Klasse regnet es nur lobende Worte. Nächste Woche wird Feras die Ausbildung als Fach-Sozialbetreuer Altenarbeit an der SOB Gallneukirchen abschließen.

„Wir sind Oberösterreich“: Frau Ruth aus Wels- eine Erfolgsgeschichte gelungener Integration

Frau Ruth stammt aus dem Kongo, hat zwei Töchter und arbeitet seit zwei Jahren im Senior/innenheim Wels. Ihre Ausbildung zur Pflegehelferin wird sie im Sommer abschließen - die Prüfung hat sie bereits mit Auszeichnung bestanden. Anfangs hatte Frau Ruth Schwierigkeiten einen Ausbildungsplatz zu finden. Unterstützt wurde sie von Beginn an von ehrenamtlichen Helfer/innen, die sie damals im Quartier Timelkam kennenlernte und von der Direktorin des Senior/innenheims in Wels, die Frau Ruth immer gefördert und sie bei ihrer Ausbildung gestärkt hat. Um Erfolgsgeschichten wie jene von Frau Ruth sichtbar zu machen, startete das oberösterreichische Integrationsressort am Mittwoch letzter Woche beim großen Open-Air-Event „VIELFALT.in.CONCERT“ - dem Fest der Integration - die Kampagne „Wir sind Oberösterreich“.

„Ein Jahr lang machen wir Erfolgsgeschichten sichtbar, zeigen wir die Vielfalt im ganzen Land mit Tausenden spontanen Fotos, führen wir den Dialog zwischen Hier- und Nicht-Hier-Geborenen und schaffen wir Bewusstsein. Wer sind die Zugewanderten, von wo sind sie aus welchem Grund gekommen, was braucht es für ein gutes Hereinwachsen in die Gesellschaft? Frau Ruths Geschichte wird ein Vorbild für andere sein und wird den Zusammenhalt in Oberösterreich noch weiter stärken“, sagt Landesrat Rudi Anschober. Wissenswertes und Neuigkeiten zur Kampagne finden sich auf der Website www.wirsindooe.at.